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Amplified Hate: Crossroads

Knackiger Old School Hardcore
Wertung: 8/10
Genre: Hardcore
Spielzeit: 30:51
Release: 30.06.2017
Label: Deafground Records

Weil gerade Wochenanfang ist und alle gestresst sind, vereinfachen wir die Sache mal: Wer nicht auf Old School Hardcore steht, muss weder weiterlesen noch sich die aktuelle Platte von Amplified Hate anhören. Denn genau das wird hier geboten: Old School Hardcore mit knackig produziertem Sound, tighten Instrumentals und einem Sänger, der für Hardcore geboren wurde.

Zehn Jahre, vier Alben, mittlerweile beheimatet bei den guten Herren und Damen von Deafground Records, das ist die Bilanz, die Amplified Hate anno 2017 ziehen können. Klingt doch gar nicht schlecht und auch das Feedback zur neuen Platte „Crossroads“ fiel in den sozialen Medien wohlwollend bis überschwänglich aus. Kein Wunder, merkt man dem bayerischen Fünfer doch zumindest die Spielfreude und den Spaß am Genre deutlich an; gerade bei thrashigeren Gitarrenattacken wie im flotten „CCC“ kann man sich bildlich vorstellen wie die Truppe live abgeht.

Dass die Jungs aber auch richtige Ohrwürmer parat haben, beweist überraschend „State Of Mind“ – und das alles ohne Klargesang, sondern mit ordentlich näselndem Hardcore-Organ, da kann man Sänger Wetty schon mal das „Prädikat: besonders wertvoll“ attestieren. Auch Songs wie „Rockets“ ballern mit viel Dynamik und Spaß in den Backen durch die Boxen, rütteln die Tassen aus den Schränken und den Putz von der Wand – aber so ganz auf eine richtig geile Bewertung einigen kann man sich mit seinem Gewissen trotzdem noch nicht, wenn man sich die Platte als Ganzes vornehmen muss. „The New Me“ fällt zum Beispiel eher etwas stumpf und überraschungsarm aus, ähnlich geht es mit dem eigentlich sehr draufgängerischen „Reap What You Sow“, das aber zumindest im heimischen Schlafzimmer trotzdem nicht so richtig zünden will – bis auf den Refrain, der sich sicherlich für die nächsten Wochen im Gehörgang festgezurrt hat.

Für Überraschungen sind die Herren aber doch noch gut: Zu „Father’s Anthem“ hat man sich mal schnell Paul Petersens „My Dad“ aus den Anfang-Sechzigern als Sample ausgeliehen, nur um danach in bester Amplified-Hate-Manier weiterzuholzen, und final gibt es mit „Ihr seid nicht das Volk“ auch noch was Deutschsprachiges auf die Ohren, was im Refrain natürlich einen ordentlichen Oi-Punk-Einschlag bekommt.

Bei der Schreiberin dieser Zeilen halten sich die Begeisterungsstürme in Grenzen, zu schnell verblasst die erste Euphorie – andererseits konnte man die Platte fast zwei Tage am Stück durchhören ohne den Wunsch, sie aus dem Fenster zu werfen. Amplified Hate haben also in jedem Fall ihre Berechtigung in der deutschen Hardcore-Szene, können diese mit „Crossroads“ noch weiter zementieren, aber keine Höchstwertung einfahren. Mit sehr guten acht Punkten wird die Truppe hier entlassen, und das mit knackigem, old schoolig geprägtem Hardcore, der sich auf die Seite der Mosher schlägt, aber durchaus auch Ohrwurmpotential mitbringt.

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