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Amaranthe: The Nexus

Come on Barbie, let's go party!
Wertung: 3/10
Genre: Pop Metal / Melodic Death Metal / Metalcore / New Metal
Spielzeit: 42:18
Release: 22.03.2013
Label: Spinefarm Records / Universal

Hat man die neue Amaranthe zum ersten Mal in den Händen, so wird man mit einem ziemlich nichtssagenden Cover konfrontiert. Ein Bandfoto wurde kurzerhand farblich abgewandelt und auf die Frontseite gepackt. Das ist allerdings erst der Anfang der Geschichte.

Ist die Scheibe erst mal im Schacht, wird der Hörer mit Melo-Death-Metal konfrontiert: Flott, modern und keyboardlastig klingen die ersten Töne von „Afterlife“. Spätestens jedoch, wenn der Gesang einsetzt, muss jedem Metalfan zwangsläufig das Herz bluten. Der Sound der Scheibe ist so unecht, so künstlich, so tot gemischt, so elend Plastik! Es ist unbegreiflich, wie man als Tontechniker so etwas verbrechen kann; wer so einen Sound verbricht, der betoniert auch Flussläufe aus und asphaltiert Biotope (treffender Vergleich - Anm. d. Red.). Ein Klang wird nicht besser, wenn man immer noch mehr komprimiert, noch mehr Multieffekte durchschleift und jeden noch so kleinen Fehler wegbügelt. Die Scheibe klingt super sauber, super Stereo, super druckvoll und super tot.

Zeit, sich einmal kurz der Band zu widmen. Hier sind wir nun endgültig an der Kotzgrenze angelangt. Wie die Schweden zusammengefunden haben, ist irrelevant. Allerdings könnte keine Castingshow der Welt eine schillerndere „Band“ zusammencasten. Es ist für jeden Geschmack ein Typ in der Band. Es gibt die hübsche Püppchen-Sängerin, den unnahbaren, düsteren Growler, den freundlicheren Frauenversteher, Power Metaller und so weiter. Der Fokus liegt dabei auch noch viel zu sehr auf Sängerin Elize. Die Gitarren wurden ebenso wie die Drums gleich mal völlig mundtot gemischt und sämtliche Zähne wurden den Instrumenten auch gleich ausgeschlagen, damit nur keine Songs mit Biss entstehen können.

Ja, Songs. Die gibt es natürlich auch. Es wurde peinlichst genau darauf geachtet, dass nur kein Lied über vier Minuten dauert (Ausnahmen sind jeweils mit wenigen Sekunden über vier Minuten „Burn With Me“, „Mechanical Illusion“ und „Transhuman“). Die Songstrukturen folgen eigentlich immer dem gleichen Schema und die Hooklines sind mit minimalen Modifikationen unter den einzelnen Liedern einfach auszutauschen - so schreibt man wirklich keine Metal Geschichte.  

Es ist völlig egal, an welcher Stelle der Hörer in das Album einsteigt, denn die Stücke sind untereinander alle völlig austauschbar, bis auf zwei Ausnahmen: „Burn With Me“ und „Infinity“ stechen durch ihren Pseudo-Powerballaden-Charakter noch einmal extra heraus. Als Anspieltipps können am ehesten „Afterlife“ und „The Nexus“ herangezogen werden, weil die beiden Songs noch das größte musikalische Spektrum bieten.

Es bleibt die Frage, was sich die Band und vor allem der Produzent gedacht haben, als sie dieses Frankensteinsche Monster aus so vielen unterschiedlichen Stilen generiert haben. Metal lebt doch von seinen Emotionen und den Charakteren hinter der Musik. Beides ist hier nur noch als grauer Schleier zu erahnen.

Wer die letzte „The Dome“ toll findet und wer etwas braucht, um die heimische Stereoanlage einmal wirklich an die Grenzen zu bringen, der kann hier zuschlagen. Fans emotionaler und technischer Musik mit Einfallsreichtum und Fantasie sollten die Finger lieber gleich ganz weglassen. Auf einer Party mit genug Bier im Kopf kann man aber bestimmt gut mitgrölen.

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