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Amatris: Imprisoned

Weiß die Hörer für sich zu gewinnen
Wertung: 7/10
Genre: Gothic Metal / Gothic Rock
Spielzeit: 53:27
Release: 18.05.2007
Label: twilight

Mit “Imprisoned“ liegt er nun vor, der offiziell zweite Longplayer der deutschen Gothic Metaller von Amatris. Betrachtet man allerdings den imposanten Besetzungswechsel in der Zeit von 2003 bis 2006 mal etwas genauer, ist es schon erstaunlich, dass mit “Imprisoned“ ein solch homogenes und eingespieltes Werk erschien...

Ja, ruhig war es innerhalb der Band in den letzten Jahren wahrlich selten gewesen. Stand bei ihrer Demo-CD “Between Visions And Reality“ im Jahre 2003 noch ein sattelfestes Line-Up hinter Gründungsmitglied und Sänger Helge Barth, so musste bereits beim regulären Debütalbum “Bevore The Final Journey“ im Jahre 2006 auf etliche Gast- und Studiomusiker zurückgegriffen werden.

Doch nun haben sich auch endlich diese Wogen geglättet und mit Janett Baade (Gesang), Lars Woldt (Gitarre) und Wolfgang Schwarz (Gitarre) steht den beiden Amatris - „Urgesteinen“ Helge Barth und Holger Warschkow (Bass) endlich wieder eine komplette Truppe zur Verfügung. Zwar musste für die gängige Studioproduktion nach wie vor auf den einen oder anderen Gastmusiker zurückgegriffen werden (z.B. Thomas Schink am Schlagzeug), aber zumindest können sich Amatris endlich wieder - und das ist wohl auch das Wichtigste - als voll funktionierende Band bezeichnen!

Musikalisch ist das Quintett allerdings nach wie vor ihrer Linie aus donnerndem Gothic Metal mit elegischen Rockpassagen treu geblieben. Janett´s helle Gesangsstimme harmoniert hier insbesondere bei den englischsprachigen Songs sehr gut mit den dominant-tiefen Growls von Helge. Entsprechend sind nahezu alle Tracks auf “Imprisoned“ als eine Art „Duett“ aufgebaut worden. So gibt Janett zumeist mit ihrer engelsgleichen Stimme sozusagen die „zuversichtlichen und hoffnungsvollen“ Passagen der Kompositionen von Barth/Warschkow wieder, während Helge selbst in die Rolle des „dunklen Gegenstücks“ schlüpft und diese auch beachtlich auszuleben weiß durch sein mannigfaltiges Repertoire an Growls und Screams, wie aber auch relativ cleanen Vocals.

Neu ist allerdings auf “Imprisoned“, dass Amatris nun auch musikalische Anleihen des Death- und Doom-Metal Genres in ihre endzeitlichen Klänge einbetten. Allerdings lautete hier richtigerweise die Devise: „Weniger ist oftmals mehr...“. Entsprechend hielt sich Amatris mit allzu drastischen Experimenten dann doch zurück und setzt nach wie vor mehr auf melodische Klangstrukturen. Dennoch ist es aber durchaus ein schönes Wechselbad an Gefühlen, das den aufmerksamen Zuhörer ereilt, wenn so monumentale Titel (die im Schnitt zwischen einer Laufzeit von 6 bis 10 Minuten pendeln) wie “Veiled“, “The Wastland of my belief“ und “Trail“ aus den Lautsprecherboxen erklingen... Also durchaus eine Melange, die auch in Zukunft sehr vielversprechend ist!

Zwischendurch lassen es Amatris aber auch mal etwas ruhiger auf den einzelnen Stücken von “Imprisoned“ angehen und präsentieren neben voluminösen Doublebass-läufen auch zarte Piano- und Streicherarrangements. Womit ich allerdings dann doch ein wenig meine Probleme auf “Imprisoned“ hatte, waren die deutschsprachigen Darbietungen (namentlich “Geformte Träume“ und “Wenn die Welt verstummt“). Zu sehr bemüht klingen hier die Gesangsdarbietungen von Janett und Helge, weswegen sie sich nur sehr schwer Gehör verschaffen können. Aber auch atmosphärisch hinken diese beiden Exponate deutlich ihren „englischsprachigen Kollegen“ hinterher. Schade. “The Last Walk“ bleibt zwar im Gesamtvergleich auch ein wenig blass, was aber durch die urgewaltigen Melodic Metal - Kracher “Broken Chains“ und “Doomed“ locker wieder wettgemacht wird.

Fazit: Amatris haben sich auf “Imprisoned“ wirklich eindrucksvoll als kollektive Band zurückgemeldet. Das Album selbst überzeugt nicht nur durch seinen kraftvollen Ablauf, sondern auch durch seine stimmungsvolle Abwechslung.

Wer also insbesondere Szene-Acts wie Crematory und Advocatus Diaboli bevorzugt, kann bei “Imprisoned“ bedenkenlos zuschlagen. Aber auch die Befürworter der musikalisch deutlich (noch) härteren Gangart können den neusten Output von Amatris sicherlich für sich gewinnen...

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