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Angus Khan: Black Leather Soul

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Wertung: 3.5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 46:55
Release: 05.09.2009
Label: nickel and dime records

Angus Khan sind wieder so eine Band, die sich mal eben so mit Bands wie AC/DC, The Stooges, Kiss oder Aerosmith vergleicht und damit natürlich auch die Erwartungen anhebt. Was dann musikalisch kommt, ist aber mehr ein Rohrkrepierer und man muss fürchten, dass dies fürchterlich endet. Man hat sich dem Hard Rock mit ein wenig Southern Feeling verschrieben, aber das Ganze wird recht schleppend und doch sehr angestaubt präsentiert.

„Midnight Moses“ eröffnet den Song-Reigen des Albums. Es klingt nach uralten 70er Jahre Vibes und richtig dreckigem Rock, leider nur in sehr langsamen Bahnen. Kräftig klingt die Gitarrenarbeit von Frank 'Sgt. Rock' Meyer und 'Screaming Lord' Bruce Duff, aber trotzdem nicht wirklich mitreißend.  Der Gesang könnte etwas forscher sein, aber so klingt das eher nach einer sehr kräftezehrenden Party im letzten Aufbäumen gegen den Tiefschlag. Irgendwie saft- und kraftlos, obwohl die Vocalline nicht schlecht klingt. Frische Ideen findet man nicht und der Text ist auch eher, sagen wir es mal sehr positiv, recht simpel gestrickt.

„Call Me Motherfucker“ zieht dann das Tempo an, die Gitarren werden von Andy Bakers Schlagzeug angetrieben und auch Sänger Derek 'Dirty Deed' Christensen läuft kurzzeitig zu einem wirklich hohen Tempo auf. Trotzdem klingt das Ganze recht wenig nach geeigneter Partymucke oder wirklich mitreißenden Songs. Der Grundstock ist da, aber das Ganze klingt zu eingestaubt.

Das erste Mal hat man dann den Eindruck, dass hier wirklich eine Band wie AC/DC erwähnt werden sollte. „Big Balls“ hat ein paar kleinere Ähnlichkeiten mit „Hells Bells“. Bevor jetzt aber die Taktfrequenz der AC/DC-Fans angeregt wird, man erreicht nicht mal zu 10 Prozent deren Qualität. 

„Mr.Living Dead“ zeigt dann wider das ganze Desaster der Band. Man hat zwar auch brauchbare Riffs, aber das Ganze wirkt unter einer Staublast von wenigstens einer Tone nicht mehr. Selbst für Stoner Rock-Verhältnisse klingt das Ganze extrem uneuphorisch. Dieses Gefühl verändert sich auch während der schnelleren Parts nicht. Dröge und langweilig klingt das komplette Paket, obwohl einige schöne Riffs oder Melodien etwas Hoffnung aufkeimen lassen könnten.

„Scene Bitch“ hat irgendwo auch ein wenig Rolling Stones-Flair, ein Wunder, dass die Band nicht auch bei der Soundbeschreibung angegeben wurde. Trotzdem kann auch diese etwas bessere Nummer nicht wirklich überzeugen und so etwas ähnliches wie Glücksgefühle beim Rezensenten hervorrufen. Man bangt nicht mit oder nickt auch nur im Takt beim Hören, geschweige denn brüllt man den ewig wiederkehrenden Refrain mit.

„Silver And Green“ könnte dann bis auf den Mittelteil auch ganz gut zum langsamen In-den-Tiefschlaf-Gleiten benutzt werden. Vornehmlich darf sich hier Dino Everett an seinem Viersaiter in den Vordergrund zocken, ohne dass das Instrument jetzt mal etwas lauter abgemischt wäre. Darüber kommen die angestaubten Gitarren. Hier und da erklingen vereinzelt und zaghaft Synthesizer-Klänge.

„On The Run“ beginnt mit Motorrad-Geknatter und einer der Band fast nicht zugetrauten Geschwindigkeit. Stimmungsmäßig wird das Ganze schon allein wegen der unglaublich katastrophalen Backingvocal.Chöre schon im Ansatz zum Tode verurteilt.

Aber die Band hat inzwischen das Tempo für sich entdeckt und haut mit „Hot Pants“ den nächsten Angus Khan Hochgeschwindigkeitssong raus. Ebenso aktuell wie das Thema „Hot Pants“ klingt das Ganze, was die Band hier abliefert.

Der Titelsong beschreitet wieder langsamere Pfade, ohne dadurch aber eventuell mehr Freude zu generieren, auch wenn der Song zu den besseren gehört, den die Band auf „Black Leather Soul“ abliefert.

„Bop City“ scheint dann doch irgendwie ein wenig euphorischer gelungen zu sein. Der schlechte Sound kann das nur teilweise unterdrücken. Da hat die Band einen kleinen Diamanten, den man nur sehr schlecht zurecht geschliffen hat. Auch wenn der zumindest hörbare Mittelteil recht gelungen ist, hilft er ungemein dabei weiter, dass der Refrain nicht 27 mal ertönt. Die Mundharmonika sorgt dann auch für ein wenig mehr Offenheit in der Mucke. Dies ist zwar zu wenig, um zu überschwänglichen Reaktionen beizutragen, aber immerhin.

Deutlich weniger inspiriert donnert dann das Finale mit „Chainsaw Betty“ und „Exile On Mean Street“ daher, auch wenn der letztgenannte zumindest ein wenig Spielfreude andeuten kann.

Fazit: Ein doch recht enttäuschendes Werk der Amerikaner. Vielleicht hat es die Band ja live drauf und die sehr dröge Produktion hat hier vieles kaputt gemacht, aber das dann in dieser Form zu veröffentlichen, ist sicher nicht banddienlich. Diese Scheibe wird nicht einmal im CD-Regal ganz hinten in der Ecke versteckt, so etwas kommt in den Keller. Uninteressant, langweilig und extrem dröge, ohne jede Chance am deutschen Markt zu bestehen, würde ich das Album bezeichnen.

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