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Alpha Tiger: iDentity

Pflichtkauf schon jetzt im frühen 2015
Wertung: 8,5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 49:33
Release: 16.01.2015
Label: Steamhammer/SPV

So tief kann man sich eigentlich gar nicht vor den aus Sachsen kommenden Alpha Tiger verbeugen wie man möchte. Man muss sich nur kurz die Geschichte der Freiberger anschauen: Schnell ins Businesshaifischbecken geworfen, als sie anno dazumal beim Keep It True XIV als Neulinge antanzten, kurze Zeit später das Headbangers Open Air 2011 aufmischten und in den Folgejahren immer wieder als geschlossene Band ihren Mann stehen mussten.

Gut, dass sie sich in den ganzen Jahren nie verloren, sondern zielgerichtet an den eigenen Versionen gefeilt haben, trotz aller metallischer Querverweise, die da immer wieder aufkamen und auch bei uns auf The-Pit.de forciert wurden. Ihre eigenen Identität wollen sie aber dem Bandvernehmen nach jetzt erst endlich mit der dritten Scheibe „iDentity“ erlangt haben, doch da wollen wir laut ein „Halt“ einwerfen und uns nicht mit stillem Protest begnügen: Sie sind schon längst eine Einheit, länger als sie es sich selbst vorstellen können, denn über die letzten vier Jahre hinweg gab es mehr Stärke- als Schwächephasen. Und auch wenn nicht alle damit einverstanden sind und das Quintett das auch ganz sicher nicht hören mag: Den alten Queensryche-Odem haben sie nicht komplett hinter sich gelassen, was man allein schon merkt, wenn man sich die erstklassige Gesangsleistung von Stephan Dietrich anhört.

Das wird dann aber auch besonders deutlich in dem im Midtempo angelegten „Scripted Reality“ mit dem gegen Ende so stark Sehnsucht ausströmenden Whoohoo-Chören oder auch in dem schon Anfang letzten Jahres als Vinyl-12“ veröffentlichen „Lady Liberty“, welches durch die speedigere Ausrichtung auch prima eine Brücke zum Vorgänger „Beneath The Surface“ schlägt. Aber mal ehrlich: Es gibt kaum bessere Vorbilder, zumal sich Alpha Tiger wenn schon daran orientieren und nicht abkupfern, dafür experimentieren sie dann auch im Verlauf der Scheibe viel zu sehr, arbeiten im Refrain bei „We Won’t Take It Anymore“ mit mehrstimmigem Gesang, der Titeltrack wirft sich als nicht ganz so flüssige Nummer in leicht progressive Schale und reift zu Stephans gesanglichem Meisterstück, oder aber das zuerst balladesk, dann rockig arrangierte „Long Way To Redemption“ wird mit einem feiner Kastannetten-Mittelpart aufgewertet – hohes Niveau, was die Sachsen da vorlegen.

Ihren Anspruch untermauern sie ja locker auch schon durch das Intro „Te Deum“ (im Original von Marc-Antoine Charpentier), bauen in „Revolution In Progress“ ihre ehrfürchtige Verbindung zu den eisernen Jungfrauen auf, setzen ein paar schwer aggressive, schnelle Wirkungstreffer mit „Shut Up & Think“ und fassen die komplette Scheibe nochmals locker-flockig in dem mehr als sieben Minuten langen Raussschmeißer „This World Will Burn“ zusammen und huldigen im Gitarrensolo auch mal kurzerhand Accept – lediglich das als „Powerballade“ angelegte „Closer Than Yesterday“ kann nicht ganz mit dem Album Schritt halten.

Über allem thront dann auch noch die modern fette Produktion, die druckvoll aus den Boxen tönt. Wer nun damit gerechnet hat, Alpha Tiger würden am Erwartungsdruck zerbrechen, der sieht sich eines Besseren belehrt, die Sachsen müssen einen ordentlichen Abwehrring rund um Freiberg geschaffen haben. „iDentity“ zeigt auf beeindruckende Weise, dass aus den heimischen metallischen Shootingstars mehr als nur ein One-Album-Wunder geworden ist. Pflichtkauf schon jetzt im frühen 2015.

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