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And There Will Be Blood: Obitus

Ein starkes Debüt mit mehr als nur einer Prise Wahnsinn
Wertung: 9/10
Genre: Metalcore, Death Metal
Spielzeit: 43:06
Release: 09.06.2017
Label: Deafground Records

And There Will Be Blood – den Namen kennt man doch? Richtig, zumindest in den sozialen Netzwerken wurde die letzten Wochen fleißig Werbung gemacht für das Debütalbum der Osnabrücker, namentlich „Obitus“. Ein gewaltiger Name für ein gewaltiges Album, denn was ATWBB hier abliefern, ist nicht einfach nur schnöder Metalcore, sondern ordentlichster Deathcore mit düster-sludgigem Bodensatz. Neben dem tief gestimmten Sound haben die Herren mit ihrem Fronter Lars einen Sänger in petto, der nicht nur die typischen Todesmetallschreie beherrscht, sondern auch grindcoriges Geblubber und Growls in sein Repertoire einfließen lässt – knackig also, was hier geboten wird, und mit dem 9. Juni ist der Veröffentlichungstermin auch gar nicht mehr so weit hin.

Gleich zwei Songs fallen schon beim ersten Hören positiv ins Gewicht und spielen sich auch im weiteren Verlauf den Platz ins Langzeitgedächtnis frei. Da wäre zum Einen der Opener „Hell Is Open“, eine wahre Dampfwalze von einem Song, der zwar noch recht klassisch mit schmutzigen Gitarren eingeläutet wird, aber schon da durch deftige Growls die Richtung weist, auf die man sich gleich freuen kann. Zwischen Wahnsinn und Hysterie pendelt der Song, vor allem gesanglich kann man sich hier begeistern lassen; ein überraschend starker Einstand, den die Herrschaften erst mal aufrecht erhalten müssen.

Mit „Belial“ klappt das ohne größere Probleme, hier geht man deutlich langsamer zu Werke, die melodische Gitarrenspur fräst sich aber nichtsdestoweniger in den Gehörgang und verpasst dem Hörer einen Ohrwurm, der noch tagelang anhalten wird. Nebenbei setzt die Truppe aber weiterhin nicht auf Klargesang oder ähnlich, sondern nutzt den Kontrast zwischen melodischer Gitarre und fiesen Growls – so gehört sich das! Erstaunlich auch, dass ATWBB mit immer ähnlichen Zutaten so viel Abwechslung in die Songs bringen – denn auch bei „Rotten“ knallt der hysterisch-bekloppte Gesang ordentlich, man erinnert vor allem im Wahnsinnsrefrain ein wenig an die Kollegen von Heaven Shall Burn, auch das tighte Schlagzeugspiel muss hier Erwähnung finden. Ein weiterer Anspieltipp ist geboren!

„Blackness“ bietet dann nochmal richtig düstere Stimmung, fast doomig kommen die Gitarren durch die Boxen gewabert, trotzdem findet hier flirrende Melodie statt, die man bei dem Track jetzt so gar nicht erwartet hätte. Lange hält das allerdings nicht an, in bester Grindmanier prügelt die Truppe unverhofft los, immer wieder durchzogen von den seltsam perlenden Gitarren und Samples – eine krude Mischung, die And There Will Be Blood hier auffahren, aber: Es passt, der Song geht so schnell nicht mehr aus dem Kopf und kann auch ruhig öfter gehört werden.

„Obitus“ bietet einen starken ersten Eindruck mit seiner Mischung aus Sludge, Core und Death Metal – am besten sind ATWBB immer noch, wenn sie ihren völligen akustischen Wahnsinn ausleben wie beim erwähnten Opener. Überraschend langlebig gestaltet sich aber auch der größte restliche Teil der Platte – eine unbedingte Kaufempfehlung für fast alle Metalfreunde!

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