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Always - A Millenium Tribute To Bon Jovi

Eine interessante Compilation
Wertung: 99/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 63:59
Release: 16.02.2007
Label: NL Distribution GbR

Eine weitere Tribute-CD dreht sich jetzt in meinem Player. Über den Sinn bzw. Unsinn kann man sich streiten. Ich für meinen Teil halte das eher so: Wenn eine Coverversion, die ziemlich genau nachgespielt wurde, besser als das Original ist, dann kann das Original eigentlich nicht so richtig toll gewesen sein. Wenn man es trotzdem versucht, das Lied „nur“ nachzuspielen, dann ist das Risiko des Scheiterns relativ groß. Wenn man aber den Song so umbaut, dass er fast wie ein eigener klingt, dann wird die Sache erst richtig interessant. Dies wird aber oft als Hochverrat angesehen. Egal, wenn`s gut ist, dann ist`s gut. Außerdem denke ich mir vorm ersten Hören, dass Jon Bon Jovi eigentlich ja auch kein Übersänger ist, deshalb ist diese Geschichte schon spannend.

Los geht`s mit Derrick Lefevre (Lillian Axe), welcher sich an „Living On A Prayer“ versucht. Ja, gelungen nachgespielt, aber der Bon Jovi-Flair ist irgendwo auf der Strecke geblieben. Eigene Interpretationen kann ich hier nicht wirklich ausmachen.

Dann kommt das absolute Highlight dieser Compilation: Jasy Andrews. Der neue Songwriterstar aus Nashville bereitet mir mit ihrer Interpretation von „I`ll Be There For You“ eine Gänsehaut, welche auch beim zigten Durchlauf wiederkehrt. Jasy spielt Klavier und erfüllt den Song in bester Songwriter Manier und ihrer tollen Stimme mit neuem Leben. Ja, hier würde ich fast schon diese Version dem Original vorziehen. Hammermässig, muss man gehört haben, auch wenn hier nichts mehr übrig geblieben ist, was mit Rock zu tun hat.

Danach ist dann Richard Kendrick dran, der schon bei Derrick Lefevre für die Instrumentalisierung gesorgt hat. Hier wagt er sich auch ans Mikro. Eigentlich ist auch hier alles tadellos gut nachgespielt. Die Innovationen halten sich in Grenzen. Aber der Original Flair fehlt. Mmh, Augen geschlossen und überlegt … was hat Jon anders gemacht? CD`s rausgeholt und im Wechsel laufen lassen. Ja, das ist es, bei Jon Bon Jovi hat man permanent das Gefühl, er würde über alle vier Backen grinsen, während er singt. Dieses happy Feeling geht hier verloren. Ich hätte vorher eigentlich nicht gedacht, dass das soviel ausmacht.

Bluesgitarrist Tony Janflone Jr. begibt sich dann in den Westen und schmettert “Wanted Dead Or Alive”. Dies klingt richtig gut. Hier kann man mal alleine am Gitarrensound den Unterschied zwischen Blues und Rock hören. Gelungene Vorstellung, wenngleich Tony`s Stimme etwas rauer klingen könnte. Trotzdem interessant, die einzelnen Verse teilweise etwas anders akzentuiert zu genießen.

Der Fronter der damals in Amerika erfolgreichen Band Warrant gibt sich dann bei „Lay Your Hands On Me“ sein Stelldichein. Jani Lane verpasst es aber, hier positive Akzente zu setzen. Langweilig nachgeahmt ist dann wiederum zu wenig. Die Freude beim Einsingen fehlte wohl komplett. Leider ist aber auch der Sound der Aufnahme nicht so wirklich gut. Keine Ahnung, was da schief gelaufen ist.

„Billy Get Your Guns“ wird dann von der ersten richtigen Band dieses Albums eingespielt: One Bad Son. In Kanada soll die Band wohl sehr angesagt sein. Man macht hier auch sein eigenes akustisches Ding daraus. Hört sich interessant an, trifft aber leider nicht mein Geschmackszentrum.

Dann darf sich Corey Craven an „You Give Love A Bad Name“ vergehen. Eine doch deutliche Tieftonbetonung steht dem Song meines Erachtens nicht wirklich gut. Corey versucht, auch möglichst böse zu klingen. Okay, dies ist eine eigene Interpretation, die bei den Fans der Band sicher Anklang finden wird.

Als nächstes gibt es ein Wiederhören mit dem ex-Mötley Crüe Sänger John Corabi. Der Gesamtsound ist mal wieder richtig mies. Ich meine, es ist klar, dass der Sound bei Compilations schwankt, aber das hier erfüllt in keinster Weise einen digitalen Standard. Da sind unzählige Demos, die für 50 Euro eingespielt wurden, soundtechnisch besser! Aber widmen wir uns der Musik. John singt alles eins zu eins nach, wobei er natürlich nicht mit Jon Bon Jovi`s Stimme gesegnet wurde. Wie auch schon bei der gescheckten Crew stellt sich die Frage, ob er bei dieser Musikrichtung richtig liegt.

Jason Andrews Akustikversion von „Stick To Your Guns“ klingt da nicht nur soundtechnisch hundert mal besser, hier wird er, was die Backgroundvocals angeht, von Jasy Andrews unterstützt, was aber leider nicht die Brillianz ihres „eigenen“ Songs mit sich bringt. Trotzdem eine wirklich gelungene Interpretation.

Dann kommt endlich Jizzy Pearl, der Mann, der mir mit Love/Hate und deren „Blackout In The Redroom“ damals den Verstand geraubt hat. Ich mag seine verrauchte, whiskygetränkte rotzfreche Stimme. Die Dynamik, die der Originalsong hat, wird zwar von den Intrumentenbedienern ein wenig zerstört, aber leider ist der Sound hier auch wieder einmal grottig. Wie mir das CD-Booklet verrät, sind es alle Akteure, welche von Cleopatra Records lizensiert wurden. Bei den Tracks sind auch immer Eric Turner (Gitarre), Jerry Dixon (Bass) und James Kottak (Drums) am Werk. Schade, denn dieser Song hätte bei gutem Sound einen eigenen Flair entwickelt, so ist es eher schwer, das ganze Potenzial abzurufen.

Gott sei Dank bleibt der Sound dann für den Rest der Scheibe auf höherem Niveau. Colie Brice interpretiert dann „Always“ deutlich weinerlicher und mit einigen Mundharmonikaeinsätzen sowie einem nervigen Keyboardgesülze. Mmh, eigene Interpretation, die man nicht wirklich mit dem Original vergleichen kann.

Die punkig angehauchten Rock`n`Roller von The Issues begeben sich dann an „It`s My Life“. Die Stilrichtung der Band kommt auch klar raus. Die Gitarre hat immer wieder etwas sirenenhaftes, was aber erfrischend rüberkommt. Ja, ganz nett, live sicherlich beim richtigen Publikum ein Kracher, wenn ich mir hier aber auch eine deutlich härtere Gesangslinie gewünscht hätte.

Andrew Walker nimmt dann seine Akustikgitarre zur Hand und schmettert „Never Say Goodbye“. Nun gut, kann mich nicht überzeugen und wäre eher etwas für die Castingshows in Deutschland. Zum Finale würde es aber nach meiner Einschätzung nicht reichen.

Zum Abschluss darf dann noch mal Colie Brice ran (warum eigentlich?) und seine Interpretation von „Run Away“ raushauen. Okay, etwas besser als seine „Always“ Interpretation, aber umhauen tut mich das jetzt nicht wirklich.

Fazit: Mit Jasy Andrews hat mich hier eine richtige Überraschung umgehauen. Neben einigen anderen gelungenen Interpretationen findet sich aber auch einiges unterdurchschnittliches. Die krassen Soundprobleme bei den Cleopatra Records Tracks sind schon fast peinlich.

Für Fans von Bon Jovi sicher eine interessante Compilation. Für allgemeine Fans, die die Band mögen, eine gute Sache, um ihren Horizont zu erweitern. Insgesamt ist mir die Scheibe aber ein wenig zu durchwachsen geraten.

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