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An Cafe: Magnya Carta

Ein wirklicher Volltreffer
Wertung: 8.5/10
Genre: J-Rock/Pop
Spielzeit: 49:49
Release: 06.07.2007
Label: Gan Shin Records

Quietschbunt und zu Adel verpflichtet - so zumindest ist der erste optische Eindruck bei An Cafe´s Deutschland-Release von “Magnya Carta“. Doch auch die Praxis sollte diesem frühem Eindruck schnell gerecht werden...

An Cafe sind vier quirlige Japaner, deren Outfits stark an fleischgewordene Anime-Phantasien erinnern: Schrill, exzentrisch und um jeden Preis aus der grauen Masse herausstehend. Doch ist das kollektive Auftreten hier weniger Kalkül als viel mehr eine „optische Zurschaustellung“ des eigenen Musikstils.

Oder kurz gesagt: Wem die harten und eher düsteren Darbietungen von Visual Kei - Acts wie DéspairsRay und Dir en Grey nicht sonderlich zusagen, den erwartet bei “Magnya Carta“ von An Cafe das krasseste Gegenteil. Miku (Gesang), Bou (Gitarre), Kanon (Bass) und Teruki (Schlagzeug) erschaffen mit einer einmaligen Leichtigkeit auf den gut 50 Minuten Spielzeit der CD eine Welt voller illusterer und abgedrehter Szenarien mit schrägem Humor und spaßigen Gestalten. Als ebenso entsprechend „bunt“ stellt sich dann auch sogleich der Sound von An Cafe heraus, der im Grunde nur mit den folgenden Worten zu beschreiben ist: Japanische Rockmusik trifft europäischen Ska-Punk, trifft grellen Manga-Pop!

Bereits der Opener “Look On The Brand New World“ stellt die Weichen und setzt seine Akzente. In einem extrem gut gelaunten Stilmix der eben erwähnten Genres fordern An Cafe ihrer Zuhörer unbeirrt zum Feiern und Abtanzen auf. Lustig, heiter und immer mit einem Augenzwinkern versehen, fusioniert das Quartett rockigen Ohrwurmcharakter mit lieblichen (aber niemals aufdringlichen) Synthesizerklängen im Nippon-Style. Hier und da sägen auch mal kurz lärmende Gitarrenwände durch die lebendigen Szenarien von “Magny Carta“ (sehr schön zu genießen beispielsweise bei “Maple Gunman“, “Pxxxy´n Purin“ und “Snow Scene“); oder schimmernde Pop-Rock Balladen wie “Portraying Light With Rainbow Colored Crayon“ bieten eine dankende Abwechslung im Sounddesign, ohne allerdings wirklich dabei aus der Art zu schlagen.

Fazit: Während An Cafe in Japan insbesondere (aber nicht nur!) bei den jüngeren Hörern Anklang finden, kann aus europäischer Sichtweise “Magnya Carta“ allerdings wirklich jedem Liebhaber und Sammler fernöstlicher Rockkompositionen empfohlen werden... Selbst Menschen, die mit großen Kulleraugenfiguren in bunt zusammengewürfelten Anime- und Mangalandschaften nichts anfangen können (so wie ich beispielsweise auch), werden sich bereits nach dem erstmaligen Hörgenuß von “Magnya Carta“ nur sehr schwer von dessen außergewöhnlichen Spirit abnabeln können. Summa Summarum = An Cafe haben hier einen wirklichen Volltreffer gelandet, der es geschickt versteht, die innovative Messlatte des Visual Kei - Genres noch ein Stückchen höher zu legen. Bravo!

Die Erstauflage von “Magnya Carta“ enthält im Übrigen noch ein limitiertes und großformatiges Gratisposter. Zu sehen ist dort die (ein wenig kitschig gehaltene) „Manga-Welt“ der vier An Cafe - Musiker.

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