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Amorphis: Circle

Kann nicht restlos überzeugen
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Metal
Spielzeit: 46:23
Release: 19.04.2013
Label: Nuclear Blast

Vier Alben haben Amorphis bis dato mit Rastaman Tomi Joutsen aufgenommen und spielen seitdem konstant im selben Line-up. Einhergehend damit produzierte man die letzten Werke auch selbst (mit Unterstützung von Nightwish-Bassist und -Co-Sänger Marco Hietala). Natürlich haben die Finnen seit Jahren ihren Sound etabliert, sind unverkennbar und lieferten stets solide bis sehr gute Platten ab – wobei so manchem Kritiker in der letzten Zeit unangenehm aufstieß, dass wenig bis gar keine Veränderungen stattgefunden haben und keine wirklich neuen, innovativen Impulse auszumachen waren. So stark die Songwriting-Fähigkeiten der Jungs auch grundsätzlich sind, so fehlte hier und da doch der Mut, mal ein bisschen was tatsächlich Neues auszuprobieren.

Mit der neuen Langrille „Circle“ will man nun einen Schritt in diese Richtung unternehmen. Bemerkenswert ist schon mal, dass in lyrischer Hinsicht nicht das finnische Nationalepos Kalevala zugrunde liegt, sondern eine eigene Geschichte, in der es grob gesagt ums Überleben geht – zumindest die Tradition der Konzeptalben wird also fortgeführt. Musikalisch gesehen wurden jedoch ebenfalls Änderungen angekündigt: „Circle“ sollte wieder deutlich härter werden und um dies zu bewerkstelligen und frischen Wind zu bringen, holte man sich Hypocrisy-/Pain-Mastermind Peter Tägtgren ins Studio, der bekanntermaßen bereits für zahlreiche namhafte Metalacts hinter dem Mischpult saß.

Tatsächlich wird von der ersten Sekunde des Openers „Shades Of Gray“ deutlich, dass die Gitarren viel mehr als zuletzt im Vordergrund stehen, teilweise in bester Hypocrisy-Manier sägen und eine massive Wand bilden. Das Riffing ist ordentlich heavy, Tomi Joutsen beginnt den Song kompromisslos mit Growling und die Double-Bass trägt ebenfalls zum erhöhten Härtegrad bei – die bei vielen Bands so häufig überstrapazierte Aussage „Das Album ist viel härter als die Vorgänger“ erweist sich also in diesem Fall nicht als heiße Luft. Erst im Chorus löst sich das Ganze in einem Amorphis-typischen Refrain auf; insgesamt ein solider Auftakt.

Recht heftig geht es auch bei „Nightbird’s Song“ zur Sache, das zum Teil einen schwarzmetallischen Touch versehen bekommen hat, und passend dazu krächzt Joutsen in jenem Track auch mehr, als dass er growlt. Das Stück dient als gutes Beispiel dafür, dass Amorphis teilweise den Versuch unternehmen, sich anderen Sounds zu öffnen, zumal trotz Black-Metal-Anspielungen immer noch Platz für das melodische Element bleibt und sogar sehr clever eingewoben eine auflockernde Flötenpassage integriert wurde. Ebenfalls einigermaßen hart ist auch die vorletzte Nummer „Enchanted By The Moon“ geworden, die zwischen bedrohlichen Klängen in schleppenden und melodischeren in mittleren Temporegionen pendelt, der aber die ganze Zeit ein epischer und vor allem düsterer Charakter innewohnt.

Überzeugen kann ebenso die bereits vorab bekannte Single „Hopeless Days“, die gleichermaßen zu den härteren Stücken auf „Circle“ gehört (obwohl dort keine Growls zu hören sind) – zumindest beeindruckt das mächtige Mainriff, das sich als genauso simpel wie effizient erweist; in der zurückhaltenderen Strophe werden die melancholischen Gesangslinien von hübschem Pianospiel umrahmt.  

Was die wiedergewonnene Härte angeht, macht das Sextett demnach vieles richtig, doch auch wenn es grundsätzlich begrüßenswert ist, sich wenigstens ein bisschen an ein paar „Experimenten“ zu wagen und die Strukturen der letzten Alben etwas zu verändern, schafft die Platte es nicht, an ihren Vorgängern qualitativ vorbeizuziehen. Dazu sind die Refrains von „The Wanderer“ und „Narrowpath“ einfach zu austauschbar, schlicht langweilig und wie schon x-mal zuvor gehört. Auch das finale „A New Day“ beinhaltet zu viel Standardware, so nett die Idee mit dem relaxten Saxophon am Ende auch sein mag. Immerhin „Into The Abyss“ kann mit den eingängigen Gitarrenläufen noch auf der positiven Seite verbucht werden, und auch „Mission“ weiß mit seiner straight forward marschierenden Art ganz gut zu gefallen.        

Alles in allem ist „Circle“ ein hörenswertes Album geworden, das aber keineswegs restlos überzeugen kann. Die Neuerungen vermögen Füllmaterial wie die erwähnten Tracks „The Wanderer“ und „Narrowpath“ nicht zu kaschieren. Aber damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Finnen haben es songschreiberisch trotz allem immer noch drauf und verstehen es nach wie vor, sich wunderschöne Melodien aus dem Ärmel zu schütteln. Und doch fehlt summa summarum das gewisse Etwas. Des Weiteren ist die Produktion, bei allem Verständnis für mehr Härte, viel zu laut geraten – „Death Magnetic“ lässt grüßen. Dass in einer Metalband die Klampfen dominieren sollten, versteht sich von selbst, doch wenn die Gitarren alles andere nahezu erschlagen, fehlt die Verhältnismäßigkeit. Mal ganz abgesehen davon, dass dieses ewige Komprimieren zu Lasten von Dynamik und Seele geht.

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