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Amon Amarth: Twilight Of The Thunder God

The same procedure as with every release...
Wertung: 6.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 43:41
Release: 19.09.2008
Label: Metal Blade

Diese Band bedarf keiner besonderen Vorstellung. Amon Amarth haben in den letzten Jahren ungeahnte Popularitätswerte erreicht und sind mittlerweile jedem Headbanger ein Begriff. Und das obwohl, oder gerade weil sie sich konsequent jeglichen Stilbrüchen verweigern und stur ihre Marschroute beibehalten. Ihr „Viking Metal“ hat inzwischen sogar einem ganzen Genre einem Namen gegeben. Das siebte Studioalbum „Twillight Of The Thunder God“ wird diesen Siegeszug sicherlich fortsetzen, das kann man jetzt schon behaupten.

Bei Amon Amarth entschieden immer kleine Faktoren über die Qualität ihrer Alben. Nach dem etwas schwachen „Fate Of Norns“ (2004) bündelte die Band zwei Jahre später auf „With Oden On Our Side“ ihre Stärken und hat damit ein absolutes Vorzeigealbum abgeliefert. Wie kann man also zu diesem Kracher einen würdigen Nachfolger schreiben?

Keine Ahnung, aber wenn man sich abermals auf seine Stärken besinnt, ist man auf einem guten Weg. Der Titeltrack wird in einem Tempo aus den Boxen gefeuert, das erstmal sämtliche Zweifel verschwinden lässt. Dabei sollte man beachten, dass jenes „Tempo“ immer im Verhältnis zur Vergangenheit der Band gesehen werden muss. Hochgeschwindigkeitsorgien wie bei z.B. 1349 oder Krisiun darf man natürlich nicht erwarten. Dafür gibt es wieder mal eine absolute Ohrwurmmelodie und nackenspaltende Riffs auf die Lauscher und man muss kein Prophet sein, um den künftigen Opener für die anstehenden Konzerte vorhersagen zu können. Direkt danach würde sich übrigens der Mid-Tempo Groover „Free Will Sacrifice“ anbieten – ein Song, wie ihn wohl nur Amon Amarth schreiben können.

Alles wie immer also? Im Prinzip schon, denn Innovationen sind auch auf Studioalbum Nummer 7 spärlich gesät. Eine davon ist sicherlich der Auftritt von Apocalyptica bei „Live For The Kill“, der sich gut in das Gesamtbild einfügt und die ansonsten unspektakuläre Nummer gehörig aufwertet. Ein wenig Variation an der Gitarrenfront bietet auch das Staccato-Riffing bei der Schlachthymne „Tattered Banners And Bloody Flags“. Durch den stampfenden Rhythmus und die dezenten Hörner im Hintergrund wirkt dieses Lied epischer als vieles, was die Band vorher auf ihre Platten gebannt hat.

„Warum gibt es also so wenig Punkte?“, werden sich die Fans also fragen und schon ihre Äxte schärfen. Nun, es fehlt einfach das gewisse Etwas und das lässt viele Songs einfach an einem vorbei rauschen. Niemand erwartet bei Amon Amarth progressive Kost, aber nachdem der Vorgänger nahezu in jedem Song magische Momente bieten konnte (man erinnere sich nur an die Gänsehautmelodie bei „Hermod's Ride To Hel“), scheint bei „Twilight Of The Thunder God“ vieles auf Sparflamme zu laufen. „Guardians Of Asgaard“, „The Hero“ und all die anderen Nummern sind so dermaßen bei sich selbst geklaut, dass es nicht mehr feierlich ist und dass das Drumming nur leicht im Tempo zu variieren scheint, trägt noch weiter dazu bei. Lediglich beim Abschluss „Embrace The Endless Ocean“ hat sich die Band offensichtlich bemüht, einen würdigen Nachfolger für „Under A Northern Star“ zu schreiben. Atmosphärisch ist ihr das gut gelungen.

Metal Blade haben sich im Übrigen wieder nicht lumpen lassen und der Veröffentlichung eine extrem aufwendige Verpackung spendiert. Darüber hinaus gibt es noch eine Live DVD vom Summer Breeze 2007 und (in der extra limitierten Fassung) die jetzt schon berühmt-berüchtigten „Amon Amarth Booble-Heads“ über deren Sinn man sich natürlich streiten kann.

Fazit: Reviews von Amon Amarth sind eigentlich überflüssig, denn jeder weiß, was er bekommt. Die Schweden werden den Teufel tun und ihren erfolgreichen Stil verändern, der ihnen ja auch offensichtlich viel Spaß macht. Es lässt sich jedoch nicht verleugnen, dass sich die Routine bei den Wikingern eingeschlichen hat. Beinharte Viking Metal Fanatics greifen natürlich zu, addieren zu der Bewertung noch flugs 1,5 bis 2 Punkte dazu und segeln mit ihrem Drachenboot zum nächsten Konzert. Allen anderen sei der Vorgänger und das exzellente Frühwerk „The Crusher“ ans Herz gelegt.

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