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Anabioz: ...To Light

Solide Folk-Epik aus Russland
Wertung: 7/10
Genre: Folk Metal
Spielzeit: 62:19
Release: 08.10.2010
Label: Irond LTD

Nicht zuletzt durch die tatkräftige Unterstützung von Bands wie Arkona, die mit ihrer Mischung aus russischem Folk und Metal bereits Erfolge, auch außerhalb Russlands, einfahren konnten, hat sich bei den Russen eine bärenstarke Folk-Front in der metallenen Musikszene formiert, die ihre Begeisterung auch gerne in den Rest der Welt tragen will. Eine der Bands, die dieses Unterfangen wagen wollen, ist Anabioz. Die treiben schon seit einiger Zeit im russischen Underground ihr Unwesen und nun nach dem Erstlingswerk „Through Darkness“ im Jahr 2008 sollen jetzt, frisch vom starkem Label Irond Ltd unter Vertrag genommen, mit dem Nachfolger „... To Light“ auch hierzulande die Pagan- und Folk-Gemeinden von dem Sound überzeugt werden.

Das Album wird zunächst mal direkt vom Titeltrack „... To Light“ in Gang gebracht, der seinerseits mit sehr angenehmen Geigen-Melodien eingeleitet wird und so schon mal richtig für die angebrachte Atmosphäre sorgt. Das Violin-Thema, übrigens von Sängerin und Multitalent Olga eingespielt, wird dann von den Gitarren aufgegriffen und am Ende kommt ein schönes Intro dabei raus. Auch der erste richtige Song des Albums mit dem für Folk-Fans schon hitverdächtigen Titel „Good Ale, Strong Ale“ bietet die gelungene Geigenarbeit und diesmal auch die thrashigen Gitarrenriffs, den Wechsel zwischen männlicher Reibeisen-Kehle und zartem Sirenen-Gesang der auch den Rest des Langspielers bestimmt. Teilweise wird dabei das Tempo richtig angezogen, doch zumeist bewegt sich der Spaß in einem den Metbänken angepassten Schaukel-Beat. Der wirklich gute Gesang von Olga wird oft auch gekonnt von balladigen Clean-Gitarren in Szene gesetzt und verfehlt seine Wirkung nicht, der Grunzer hingegen muss manchmal doch sehr kämpfen, um eine ähnliche Intensität zu erlangen und zählt nicht unbedingt zu den Besseren seines Handwerks. Das trübt die ansonsten wirklich gute Instrumental-Fraktion ein wenig, die mit ausgefeiltem Song-Writing und äußerst eingängigen Melodien, besonders in Form der Geige, dafür sorgt, dass so manches Lied nicht so schnell den Kopf verlässt, wie es hinein gefunden hat.

Ein Stück wie „Brotherhearts“ schwingt dann mit ordentlich Double-Bass auch mal richtig die Keule und motiviert zum Headbangen und wird auch so manchen Folk-Metaller zur ein oder anderen Hubschrauber-Einlage einladen. Zwar fallen manche Songs der Gefahr des Genres zum Opfer und machen den Eindruck, austauschbar zu sein, aber gerade die etwas ausgefalleneren Nummern, wie etwa das mit Melodic Death Metal-Elementen verfeinerte, sich über fast neun spannende Minuten erstreckende, epische „Fires Of War“, entschädigen für die ansonsten durchaus soliden, aber an Massenware erinnernden zwei bis drei Lückenfüller.

Mit „... To Light“ beweisen die vier Jungs und das Mädel, dass sie durchaus das Zeug dazu haben, sich in der Folk-Szene mit der Konkurrenz messen zu lassen und dass es noch einiges zu erwarten gibt von der ja vergleichsweise noch jungen Kombo. Allerdings lässt sich auch noch die ein oder andere Baustelle ausmachen, allen voran die nicht überzeugenden männlichen Vocals und das manchmal nicht ganz differenzierte Liedgut. Ein oder zwei Krüge Met, oder vielleicht eher Vodka, lassen sich aber durchaus zu den Klängen von Anabioz heben.

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