Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Alter Bridge: Live At Wembley

Alternativloser "Alternative"
Wertung: 9/10
Genre: Rock
Spielzeit: 76:48/ ca. 128:00/ ca. 58:00
Release: 30.03.2012
Label: Soulfood

Was geht da gerade bei den US-Rockern Alter Bridge ab? Drei Jahre nach ihrem DVD-Debut „Live From Amsterdam“ legen sie mit „Live At Wembley“ nicht nur ihre zweite DVD, sondern auch ein wahrhaft hart rockendes Schwergewicht nach. Und wie posaunt es Frontmann Myles zum steil gehenden Publikum hinaus: „Wir haben schon die richtige Wahl getroffen.“ Gemeint ist, dass sich Alter Bridge zu Recht in Wembley haben filmen lassen, denn die Halle ist mit 10.000 Menschen proppevoll, die Stimmung von Anfang an gut und auch perfekt durch die Kamera eingefangen.

Und da sind wir auch schon bei der filmischen Umsetzung, denn der Sound kann kurz und knapp als sehr gut abgefertigt werden. Bei der Umsetzung dieser DVD waren Profis am Werke, was man an der sehr guten Kameraführung und dem immer scharfen Bild leicht festmachen kann. Nicht einmal muss die Kamera neu eingestellt werden, nicht ein einziges Mal muss man sich über einen suchenden Ausschnitt ärgern, wenn der Kameramann irgendwie rumeiert und erst im Nachgang das eigentliche Motiv – meistens sind hier Nachaufnahmen bei Soli gemeint – einfängt. Jammern auf höchstem Niveau bedeutet hier, dass bei ca. Minute 68 einmal der Schwenkarm ins Bild fährt – keine große Sache und nur ein winziger Augenblick, ein vernachlässigbarer Makel in einer fast zwei Stunden langen Show.

An der Show gibt es dann ebenfalls nur sehr wenig zu mäkeln, denn Alter Bridge spielen sich durch ihre drei Alben und dürften sogar mit der Setlist den Geschmack der meisten Fans getroffen haben. Es sind dann aber auch die Kleinigkeiten, die aus einer guten Show etwas Besonderes machen: Da wird der Gitarrentechniker nicht nur lobend erwähnt, sondern er darf dann auch gleich „One Day Remains“ mitzocken, da ist die fein akzentuierte Lasershow, die für reichlich Wechselspiel von Licht und Dunkelheit sorgt, das sind die Kameraeinstellungen hinter dem Schlagzeug, die eindrucksvoll die Tiefe des Konzertraumes wiedergeben und vor allem das Meer aus klatschenden Händen oder Pommesgabeln in rechte Bild rücken.

Aber auch die Band selbst präsentiert sich richtig fit, post für die Fans und nicht für die auf sie gerichtete Kamera, Fronter Myles setzt zum Sprint über die ganze Bühnenbreite an und schafft es bei „I Know It Hurts“ noch rechtzeitig ans Mikrofon, die Ansagen in den Songpausen sind nicht ausufernd, aber pathetisch genug und auch die Mitsingspielchen halten sich in Grenzen (ein paar müssen natürlich sein und werden von den Fans auch sehr begeistert aufgenommen) – immer wieder eindrucksvoll, wie man mit wenigen Handbewegungen tausende Menschen im Griff hat. Immer wieder werden auch portraitnah die Emotionen der Fans eingefangen, die lauthals mitsingend nicht einmal den Stinkefinger ins Bild zeigen, was allerdings auch keine negative Auswirkung auf FSK 0 gehabt hätte.

Klammern wir aber auch nicht die negativen Eindrücke aus. Ein Circle Pit bei Alter Bridge ist jetzt nicht schlimm, wenn auch etwas verwunderlich, schlimmer dagegen ist die modern angehauchte Romantik, wenn hunderte Displays „Watch Over Me“ eigentlich zur Lachnummer machen. Den größten Minuspunkt fährt allerdings Mark Tremonti mit dem Sticker „Support your local Hells Angels“ ein, was ihn zumindest beim Verfasser dieser Zeilen trotz hervorragender Gitarrenarbeit ins absolute Abseits stellt.

Als Bonus ist diesem mit tollen Bildern aufgemachten Digipack noch eine weitere DVD hinzugefügt, die neben einer zahlreichen Bildergalerie auch in guten 58 Minuten den Weg nach Wembley dokumentiert; Interviews mit Fans und den Bandmitgliedern inklusive – Fans werden sich freuen, etwas Unbedarftere sparen sich das. Weiterhin ist noch eine Live-CD dabei, die nicht alle Songs der DVD beinhaltet, aber mit fast 77 Minuten Spielzeit maximal ausgenutzt wurde.

Immer mehr surfen Alter Bridge auf der Welle des Erfolges, immer mehr verblasst die Creed-Vergangenheit im Glanze solch phänomenaler Rockshows, und wenn die Truppe weiterhin so bodenständig bleibt wie sie auch rüberkommt, dann sind weitere Erfolge nicht auszuschließen. Zumindest die Fans in London haben der Band ihren Stellenwert aufgezeigt – Daumen nach oben.

comments powered by Disqus

Erneut eine eindrucksvolle Bewerbung um den Titel „Konzert des Jahres“

Vom pinkfarbenen Cover hin zum Boxen

Das Wandern ist des Metallers Lust

Refuge, Teutonic Slaughter und Kadaverficker beim Saunafest

Sag zum Abschied mal so richtig laut Servus

Vor Freunden spielen ist doch auch ganz nett...