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American Football: American Football (LP3)

Spannende Gastbeiträge auf einer insgesamt fast zu ruhigen Platte
Wertung: 7/10
Genre: Indie Rock, Emo, Alternative Rock
Spielzeit: 47:13
Release: 22.03.2019
Label: Big Scary Monsters

American Football sind schon eine Kategorie für sich. Nicht nur, dass die Band knapp nach Release des Erstlings „American Football“ einen Schlussstrich zog, ganze 14 Jahre später schafften die Amis es dann doch noch mal, sich in alter Besetzung neu zu formieren, das neue Album „American Football (LP2)“ benötigte dann bis zur Veröffentlichung noch mal zwei Jahre. Dass auch das aktuelle dritte Album denselben Namen trägt wie die Vorgängeralben – und die Band selbst – ist womöglich einer gewollten Kontinuität geschuldet, vielleicht sind die vier Herrschaften aus Illinois aber auch einfach wahnsinnig denkfaule Gesellen.

Auch im Rahmenprogramm der neuen Scheibe hat sich gar nicht so viel geändert, denn mit Jason Cupp holte man sich nicht nur denselben Produzenten ins Boot wie zu „LP2“-Zeiten, es wurde auch im selben Studio in Nebraska aufgenommen. Eine Neuerung gibt es dann aber doch: American Football holten sich tatkräftige weibliche Gesangesunterstützung, dazu aber gleich mehr.

Für aufgeregte Gemüter ist „American Football (LP3)“ erst mal nichts; obwohl – zum Beruhigen taugt die Platte schon über weite Strecken, Ecken und Kanten sucht man mit der Lupe, findet dann höchstens in den ausufernden Instrumentalparts von „Doom In Full Bloom“ aufreibendere Phasen, ansonsten zeigt sich die Mannschaft recht handzahm, Sänger Mike Kinsella mit seiner größtenteils eher ruhigen, unaufgeregten Stimme tut da sein Übriges. So kann man die Musik durchaus genießen, der Blutdruck steigt da aber eher nicht. Es sei denn, die stoische Ruhe der Scheibe nervt den Hörer irgendwann doch mal.

Entsprechend kann man vor allem bei den gefeaturten Songs aufhorchen: Kommt „Every Way To Ever Rise“ mit der Land Of Talk-Sängerin Elizabeth Powell noch etwas arg esoterisch, und mit den extra für sie geschriebenen französischen Passagen auch etwas holprig daher, so kann schon das titelmäßig an Pink Floyd erinnernde „Uncomfortably Numb“ mit Paramore-Sängerin Hayley Williams deutlich mehr überzeugen. Dezent setzt die Dame ihre warme Stimme als Kontrast zum AF-Sänger ein, dazu perlende Gitarren, fertig ist eigentlich ein richtiger Frühlingssong, der textlich aber so gar nichts mit der schönen Jahreszeit zu tun hat.

Shoegazerin Rachel Goswell hat sich dann für das eingangs wahnsinnig entnervende „I Can‘t Hear You“ einspannen lassen, das Gott sei Dank recht schnell das unsägliche Intro hinter sich und sogar richtig Dynamik aufkommen lässt, haucht doch Rachel hier immer wieder elfenhaft hintergründig ins Mikro, während sich Mike anscheinend angespornt sieht, mal ein bisschen mehr aus den Puschen zu kommen.

Ja, „American Football“ kann man gut als Hintergrundmusik laufen lassen. Das ist aber keineswegs der mangelnden Qualität der Songs geschuldet, sondern eher dem Grundfeeling, das vor allem die perlenden Samples und Gitarren immer wieder ausströmen: Ruhe, Gelassenheit, fast so etwas wie Entrücktheit. Fokussiert man seine Konzentration dann dauerhaft auf die Songs, wird man eher unruhig: Man wartet auf gelegentliche Ausraster, die musikalisch angedeutet werden, aber nichts passiert. Zudem, seien wir mal ehrlich: Sänger Mike bewegt sich stimmlich auch mal gerne eine halbe Oktave über der üblichen Wohlfühlzone. Beileibe keine schlechte Platte, aber die berühmte Geschmackssache klopft hier recht deutlich an.

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