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Angantyr: Hævn

Ausufernde, schwarzmetallische Uninspiriertheit
Wertung: 4/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 71:35
Release: 27.04.2007
Label: Det Germanske Folket

Wie soll man ein Album bewerten, bei dem man das Intro und das Outro als die besten Teile betrachtet? Wie soll man Konzentration bewahren bei gleichförmigen Songs, die selten die Acht-Minuten-Marke unterschreiten? Und wie soll man sich an den lyrischen Ergüssen des Alleinunterhalters Ynleborgaz erfreuen, wenn es im Booklet keine Übersetzungen der dänischen Texte gibt? Angantyr machen es einem nicht einfach mit ihrem neuesten Streich “Hævn”, welches das nunmehr dritte Vollzeitalbum des seit 1997 musizierenden Soloprojektes darstellt.

Weiterhin scheint sich Angantyr keine Gedanken um jegliche Publikumsreaktionen zu machen, der Herr zieht sein Ding durch, ohne nach links und rechts zu schielen. Auf der einen Seite ist dies eine Einstellung, welche in der heutigen Szene geschätzt werden sollte, andererseits geht damit die Möglichkeit auf Rekrutierung neuer Liebhaber mehr und mehr verloren. Wo “Sejr” sich auf schwarzmetallischem Terrain noch leichter zugänglich hat präsentieren können, setzt Ynleborgaz nun auf ellenlange Lieder mit ausufernden Instrumentalteilen, die genauso uninspirierte wie gleichförmige Songstrukturen beinhalten. Das Näschen für rau-melodische Black Metal-Riffs hat er ja, aber ein wenig mehr Vielfalt und Auflockerung wäre auf “Hævn” angebracht. Monotonie kann, gerade im Black Metal, Ambient und Neofolk, eine magische Wirkung haben, wenn man sie denn weise einzusetzen weiß. Der Versuch misslingt hier leider kläglich. Für das Nebenbeihören eignet sich die Platte aber auch nicht wirklich, da man die Riffs durch eine nicht optimale Produktion nur recht schwer ausmachen kann.

Doch einen Lichtblick hat das Album: Die ruhigen Parts. Ein von Anja Lillemæhlum eingespieltes Cello schwebt teilweise ästhetisch zwischen ambienten Gitarren und Drums umher, teilweise operiert es allein, um den Hörer einen gefühlvollen Ein- oder Ausstieg in dieses Hasswerk zu geben. Gerade dann fällt auf, dass viele wundervolle Melodien durch erzwungene Düsternis und hemmungsloses Hintergrundgeballer gnadenlos zerstört werden. Vielleicht liegt diese Non-Ästhetik im Wunsche des Erschaffers, micht spricht es in diesem Fall aber weniger an.

Die Einstellung, soweit ich das beurteilen kann, bleibt beim Alten. Gegen das Christentum, wo es nur geht. Nicht umsonst bewegt sich auch der Bandname (ein dänischer König, welcher der Christianisierung im Wege stand) und die Widmung der zweiten Demo an eine dänische Band, die bis auf eine Ausnahme wegen Brandstiftung an Kirchen ihre Mitglieder ans Gefängnis abgeben musste, in diesem ideologischen Dunstkreis.

Fazit: Somit sehe ich die Cello-Einführung in das dritte Vollzeitalbum von Angantyr als musikalischen Höhepunkt an, obwohl auch der dargebotene Black Metal mit seiner Rauheit und Monotonie seine Freunde finden wird. Mir ist “Hævn” zu wenig atmosphärisch und der Gleichheit wegen zu langweilig. Ähnlich umstrittene Bands wie Taake, die sich im gleichen musikalischen Gebiet befinden, schlagen die Brücke wesentlich besser. Qualität statt Quantität wäre ein Motto, dass ich dem Multiinstrumentalisten von Angantyr hiermit ans Herz lege.

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