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An Act Of Grace: Seven

Jede Menge Spielraum nach oben
Wertung: 7/10
Genre: Metalcore, Deathcore
Spielzeit: 32:57
Release: 01.10.2010
Label: Eigenproduktion

Als eingefleischter Metaller kommen einem beim Namen „Seven“ nicht unbedingt die sieben Zwerge, sondern eher die sieben Todsünden in den Sinn und genau das ist die Thematik, die die Jungs von An Act Of Grace auf ihrem Erstlingswerk vertonen wollen. Dass es die Band erst seit 2010 gibt, mag angesichts der durchdachten Songs überraschend wirken, aber seien wir mal ehrlich – heutzutage scheinen sich die Bandmitglieder in schwindelerrengendem Tempo aufeinander einzuspielen, sodass noch junge Bands bereits klingen, als würden sie den Job seit zwanzig Jahren machen.

An Act Of Grace überraschen nun nicht im eigentlichen Sinne durch Experimente, obwohl – wenn man sich das brutal voranpreschende Scheibchen mal so anhört, horcht man bei atmosphärisch-düsteren Gitarreneinsprengseln wie in „Fettsucht“ durchaus begeistert auf. Schließlich tauchen solche Spielereien eher selten in Hardcore- beziehungsweise Thrashcore-Stücken auf. Solche Einschübe lockern „Seven“ insofern auf, dass man sich nicht die ganze Zeit vorkommt, als würde einen eine Dampfwalze überrollen. Ein mutiger Schritt, der einige festgefahrene Hardcore-Köppe sicher stören wird.

Ebenfalls mutig ist es, unter den englischen Songs mit „Nix der Mama sagen“ einen deutschen Text unterzubringen. Da Sänger Christian sich anhört wie ein röhrender Hirsch, versteht man natürlich herzlich wenig von den lyrischen Ergüssen der Jungs. Dankenswerterweise haben AAOG aber die Lyrics im Booklets mitgeliefert und meine Fresse, hier ist der Text bald brachialer als die Musik. Zeilen wie „Ich will dich riechen, will dich schmecken, will dich fühlen, will dich stechen/Will dich biegen, will dich brechen, will dich schlagen und dich essen“ dürften bei Metalfans für ordentliches Gesabber sorgen, den besorgten Eltern hingegen graue Haare wachsen lassen – und dabei ist das noch ein vergleichsweise harmloser Auszug.

Zu Beginn der Platte hat man noch so ein bisschen das Gefühl, man hätte den x-ten Aufguss sämtlicher Deathcore-Bands im Laufwerk – gute Gitarren, gute Dynamik, schön manische Growls, aber nichts, was einen vom Stuhl hauen würde. An Act Of Grace setzen zwar nicht auf pures Drauflos-Geballer, sondern legen großen Wert auf technisches Spielerein, sei es in „Invidia“, wo neben Tempowechseln auch einige interessante Gitarrenspuren und überraschende Vocal-Wechsel zum Tragen kommen, oder eben bei den großartigen Licks in „Fettsucht“. Die Jungs geben sich Mühe, keine Frage, nur der berühmte Funke springt nicht so recht über, sondern glimmt eher ein wenig vor sich hin.

Ausnahmen bestätigen ja zum Glück die Regel und so kann „The Journey“ durch ein gutes Tempo, ordentlich Headbangpotenzial und ein feines Mainriff überzeugen, das dem ganzen Track einen frischen Touch verleiht. Klar hat man die Breakdowns so schon oft genug gehört, aber wie heißt es so schön: Lieber was Altes gut machen als was Neues schlecht. Als hätten die Jungs den Ruf gehört, schalten sie zum Ende hin noch mal einen Gang hoch und hauen mit „King Of Kings“ einen eher Metalcore-lastigen Track raus, der zwar besser an den Anfang der Platte gepasst hätte, aber auch so ziemlich geil rüberkommt.

Fazit: An Act Of Grace sind auf jeden Fall eine Band, die man als Deathcore-Fan im Hinterkopf behalten sollte, auch wenn sie auf „Seven“ jedoch mit Sicherheit noch nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen. Hierbei muss man allerdings berücksichtigen, dass es ja ihr Erstlingswerk ist – da ist also noch jede Menge Spielraum nach oben.

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