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Amberian Dawn: The Clouds Of Northland Thunder

Keine Steigerung zum Debüt
Wertung: 7/10
Genre: Symphonic Melodic Metal
Spielzeit: 47:05
Release: 24.07.2009
Label: Ascendance Records

Erst letztes Jahr beglückten uns die Finnen mit ihrem Debüt. Zwar hatten sie lediglich 36 Minuten im Gepäck, aber das Material konnte zumindest zum Teil für viel Freude sorgen. Anno 2009 steht nun mit „The Clouds Of Northland Thunder“ das zweite Stück Symphonic Metal in den Startlöchern.

Man hat sich nur bedingt musikalisch weiterentwickelt. Man frönt weiterhin dem recht zügigen Metal mit weiblicher Sopranstimme. Oftmals ein wenig zu zügig, so dass es etwas gehetzt wirkt. Nightwish aus ihren Anfangstagen seien hier speziell genannt, auch wenn Heidi mit ihrem sehr schönen Organ doch noch recht weit von Tarja entfernt ist, da die Ex-Nightwish-Fronterin mehr Emotionen in ihren Gesang zu legen vermag.

„He Sleeps In A Grove“ beginnt wie auch schon beim Opener recht stark. Eine schöne Gesangsmelodie wird sehr zügig vom Rest der Musik vorangetrieben, allerdings hören sich die Drums teilweise etwas zu synthetisch an. Ich bin mir wahrlich nicht sicher, ob Schlagwerker Joonas Pykälä-Aho das wirklich so haben wollte. Heidi brilliert wie gewohnt und sorgt eigentlich für das gewisse Etwas bei Amberian Dawn.

Die tollen Gitarren bei „Incubus“ setzen sich leider nicht im gesamten Song durch, da hätte ich mir mehr Parts wie zu Beginn des Songs gewünscht. Ansonsten gibt man wie gewohnt Gas und brettert durch die Strophen und Refrains. Diesmal gibt es sogar männliche Vocals als Kontrast zur Sängerin. Nicht schlecht, aber zu unspektakulär, hier hätte eine etwas krassere Vokalisierung deutlich mehr Reize versprüht.

„Kokko – Eagle Of Fire“ ist dann so etwas wie das Downlight des Albums, da dieser Song zu seicht und irgendwie musikalisch recht unaufdringlich instrumentiert wurde. Die Keyboards begleiten das etwas gelangweilte, vielleicht auf die Charts ausgelegte Gitarrenspiel. Während man das Tempo herunter geschraubt hat, hat man irgendwie auch den Härtefaktor zerschlagen. Das Gitarrensolo ist zwar gelungen, passt aber nicht mehr in den Song, da die Gitarre nur zu diesem Zeitpunkt weiter im Vordergrund agiert.

„Willow Of Tears“ ist so etwas wie die watteweiche Ballade des Albums. Sehr schön, wie hier Heidis Stimme alle Reize des Songs auslotet. Im Hintergrund wird nur verhalten musiziert und nur die Drums stechen etwas hervor. Eine sehr sanfte Gefühlsattacke, welche mit einem mehr als gelungenen Gitarrensolo zusätzlich bereichert wird. Einen etwas griffigeren Refrain hätte ich mir aber dennoch gewünscht.

„Shallow Waters“ zieht dann das Tempo wieder an. Trotzdem fehlt irgendwo eine höhere Verbindlichkeit in den Kompositionen. Es reicht nicht, technisch gute Gitarren wie die von Kasperi Heikkinen und Emil Pohjalainen darzubieten, welche interessanter Weise auch ab und zu Hilfe vom Keyboarder Tuomas Seppälä erhalten, der dann auch die Saiten strapaziert. Mehr Augenmerk in catchige Refrains, wie es Tarja vormacht, würde die Band sicher deutlich voranbringen. Beim Debüt haben sie dafür mit „Valkyries“ doch ein tolles Beispiel gegeben.

„Lost Soul“ lebt wieder einmal allein von der Vocalline. Die Instrumentierung im Hintergrund könnte man auch durch andere ersetzen, wenn der Takt halbwegs stimmt. Das Keyboardsolo verstärkt zwar den symphonischen Charakter, weiß aber nicht wirklich zu überzeugen. Recht schwach.

„Sons Of Seven Stars“ klingt wie schon so viele vorherigen Songs recht gut, aber zu wenig einprägend. Schöne Melodien, die sich wirklich als gute Hintergrundmusik eignen, viel mehr nicht. Das Gedächtniszentrum wird nicht wirklich stimuliert. Der kräftigere Instrumentalpart kurz vor dem obligatorischen Gitarrensolo klingt, als sei er künstlich implementiert.
„Saga“ kann da schon etwas mehr punkten. Gut auf den Punkt gebracht, macht der Song deutlich mehr Spaß. Der etwas klassischere Aufbau der Musik gefällt. Auch wenn die Rhythmussektion, bestehend aus Bassist Tommi Kusi und Joonas Pykälä-Aho an den Drums, speziell bei der Doublebassdrum-Action etwas sparsamer hätten umgehen können.

„Snowmaiden“ weiß dann auch noch mal, Akzente zu setzen, da sich die Sopranstimme von Heidi Parviainen noch deutlicher entfalten kann. Recht ungehetzt, trotz der Doublebassdrum, setzt sie ihren Weg fort und weiß zu überzeugen.
„Lionheart“ ist trotz angezogener Power wieder deutlich schwächer. Man hetzt quasi durch die Strophen und setzt zuwenig Akzente.

Den Paukenschlag am Ende der CD weiß dann aber leider auch „Morning Star“ nicht zu setzen. Der Song fließt trotz einiger positiver Fragmente recht deutlich am Erinnerungszentrum vorbei.
Dafür gibt es dann aber mit „Birth Of Harp“ noch einen gefühlvollen Schmachtfetzen, der wirklich zu überzeugen weiß. Nicht der kraftvolle Abschluss, sondern eher der traurig verträumte Dahinschmelzer, der das Album mit positiven Gefühlen beschließt. 

Fazit: Keine Steigerung zum Debüt, aber auch keine viel schwächere Scheibe. Mit immerhin 47 Minuten Spielzeit nun auch zumindest im halbwegs akzeptablen Bereich angekommen. Trotzdem bleibt festzuhalten: Eine mittelmäßige Stimme am Mikro und die Band würde keinerlei Beachtung finden, denn dafür sind die Kompositionen einfach zu dünn. Textlich befasst man sich mit Sagen und Geschichten aus der vornehmlich skandinavischen Welt. Nicht uninteressant, aber es fehlen die Hits, die sich tief ins Gedächtnis einbrennen.

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