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Andras: Warlord

Ein wahrer Heathen Metal-Hammer
Wertung: 10/10
Genre: Heathen Metal
Spielzeit: 54:59
Release: 29.10.2010
Label: Einheit Produktionen

Einst auf den altehrwürdigen Pfaden des Black- und Pagan Metal wandelnd, haben sich die Erzgebirgler Andras seit ihrer Gründung im Jahre 1994 mittlerweile in Richtung Heathen Metal weiterentwickelt. Auf deren Nachfolger zum „Iron Way“-Album präsentieren sich die Jungs mit einem wahren Heathen Metal-Meisterstück.

Schon der Einstand in das neue Werk weiß zu begeistern, denn in „Eye Of The Seer“ zeigen die Mannen ihre vielfältigen Fähigkeiten. Neben pfeilschnellen Passagen brillieren die Musiker mit ergreifenden, leicht melancholischen Melodien. Zudem ist die Rezensentin spätestens zu dem Zeitpunkt restlos begeistert, als die Cleanvocals einsetzen, denn diese klingen wirklich wunderbar. 

Ihre schwarzmetallischen Wurzeln präsentieren Andras perfekt eingangs des mächtigen „Heathen Vengeance“. Dieses Stück kommt absolut erhaben daher, ohne jeglichen Anflug von Schmalz, den man etwa mit dem Begriff „erhaben“ in Verbindung bringen könnte.

Mit einer wunderschön klingenden Akustikgitarre setzen wir unsere musikalischen Reise mit dem über weite Strecken im Midtempo gehaltenen „Flag Of Decline“ fort. Und an dieser Stelle muss ich endlich erwähnen, was mir schon seit dem ersten Song so überaus positiv aufgefallen ist: Echtelions Stimme hat eine unglaublich angenehme Klangfarbe. Zusammen mit den alten Black Metal-Roots, die auch hier wieder in den Riffs von der Partie sind, ergibt sich so wirklich etwas ganz Besonderes. 

Ein heraufziehendes Gewitter läutet das Titelstück „Warlord” ein. Doch schon alsbald folgen wunderschöne Cleanvocals, die wieder einmal so überaus harmonisch klingen und dennoch so gut zu dem Black Metal-Gitarren passen, dass das Hören noch mal mehr Spaß macht. Kaum zu glauben, dass in dem Stück neben den melodischen Momenten trotzdem noch ein waschechter Schwarzmetallpart seinen Platz findet, der in einen ätherischen, verträumten, von Synthies geprägten Part mündet. Klasse gemacht, das alles so zu kombinieren. Ein weiteres wunderbares Stück, das all die Klasse von Andras bestens hervorhebt. 

Hey, mit unerwarteter Härte schlagen die Jungs bei „Bastards Forward“ aber mal heftigere Töne an. Aber wen wundert´s bei diesem Songtitel? Verwundert bin ich auch im Weiteren, als im Refrain diese quietschenden Gitarreneinsprengsel einsetzen, die ich jetzt so nicht erwartet hätte. Und langsam sehe ich mich in der Bredouille: Ich kann doch nicht schon wieder schreiben, dass dies ein weiteres erstklassiges Stück ist. Wisst ihr was? Scheiß drauf, ist halt so, dies ist ein weiteres erstklassiges Teil. 

Der Pagan Metal-Anteil wird dann mit „Schwertgenossen“ noch mal einem Tacken höher geschraubt. Zudem wechselt sich dieser mit feinen dazwischen gestreuten Black Metal-Parts ab. Nicht nur das leidenschaftliche Gitarrensolo ist es wert, nach Ende des Songs die Repeat-Taste zu betätigen. Im flotteren Tempo spielen sich die Jungs mit diesem Teil sicherlich in die Herzen der Hörer – mir jedenfalls gefällt's bedingungslos.   

Mit Glockenschlägen und schwer nach Doom klingenden Gitarren zeigen die Jungs mit „In Oblivion“ eine weitere, bisher auf diesem Album so noch nicht erlebte Seite ihrer Kreativität. Die Band vermag es, die Stimmung des Hörers mit den drückenden Parts dieses Stückes in eine gänzlich andere Richtung zu treiben als man es stimmungstechnisch auf diesem Werk sonst so gewohnt war. Doch zwischendurch folgt ein Part, in dem neben Echtelions Stimme die Melodieabteilung der Band wieder ganze begeisternde Arbeit leistet. 

Jetzt wird's räudig, denn nach „Schwertgenossen“ folgt mit „Bastion Felsenheim“ das zweite deutschsprachige Stück auf diesem Album. Und wie schon angedeutet, brillieren die Herren hier mit räudigem, purem Black Metal der alten Schule.

Ganz ruhige Gitarrenklänge mit Windgeheul und entferntem Donnergrollen im Hintergrund läutet das letzte Stück „Portrait/Nemesis“ ein. Wie aus dem Off vernimmt man gesprochene Worte – schön atmosphärisch bis hierhin. Doch dann wird geben die Jungs ein letztes Mal richtig Gas. Und wer sich dessen bislang noch nicht bewusst war, ist sich jetzt ganz sicher. Ganz sicher dessen, dass er diese Scheibe liebt. 

Fazit: Ich kann nicht anders, als voll des Lobes zu sein für „Warlord“. Ein sehr heißer Anwärter für das Album des Jahres. Etwas so Leidenschaftliches, songwriterisch Perfektes und Begeisterndes bekommt man wahrlich nicht alle Tage zu hören, speziell nicht in diesem Musiksektor. Volltreffer, dafür ten out of ten, Punkt. Heathen und Pagan Metal-Fans, schlagt zu!

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