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Amduscia: Death, Thou Shalt Die

Industrial meets Techno
Wertung: 7.5/10
Genre: Industrial / Electronic
Spielzeit: 72:14
Release: 02.12.2011
Label: Out Of Line

Die Veröffentlichung des vierten Albums von Amduscia stand unter wahrlich keinem guten Stern. Einer der beiden Köpfe des Projekts, Edgar Acevedo, verstarb im März 2010. Daraufhin war lange nicht klar, ob die CD, die zu diesem Zeitpunkt schon weit vorangeschritten war, überhaupt jemals fertig produziert werden sollte. Nach langen Überlegungen entschied Polo Acevedo, das Album im Alleingang fertig zu stellen.

Herausgekommen ist ein Clubstampfer martialischen Ausmaßes. Das Teil hämmert dermaßen brachial los, dass einem jeden Fan dieser Musikrichtung das Herz höher schlagen muss. Aber eines nach dem anderen.  Bereits der Opener „Damn Punks“ zeigt den Weg auf. Surreale Klangwelten treffen auf bösartige Beats und einen fiesen, vom Techno nicht unbeeinflussten Sound. Auch hier, beim ersten Song, stellt sich schon der brutale Bass ein. Zwangsweise muss man diese Art von Musik laut hören, denn leise klingt solch ein Sound eher bescheiden. Er ist also perfekt, um Nachbarn zu quälen. Grundlegend ähneln sich die ersten paar Songs in Struktur und auch im Härtegrad. Unterschiedliche Sequenzer-Inlays und Synthie-Effekte verschaffen den Stücken unterschiedliche Klangwelten, verbauen den Liedern nie den Weg zu ihrer Bestimmung, der Tanzbarkeit.

Erst bei „R.I.P.“ wird der Sound dann ruhiger. Der brachiale Stampfsound verwandelt sich in einen fiesen, bösartigen Klang, der einen erschauern lässt. Die Nummer bleibt auf der Scheibe aber eine Ausnahme. Sofort mit „Creepy Life“ bricht der Leibhaftige wieder zum wilden Tanz los. Mit Ausnahme der eben erwähnten Nummer herrscht bei allen Liedern auf der Scheibe eine klare Rangfolge. An allererster Stelle kommen die Bassfrequenzen, denn darauf baut die komplette Musik auf. Erst dann kommen Gesang und die melodietragenden Parts. Das betont nochmals die Ausrichtung der Musik von Amduscia. Die Tanzbarkeit der Musik steht an allererster Stelle. Alles andere kommt erst relativ viel später. Die Texte sind zwar nicht sonderlich präsent, sparen dafür aber nicht an Kraftausdrücken, die aber eher kindisch und unangebracht wirken. Wenn man hier etwas subtiler vorgegangen wäre, dann würden die Lieder deutlich reifer wirken.

„Death, Thou Shalt Die“ ist eine perfekte Scheibe, um im Club richtig abzutanzen. Ob man die Mucke auch zu Hause auf der Wohnzimmercouch genießen kann, mag bezweifelt werden. Man braucht schon eine gewisse Grundlautstärke, bis der Sound seine Wirkung entfalten kann. Nichtsdestotrotz bleibt die Scheibe ein beeindruckendes Werk elektronischer Kunst, das zwar manchmal ein bisschen monoton und gestreckt wirkt, aber dafür extrem tanzbar ist. „Death, Thou Shalt Die“ ist ein gelungenes, vielleicht letztes Statement von Amduscia, das im Plattenschrank des geneigten Hörers durchaus seinen Platz finden sollte.

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