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Amorticure: A Bleeding Soul In A Dying World

Die richtige Richtung
Wertung: 8/10
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 35:40
Release: 06.08.2010
Label: Danse Macabre Records

Die in 2001 in Bayern gegründete Band bestehend aus drei Mitgliedern befasste sich anfangs mit dem Covern von Metallica, Megadeth und anderen Bands aus der Musikrichtung. Nachdem sie 2005 ihr Debütalbum „Die Reise“ veröffentlichten, ein Black-Metal-Album, welches in Eigenregie und einer Stückzahl von 300 veröffentlicht wurde, wurde es still um die Band.

In den fünf Jahren Stille, Jahre der Weiterentwicklung, arbeiteten sie an der vorliegenden CD „A Bleeding Soul In A Dying World“, bauten sich ihr eigenes Studio und fanden einen neuen Stil. Seit Juni 2010 sind Amorticure unter Vertrag bei Danse Macabre Records und der Musikproduzent Bruno Kramm, der schon Das Ich produzierte, hilft dabei, dass Amorticure ihren Weg weiter gehen.

Beim ersten Hören des Albums wird man unweigerlich an The 69 Eyes, Type O Negative oder auch Sisters of Mercy erinnert. Die tiefe, melancholische Stimme des Sängers Matthias Müller und die Texte, die ebenfalls von ihm geschrieben sind und sich um Liebe, Verrat, Schicksal und Tod drehen, finden sicherlich in der Gothic-Szene schnell Gehör.

Aber es sind nicht nur die tiefen Vocals des Sängers, die die neue Stilrichtung von Amorticure beschreiben, es ist auch die Art und Weise die Gitarre zu spielen – die Art wie Johannes Wenisch es zu tun versteht. Genau das ist aber auch schuld daran, dass der Hörer bei den einzelnen Songs ein Déjà-vu-Erlebnis nach dem anderen durchlebt. Es scheint nichts Neues zu sein, was die drei Musiker aus Bayern nach fünf Jahren, nun das erste Mal komplett in englischer Sprache, veröffentlichen - und dennoch drückt der Hörer automatisch die Repeat-Taste nach der doch sehr kurzen Spielzeit des Albums.

Amorticures Texte sind einfach, manchmal sogar recht plakativ, zusätzlich scheint die optimistische Musik nicht zum Text zu passen, wie bei „Tonight“. Amorticure kommen hier mit drei Sätzen plus Refrain aus, um den geplanten Selbstmord zu zweit zu beschreiben und doch schafft es die Band, die Hoffnung auf ein besseres Leben danach („[...] and then we fly“), die den kurzen Zeilen innewohnt, durch die powervollen Gitarrenriffs nahe zu bringen. Genau das macht die zweite CD der Band aus Bayern aus: sind ihre Texte überschaubar, die Themen geradezu vorurteilgeladen - Selbstmord („Tonight“), Verlassenwerden („You hurt me“) oder das Gefühl mit allem überfordert zu sein („lk“) -, gelingt es Matthias Müller (Vocals), Thomas Falk (Drums) und Johannes Wenisch („all the rest“) durch die musikalische Untermalung diese Einfachheit auszugleichen und den Hörer zum Nachdenken anzuregen.

„When I am gone“ sticht bei der CD etwas hervor, nicht nur was den ausführlicheren Text angeht: hier steht die Frage im Raum, was nach dem Tod geschieht, aber nicht auf der anderen Seite (wie üblich), sondern bei denen, die bleiben. Sondern auch die Gitarre und das Schlagzeug suggerieren hier, dass es keine Antwort auf die Frage „Will you remember me?“ geben wird, sie klingen niedergedrückt und elend.

Ein weiterer Anspieltipp ist „Just for one day“, hier ist das Gefühl, dass man das Lied kennt, wieder da und der Refrain ist so eingängig, dass Ohrwurmgefahr besteht. Auch ist hier die Anlehnung an 69 Eyes fühlbar, aber gleichzeitig enthüllt sich hier die Weiterentwicklung von Amorticure, von einer Band, die ehemals schnell und laut sein wollte, zu einer Band, die nun beginnt sich treu zu werden und das zu schreiben und zu spielen, was sie selber fühlen.

Fazit: Die CD macht Lust auf mehr. Auf der Homepage wird schon angekündigt, dass Amorticure an einem nächsten Album arbeiten und hier bleibt zu hoffen, dass sie dieser Linie treu bleiben, dass sie aber lernen sich von ihren Vorbildern zu unterscheiden. „A Bleeding Soul In A Dying World“ klingt wesentlich ehrlicher und konsequenter, als es noch „Die Reise“ tat und der Song „69 Ways“, der Opener des Albums, zeigt, dass sie es schaffen können. Er ist eingängig, regt zum Tanzen an macht deutlich, dass es sich um Emotionen dreht, die jeden treffen können. Der aktuellste Song auf dem Album ist hoffentlich richtungweisend für Amorticure.

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