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Amorphis: Silent Waters

Unbeschreiblich schön
Wertung: 9.5/10
Genre: Melancholic Metal
Spielzeit: 46:54
Release: 31.08.2007
Label: Nuclear Blast

Das siebte Studioalbum der Finnen wird den Fans von Amorphis gut ein Jahr nach dem überragenden Vorgänger „Eclipse“ kredenzt. Und da „Silent Waters“ das zweite Album in Folge ist, das von haargenau dem gleichen Line-Up eingezimmert wurde, kann man wohl erwarten, dass da ein richtiges Schmuckstück auf einen zukommt.

Und man ist neugierig, ob sich die Jungs mit dieser neuen Scheibe wieder mal zu neuen musikalischen Ufern aufmachen, wie es in der Vergangenheit so gern getan haben, womit sie allerdings auch den ein oder anderen Fan aus den „Tales From The 1000 Lakes“-Zeiten vergrault haben.

Eines sei vorweg jedoch gesagt: „Silent Waters“ erobert die Herzen der Hörer nicht gleich mit dem ersten Durchlauf im Sturm, diese Scheibe braucht seine Zeit, bis sie sich dem Hörer in ihrer ganzen, wunderbaren Schönheit vollends entfaltet. Der Einstieg in das Album fällt mit „Weaving The Incantation“ recht heftig aus. Unheilvoll klingende Gitarrenwände zusammen mit den Keys und Tomi´s heftiger Stimme münden…nein, noch nicht in den „Black River“, aber in den Amorphis-typischen Refrain.

Aber danach wird´s ruhiger, denn Tomi zeigt die Variabilität in seiner Stimme. Heftiger und sehr starker Einstieg in das Album. Mit dem flotten „A Servant“ geht´s weiter. „A Servant“ schlägt in die gleiche Kerbe wie das geniale, weil auch derbe „Perkele (The God Of Fire)“ vom Vorgängeralbum. Doch Amorphis haben sich weiter entwickelt, und so gibt es hier wunderschöne ruhigere Parts, in denen Tomi als Kontrast zu den Growlparts seinen Cleangesang präsentiert.

Das Titelstück „Silent Waters“ dürfte dem ein oder anderen von euch schon bekannt sein: Wenn nicht von Wacken, wo die Jungs es gespielt haben, dann vielleicht aus unseren News, wo der Link zu dem Video angegeben ist. Hier singt Tomi ganz ruhig, was zusammen mit den Instrumenten eine kleine Oase zum Träumen ergibt. Dennoch ist auch dieser Song höchst emotionsbeladen, denkt also nicht, dass hier eine seichte Stelle im Gesamtkonstrukt auszumachen ist. Vielmehr ist dies eins der höchst emotionalen, weil melancholischen Stücke. Schaut euch das Video dazu an, dann wisst ihr, was ich damit meine…

„Towards And Against“ dagegen ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die Drums klingen ein bisschen künstlich. Nun ja, aber wenn fernab dieses Kritikpunktes wird es mit dem Cleangesang wieder typisch Amorphis. Dieses Stück fällt gegenüber den anders überirdisch genialen Stücken ein wenig ab.

Für den etwas schwächelnden Vorgänger entschädigt dann das richtig mächtige Midtempo-Stück „I Am Of Crimson Blood“, was von dem ersten bis zum letzten Ton einfach nur so verdammt genial gemacht ist, dass ich fast keine Worte mehr dafür finde. Man fühlt sich stellenweise gar direkt zurückversetzt in die großartige „Black Winter Day“-Zeit … Diese Melodien sind einfach Amorphis-typisch genial. Dazu kommt Tomi´s cleaner Gesang, der im Refrain dann ein wenig kräftiger wird.

In „Her Alone“ ist ein weiterer …man möchte fast sagen: Melancholie-Schmachtfetzen vor dem Herrn. Kitschig in keinster Weise, aber eben voll der Amorphis-typischen Art, traurige Gefühle auszudrücken. Die Frauenstimme gegen Ende setzt noch das I-Tüpfelchen oben drauf und unterm Strich ist dies ein weiteres ultrastarkes Stück.

In dem folkig angehauchten „Enigma“ spielt die akustische Gitarre die Hauptrolle. Eine kleine Verweilpause in dem Strudel der großen Gefühle auf diesem Album, denn schon folgt mit „Shaman“ ein urtypischer Amorphis-Song, den ich nimmer mehr missen möchte. Dieses Stück ist es auch, welches wieder eine kleine Brücke Richtung „Tales…“-Zeiten schlägt. Sprich, hier geht es wieder ein klein wenig flotter und ein bissel härter zur Sache. Die Melodieführung treibt einem glatt die Freudentränen ins Gesicht.

„The White Swan“ stellt noch eine Steigerung dar, wenn dies denn dann überhaupt noch möglich ist. Man kann sagen, dass alle Songs einem Konzept gleich unwiderruflich auf diesen einen Höhepunkt des Albums hinzu steuern. Hier growlt Tomi dann im Refrain auch wieder, was einen erstklassigen Kontrast ergibt zu Tomi´s cleanem Gesang in den Strophen. Hier bin selbst ich sprachlos, denn dieser Song verkörpert einfach alles, was den Fan dazu bringt, Amorphis einfach nur zu lieben.

Unvermeidlich wie der letzte Atemzug kommt er leider dann doch, der letzte Song in Form von „Black River“, den man fast als Epilog bezeichnen könnte. Eingangs flüstert Tomi fast. Später zeigt er wieder seine erstklassige Cleanstimme. Wunderschöne, unendlich melancholische Melodiebögen spielen hier eine große Rolle. Und die sind es dann auch, die diese ganz gewisse Stimmung erzeugen. Ich erinnere mich an Sentenced´s „End Of The Road“, welches auch dieses unendlich melancholische Feeling heraufbeschwört und mich ebenso wie auch das Werk von Amorphis vollkommen gefangen nahm. Welch ein Abschluss dieses Hammeralbums! Grandios!!!

Amorphis haben die Kalevala so derart fantastisch umgesetzt, dass selbst die alten Verfasser des finnischen Nationalepos vor Freude von ihren Hockern gekippt wären. Denn alles, worum es in der Kalevala geht, nämlich Emotionen, Glaube, den Tod, all dies haben die Jungs in absolut beeindruckend perfekter Weise in ihre Musik gepackt. Und so kann man ohne zu übertreiben behaupten, dass Amorphis mit „Silent Waters“ auf ihrem musikalischen Höhepunkt angekommen sind. Trotz des kleinen Durchhängers gehört dieses Album zu den ganz großen, ganz wichtigen Alben des Jahres 2007.

Fazit: Die Finnen haben mit „Silent Waters“ endgültig zu ihren alten Stärken zurückgefunden. Dieses Album strahlt nach der Zeit seiner Entfaltung eine nahezu unbeschreibliche Schönheit aus, die den Hörer zum einen mit aufgewühlten Gefühlen und zum anderen in höchstem Maße begeistert zurücklässt. DAS Album des Melancholic Metal des Jahres 2007!

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