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Amplifier: Echo Street

Klarerer Fokus aufs Songwriting
Wertung: 8/10
Genre: Alternative-/ Progressive Rock
Spielzeit: 60:49
Release: 15.03.2013
Label: KScope (Edel)

Im einzigen CD-Review, das es von Amplifier bislang auf The-Pit.de gab, kommt die Band mit doch sehr bescheidenen vier Punkten (für das zweite Album „Insider“) nicht sonderlich gut weg. Auch wenn Ex-Kollege Alexander Müller den Engländern durchaus musikalisches Talent zugesteht, war ihm der Sound beziehungsweise das Songwriting des Quartetts insgesamt doch zu monoton – das kann man natürlich so sehen, für meine Begriffe ist die Bewertung jedoch schon ein wenig tief angesetzt. Sei es wie es will, der mitunter obskure Mix aus Prog-Elementen und spacigen Alternative-Rock-Einsprengseln ist natürlich nicht immer ganz leicht verdaulich, die häufig überlangen Stücke besitzen einiges an Komplexität. Mit ihrem letzten Werk „The Octopus“ hatten es die Jungs aus Manchester auf die Spitze getrieben: Jener Doppeldecker dürfte bei nicht wenigen nach den ersten Durchläufen ein paar dicke Fragezeichen auf der Stirn entstanden lassen haben, geriet dafür aber sehr abwechslungsreich – dass die Songs gleich klingen, konnte man ihnen jedenfalls wirklich nicht mehr vorwerfen.

Der hier zu besprechende Nachfolger schlägt nun nicht mehr ganz in die superexperimentelle Kerbe. Allerdings hatte Mastermind Sel Balamir im Vorfeld auch bereits angekündigt, dass man wieder etwas zurückrudern und zumindest wieder einigermaßen zu konventionelleren Songstrukturen zurückkehren wolle. Zwar besitzen die Lieder immer noch größtenteils stolze Längen, doch selbst im zwölfminütigen „Extra Vehicular“ haben Amplifier einige erstaunlich eingängige Melodien auf der Pfanne – der erhaben-düstere Refrain jedenfalls bleibt gut hängen.

In dieser Beziehung herausragend dürfte vor allem das zweitplatzierte „The Wheel“ sein, dessen mäanderndes Hauptriff an eine kriechende Schlange erinnert und eine beinahe mystische Stimmung heraufbeschwört. Vielleicht handelt es sich dabei gar um das beste Stück der Platte, da sich hier nachvollziehbare Strukturen und Experimentierfreudigkeit in allerbester Manier die Waage halten. Mit anderen Worten: Man ist für kleine Überraschungen gut, aber es bleibt alles im Rahmen und wird nicht so abgedreht wie eben bei „The Octopus“. Auch der Opener „Matmos“ sowie „Where The River Goes“, die beide stimmungsmäßig sehr positiv tönen, besitzen Mitsingqualitäten und wissen auf Anhieb zu gefallen.

Dennoch heißt dies nicht, dass die Combo jetzt allen Experimenten abgeschworen hätte: Das bereits angesprochene „Extra Vehicular“ baut sich ziemlich grandios auf und mutiert zum Ende hin in eine regelrechte Gitarrenfanfare. Das Titelstück hingegen ist fast pures Soundscaping und erinnert frappant an alte Porcupine Tree – ohnehin schimmert Steven Wilsons momentan pausierende Truppe in der Gesamtatmosphäre der Scheibe nicht selten durch. Dazu darf man insbesondere auch „Paris In The Spring“ zählen, das mit seinen verträumten, psychedelisch angehauchten Momenten, seiner Melancholie und einem ausgeklügelten Arrangement gerne mal Stachelschweinbaum-Gedenken aufkommen lässt.

Relativ für sich stehend kann man „Between Today And Yesterday“ nennen. Eine reine Akustikballade, die mit sehr schönen Gesangsharmonien glänzt, welche gar an selige Grateful Dead-Zeiten denken lassen. Insgesamt haben Amplifier mit „Echo Street“ ein facettenreiches Stück Musik auf den Markt gebracht, das alle, die von Monotonie oder ähnlichem reden, mit Sicherheit verstummen lässt. Es wurde nicht zu viel versprochen; dass die Briten Soundtüftler sind, haben sie bereits in der Vergangenheit bewiesen, doch ist der Fokus diesmal schon wesentlich klarer aufs Songwriting gerichtet. Lediglich ein paar verschmerzbare Längen machen sich hier und da breit. Dennoch darf man immer noch problemlos acht Punkte zücken.

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