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An Autumn For Crippled Children: Eternal

Es bleibt spannend
Wertung: 7,5/10
Genre: (Depressive) Black Metal, Ambient
Spielzeit: 44:35
Release: 26.08.2017
Label: Wickerman Recordings

Über Geschmack kann man sich ja bekanntlich wunderbar in die Wolle kriegen, das haben auch die Niederländer An Autumn For Crippled Children bei The-Pit.de erfahren müssen, den weiter könnten die Meinungen bei der Truppe gar nicht auseinander gehen: Sagenhaft schlechte 2,5 Punkte für den Erstling „Lost“, der Nachfolger „Everything“ schlug dann mit 8,5 Zählern ein wie eine Bombe; besprochen von zwei unterschiedlichen Kollegen. Mit der folgenden Rezension des aktuellen Albums „Eternal“ kommt also eine dritte Meinung in der Redaktion dazu – mal schauen, was die Herren Musiker sich diesmal haben einfallen lassen.

Zwischen den ersten beiden Reviews und diesem hier sind uns wunderbare Titel wie „Try Not To Destroy Everything You Love“ oder „Try Not To Love Everything You Destroy“ durch die Lappen gegangen, die Truppe war also in den letzten Jahren alles andere als untätig und hat fein säuberlich im Untergrund vor sich hingewerkelt. Viel weiter über den Untergrund hinaus dürfte das Trio es wahrscheinlich wirklich noch nicht geschafft haben, viel zu komplexe Gebilde werden hier vertont, viel zu viel Aufmerksamkeit erfordert das Hören, als dass man zwischen Arbeit, Partnerschaft und in den social media breitgetretenen Aktivitäten noch Zeit hätte, sich auf so etwas einzulassen. Denn beim Hören von „Eternal“ sollte man sich am besten zurücklehnen und die Augen schließen.

Nicht nur, dass die Musik der Niederländer wahnsinnig deprimierend daherkommt, es sind auch Titel wie „This Small Space You Occupied Is So Empty Now“, die der Truppe schnell den Stempel „Depressive Black Metal“ aufgedrückt hat, der aber so gar nicht unbedingt stimmen muss. Viele Tracks wie beispielsweise „You Have Been In The Shadows For So Long“ haben einen deutlich optimistischen Touch, hell erklingende Samples und kaum düstere Riffs.

Dass sich AAFCC nicht festlegen wollen, ist auch leicht zu hören, klingt der Start bei „Swallowed By Night’s Despair“ doch weniger nach klassischem Black Metal, vielmehr tobt sich hier gefühlt ein Betrunkener auf einem Keyboard aus – die charakteristisch hintergründigen Schreie zeigen dann aber doch wieder die Genre-Richtung an, viel Melodie und elektronifizierter Pomp werden hier aufgefahren, fast ein bisschen zu elektrisch gerät der Track dann im Gesamtbild.

Insgesamt kann man „Eternal“ nicht ganz so hoch loben wie den Vorgänger „Everything“, viel zu undifferenziert und auf höherer Lautstärke gar unangenehmen kommen manche Samples daher (gute Beispiele am Ende der Platte, das laute Flirren in „Cloud Mood“ raubt einem auf Dauer den letzten Nerv), aber eine interessante und spannende Band sind die Niederländer allemal. Etwas fad wird die Platte erstmals nach einigen Tagen Dauerbeschallung – das Gehirn zeigt sich überfordert und schaltet auf Durchzug. Für „Eternal“ muss und darf man aber dennoch gute 7,5 Punkte vergeben.

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