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Angelus Apatrida: The Call

Frisch und modern und doch für Thrashheads only
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 44:38
Release: 27.04.2012
Label: Century Media

Fast auf den Punkt zwei Jahre ist es her, dass die spanischen Thrasher auch über ihre Landesgrenze hinaus die ersten Lorbeeren einheimsen konnten. Natürlich wird der Deal mit dem Indie-Riesen Century Media nicht unwesentlich dazu beigetragen haben, doch Angelus Apatrida hatten auch mit „Clockwork“ ein mehr als fettes Thrash-Album herausgehauen, die anschließende Tour mit Warbringer und Skeletonwitch tat dann ihr Übriges, um in der Szene den Ruf einer agilen Live-Band zu platzieren.

Bei dem nun zweiten Album „The Call“, welches erneut beim selben Label erscheint, dürfte die Last des Kreativseinmüssens immens größer gewesen sein, denn wer mit dem dritten Album, klassischerweise immer noch ein „make it or break it“-Dingen, so fabulös vorgelegt hat, verspürt auch in der entferntesten spanischen Provinz den Druck der Szenepolizei, die wohl vor allem beim Old-School-Thrash mit puristischem „Früher war alles besser“-Auge über derlei Aktivitäten wacht.

Doch irgendwie haben sie sich nicht in ihren Dorfbrunnen spucken lassen, denn auch „The Call“ ist ein beinhartes, Bay-Area-geprägtes Thrash-Album geworden, wo die Spanier mit eleganter Riffpower den Spuren von Exodus, Death Angel und Co. folgen. Dabei ist es schon erfrischend zu hören, dass man auch noch im Jahre 2012 ein richtig frisches Werk heraushauen kann, ohne dass man dabei die Trophäe für besonders innovatives Songwriting abstauben kann.

Gerade Gitarrist und Frontmann Guillermo hebt sich dabei positiv gegenüber den anderen Thrash-Sängern durch seine etwas höher angelegte Stimme ab, wobei wir hier nicht von high-pitched Screams sprechen. Beim Thrash steht und fällt aber nicht nur alles mit dem Sänger, der Gitarrenarbeit wird natürlich hier ebenfalls besonders viel Obacht geschenkt. Da thrashen sie in bester Death-Angel-Manier mit Double-Bass-Unterstützung durch „At The Gates Of Hell“, kaum denkt man, dass sie vergessen haben, wo das Gaspedal wie bei „Blood On The Snow“ überhaupt ist, da wuchten schon wieder die Doublebass-Magenschläge mit schweren Pfunden und lösen ein eigentlich geschwindes Riffmassaker aus.

Klar, die Spanier haben nicht nur im Rezeptheft für treffende Thrashsongs herumgeblättert, sondern sich eher einem intensiven Old-School-Studium hingegeben. „The Hope Is Gone“ schleicht sich wieder mit fetter Angel-Death-Schlagseite über das Parkett, die Leadgitarre sorgt mit langen, immer wieder melodischen Soli für ausreichend Kontrast zur sonstigen Riffarbeit, „Fresh Pleasure“ zeigt sehr schön auf, dass die Spanier nicht nur durchholzen, sondern mit variabler Gitarrenarbeit genug Abwechslung und dadurch auch gesteigerten Wiedererkennungswert hinbekommen und gerade der Rauschmeißer „Reborn“ markiert dann zart eine noch etwas andere Angelus Apatrida-Seite, benötigen sie hier nicht nur mehr als sieben Minuten und damit deutlich mehr als bei den anderen Songs, sondern wechseln hier noch häufiger das Tempo, da folgen die Doublebass-Schläge kurz nach einem Akustik-Zwischenpart, der Refrain wird deutlich mehr in den Vordergrund geschoben – „Reborn“ ist der eigentliche Anspieltipp der kompletten CD, weisen die Spanier doch hier locker nach, wie abwechslungsreich auch heute noch Thrash funktionier(t)en (kann).

„The Call“ mag vielleicht nicht gerade das innovative Genre-Highlight generell sein, doch den Spaniern Angelus Apatrida nimmt man einfach jedes Lick, jedes Riff und jeden Scream ab, wobei es schon erstaunlich ist, dass sie trotz deutlicher Bay-Area-Einflüsse derart frisch und frech fernab von Kastilien-La Mancha aus nicht nur den Rest von Europa, sondern auch darüber hinaus die Thrasher-Herzen erobern werden. Großes Problem wird hier allerdings sein, dass sich viele weitere Subgenre-AnhängerInnen der hartmetallischen Szene diese Band nicht geben werden, denn auf dem Cover könnte glatt ein fetter „Für Thrashheads only“-Aufkleber gleich für Klarheit sorgen.

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