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Angellore: Errances

Pathos versus Heavyness
Wertung: 6,5/10
Genre: Atmospheric Doom Metal
Spielzeit: 46:00
Release: 01.07.2013
Label: Wormholedeath / Soulfood

Seit nunmehr sechs Jahren wurschteln sich die Musiker von Angellore durch den französischen Underground, zunächst in der Demo-Phase, ferner mit zwei ganz ordentlichen EPs und nun auch zum ersten Mal auf voller Albumlänge. "Errances" ist jedoch kein echter Neuling mehr; die Platte wurde bereits anno 2009 in Angriff genommen und auch komplett eingespielt, letztjährig dann erstmals digital veröffentlicht und nach einer gefühlten Ewigkeit auch auf ein festes Medium gebrannt. ist dies ein Befreiungsschlag für die Band? Oder eine bewusste Verzögerung des Releases anlässlich angebrachter Zweifel an der Qualität des Materials?

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen, denn selbst wenn das westeuropäische Trio auf "Errances" vor allem im sphärischen Bereich einige Akzente setzen kann, wirken weite Teile der ersten Full-Length ein wenig abgegriffen und träge. Angellore musizieren irgendwo im Nennerbereich von Moonspell, My Dying Bride und älteren Tristania (wobei man sich hier bitte den weiblichen Gesang wegdenkt), komponieren aber wesentlich ausladender, manchmal leider auch kitschiger als ihre offensichtlichen Einflüsse. Allerdings ist der Kontrast aus zuckersüßer Melodik und gelegentlicher Brachialität gerade im ersten Abschnitt von "Errances" noch die eigentliche Wonne. Das epische "Tears Of Snow" findet die richtige Mischung aus beiden Polen, ist sogar hin und wieder erstaunlich aggressiv und entpuppt sich schnell als Highlight der neuen Scheibe. Das ruhige "Weeping Ghost" mit seinem offensiven Heavy-Finale macht ebenfalls Spaß, wenngleich die pathetische Schlagseite hier manchmal schon grenzwertig ist - aber eben noch nicht so grenzüberschreitend umgesetzt wird wie in "...Where Roses Never Die.." und "Shades of Sorrow", deren kleisterige Melancholie den polarisierenden Effekt einiger Songs von "Errances" ziemlich dominant charakterisiert,

Nichtsdestotrotz gehört der offizielle Erstling dieser Franzosen nicht zu jener Sorte Peinlichkeiten, die über viele Jahre den Gothic-Sektor bestimmt haben. Angellore haben definitiv ihre Qualitäten, sind jedoch noch auf der Suche nach einem brauchbaren Mittelweg aus Pomp und Heavyness. Und wenn man davon ausgehen darf, dass das Material hier schon einige Zyklen auf dem Buckel hat, wird vielleicht schon in Kürze eine Spur überzeugender nachgelegt.

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