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Andabata: Corpse Grinding Machine

Trotz doppelter Bass-Power nicht überzeugend
Wertung: 4.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 41:23
Release: 28.05.2011
Label: Eigenproduktion

Andabata aus dem Saarland sind eine ungewöhnliche Band, das zeigt schon ein Blick auf die Bandhistorie: Nicht nur, dass die Combo bisher zu fast jedem Plattenrelease mit einer neuen Besetzung aufspielte und zeitweise auf Eis lag. Anfangs war die Death-Metal-Truppe geprägt durch zweistimmigen Gesang; inzwischen gibt es nicht mal mehr einen Gitarristen. Ja, richtig gelesen: Andabata spielen ohne Gitarre - dafür aber mit zwei Bässen. Metalheads werden jetzt ungläubig den Kopf schütteln: keine Soli, keine wilden Schreddereien, keine Amokfahrten den Gitarrenhals hinauf und hinunter? Doch, klar – nur eben mit Bassgitarren.

Wer jetzt denkt, dass die neue und mittlerweile vierte Platte „Corpse Grinding Machine“ sich in der unteren Magengegend herumwälzt, wird beim Durchhören eines besseren belehrt. Schließlich muss man auch einen E-Bass nicht so stimmen, dass er einem von innen die Magenschleimhaut massieren könnte. Eigentlich klingt der Sound nicht sehr viel anders als bei tief gestimmten Gitarren, außer natürlich, dass die Musik irgendwie düsterer klingt, als sie sollte. Die Betonung liegt hier auf „düster“, nicht etwa „dumpf“ – produktionstechnisch ist der Sound nämlich nicht übel.

Abgesehen vom völligen Fehlen von E-Gitarren bietet der Sound nicht unbedingt neue Impulse: Auf die Ohren gibt es gut gespielten Death Metal, der sich eher an den alten Recken orientiert, als moderne Formen anzunehmen. Sänger und Lead-Bassist Carsten growlt sich durch die 14 Tracks und wechselt dabei zwischen bösen Alltagsgrowls und tieferem „Ich-bin-in-Wahrheit-noch-viel-böser-als-ich-klinge“-Gegrunze. So richtig variationsreich ist das jetzt nicht, aber wer Old School hört, muss mit sowas nun einmal rechnen.

14 Songs werden in nicht mal 42 Minuten heruntergeholzt; gerade mal ein einsamer Track erreicht überhaupt die Vier-Minuten-Marke – da ist kein Platz für langsame Melodien oder sonstigen Schnickschnack. Das zeigt bereits der Opener „Amok“: Rasant zerren die Bässe an den Nerven, während Carsten den Titel ins Mikro keift. Ingesamt klingen die Vocals leider eher nach einem Mund voll Cornflakes als nach Growls. „Mankinds Most Effective Killingmachine“ kommt dann mit einem richtig geilen Intro mit mörderisch schnellem Geschredder daher und behält das Tempo auch einigermaßen bei. Die Vocals können zwar immer noch nicht so recht überzeugen, aber zumindest hat der Track durch seinen Einstieg enormes Wiedererkennungspotenzial.

Das war’s dann aber größtenteils schon mit dem Wiedererkennungswert. Der Titeltrack vollführt zwar ein astreines Doom-Intro mit schleppenden Bassläufen, dann rumort der Song wie gewohnt in den Eingeweiden vor sich hin, mit dem Unterschied, dass das Schlagzeug diesmal seltsam unrhythmisch und blechern klingt. Wirklich besser wird es leider auch nicht mehr: Zwar zocken Andabata ohne Kompromisse und bauen sogar auch mal gemächlichere Parts ein, bei denen einem nicht direkt der Kopf wegfliegt („Rise“). So richtig Spaß mag aber beim Hören von „Corpse Grinding Machine“ nicht aufkommen, was besonders schade ist, da man aus dem Zwei-Bass-Sound wirklich einiges hätte rausholen können. Allein durch diese Konstellation hat die Band den Exotenstatus ja  schon weg. Als Rausschmeißer hat sich die Combo mit „Souleater“ zwar noch mal einen richtig guten Track aus dem Ärmel geschüttelt, aber damit kann die Punktewertung leider auch nicht mehr nennenswert aufgestockt werden.

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