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Anaemia: Osiris

Tool für ganz Arme
Wertung: 2.5/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 79:45
Release: 12.05.2008
Label: Soulflesh Collector

Jede große Band ruft zwangsläufig Nachahmer auf den Plan, die in den meisten Fällen einfach nur ein Stück vom Kuchen abhaben wollen und trotz ihres offensichtlichen Plagiat – Daseins die Fans jener großen Band X ködern wollen. Bedenkt man den Wert der Prog-Giganten Tool, ist es erstaunlich, dass die Anzahl von Tool Klonen bis heute in überschaulichen Mengen geblieben ist. Anaemia aus Russland scheinen sich nicht daran zu stören, dass man diese Band nicht kopieren kann und probieren es dennoch.

„Osiris“ beginnt nach einem kurzen Intro mit dem interessant betitelten „Jesus Withdrawal“, was sinngemäß übersetzt eigentlich gar keinen Sinn macht. Ebenso macht es keinen Sinn, einen acht Minuten langen Langweiler auf eine CD zu pressen, der sich durch eine unglaublich monotone Gesangslinie „auszeichnet“ und darüber hinaus einen Sänger aufweist, der mit seinem nasalen Gesang kläglich an seinem Vorbild scheitert. „Maynard James Keenan....you are not!“ wie der Engländer sagt.

Das Problem an „Osiris“ ist schon jetzt schnell erklärt: Alles wird künstlich in die Länge gezogen und soll wohl möglichst anspruchsvoll wirken. Wenn man allerdings keinen guten Songwriter in der Band hat, kann so etwas schonmal schnell nach hinten losgehen. Und das ist hier geschehen: „Like A Glowing Darkness“ wäre als kurzes Instrumental sogar ganz brauchbar, aber nach sechs Minuten geht einem auch die an sich tolle Bassline ziemlich auf den Wecker. Ähnlich verhält es sich mit „Antarctica Lights“, was bei Tool zumindest eine (schwache) B-Seite sein könnte.

Wirkliche Existenzberichtigung hat aber im Prinzip keiner der Songs, da diese nicht mal als Ersatzdroge für anspruchslose Tool Fans (okay, das ist ein klarer Widerspruch) funktionieren werden. Dafür sind einfach viel zu wenig gute Ideen auf zu viel Zeit verteilt worden. Bestes Beispiel ist „Zhungtai Qiu Si...“, ein instrumentales Lied, was nur auf einer chinesischen Bambusflöte gespielt wird. Nachdem der Überraschungseffekt verflogen ist, verkommt der eigentlich angenehme Farbtupfer zur bloßen Hintergrundmusik. Was im Übrigen auch für das ebenfalls fernöstlich tönende „Endtime“ gilt...

Fazit: Nein, „Osiris“ macht zu keiner Sekunde Spaß. Hier wird einfach versucht, möglichst anspruchsvoll zu wirken, ohne die geringste Ahnung zu haben, wie man fesselnde progressive Musik überhaupt aufbaut. Völlig überflüssige Platte!

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