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Ancillotti: Strike Back

Familienbetrieb für Hard Rock und Heavy Metal
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Metal/ Hard Rock
Spielzeit: 47:47
Release: 16.09.2016
Label: Pure Steel Records

Huch, das neue Album von Ancillotti ist ja ganz an mir vorbei gegangen, na sowas aber auch. Fest steht, dass das Familienunternehmen – immerhin sind Bassist Sandro „Bid“ und Frontmann Daniele „Bud“ Brüder, Drummer Brian klinkt sich das als Sohn bzw. Neffe ebenfalls im Verwandschaftsverhältnis mit ein – im Frühjahr mit Ross The Boss auf Tour, da darf man gespannt sein, was die Italiener alles so auf der Pfanne haben. Musikalisch ist das dann recht einfach einzuordnen, schlägt doch aus allen elf Songs das Achtziger-Jahre-Programm entgegen und bewegt sich zwischen einem gehörig metallischem Motörhead meets ganz frühe Accept-Feeling, vermischt mit einer Prise klassischem Hard Rock.

Somit ist auch schon klar: Innovationspreise sind hier nicht abzustauben, dafür gibt es eben solide Nummern auf einem breitfächrigen Acker, den die Italos da bearbeiten. Ganz vorne stehen die deutlich zackigeren Nummern wie der eigentliche Opener „To Hell With You“, eine Mischung aus ordentlich Motörhead und reichlich durchschimmernden NWOBHM-Einflüssen, schön angetrieben durch die durchgehend wummernde Doublebass, oder aber auch das nach dem Intro wieder zackiger voran preschende, mit düsterer Grundstimmung ausgestattete „Burn, Witch, Burn“, wo Ancillotti gerade mit interessanten Gitarrenläufen punkten und so ganz nebenbei Bud auch seine bisher beste Gesangsleistung abliefert. Beim ebenfalls gut vorantreibenden „The Hunter“ halten sie ebenfalls das Tempo durchgehend im akzeptabel schnellen Bereich, setzen aber beim Refrain auf deutlich mehr Eingängigkeit.

Genau bei dieser Eingängigkeit müssen sie aber auch aufpassen, nicht zu sehr in den allzu käsigen Bereich vorzuschlittern. Denn Tracks wie „Firestarter“, wo sie die metallische Spur verlassen und mehr denn je im Hard Rock wildern und sogar ein paar wabernde Keyboards einflechten, sind vielleicht doch ein bisschen des Ruhigen zu viel, zumal kurz danach „When Night Calls“ erneut mit allerdings dezenten Tastenanschlägen eine schmissige Hardrocknummer einfach niemandem wehtut. Der Daumen geht dann leider ganz klar runter beim balladesken „Lonely Road“, wo zumindest die Leadklampfe einmal mehr echt gefällig klingt, insgesamt dann doch aber der weichgespülte Käse aus allen digitalen Rillen schwappt.

Da doch lieber wieder das mit frühen Accept-Einflüssen John Lennon huldigende „Immortal Idol“, wo die teutonischen Einflüsse sich kreuz und quer bemerkbar machen oder das mit schöner Bud-Reibeisenstimme ausgestattete, anfänglich etwas zu plakative „Fight“, welches ebenfalls an Accept zu seligen „Seawinds“-Zeiten erinnert. Im Gegensatz zum Songtitel „The Beast Is Rising“gehen sie instrumental zu verhalten ans Werk und mischen einmal mehr Hard Rock und Heavy Metal, was an sich auch recht gefällig wäre, wenn die Bassdrum hier nicht zu penetrant monoton zu weit im Vordergrund agieren würde.

Achtziger-Jahre-Hard Rock- und Metal-Fans werden sicherlich gut zu „Strike Back“ abfeiern können, auch wenn insgesamt der Eindruck nicht verfliegt, dass Ancillotti ein bisschen was auf der Umsetzungsspur haben liegen lassen. Alles ist gefällig, vielleicht manchmal auch ein bisschen bieder, dafür decken sie eine große Spannbreite ab und wirken an sich auch authentisch. Album okay, setzen, sieben... Punkte natürlich.

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Das ist halt auch der Ruhrpott, da geht es gerade heraus, was Sache ist

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