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Alpha Tiger: Beneath The Surface

Durchaus auf dem richtigen Weg, es fehlt aber noch ein bisschen mehr Mut zur Eigenständigkeit
Wertung: 7,5/10
Genre: Heavy Metal/ Speed Metal/ Power Metal
Spielzeit: 56:40
Release: 25.01.2013
Label: Century Media

Man muss nicht lange herumdeuteln, wenn man nach der (!) Aufsteigerband aus deutschen Landen sucht, die sich schon mit ihrem Debüt in die Herzen zahlloser Old-School-Metalfans spielen konnte. Und man muss schon weit zurückblicken in dem ganzen Gewusel an Szeneblitzlichtgewittern, um einen ähnlich schnellen Aufstieg zu erhaschen, wie ihn die Freiberger Alpha Tiger hingelegt oder besser: erlebt haben: Spontan mal eben zum Keep It True Festival eingeladen und dadurch dann auch auf der wohl größten Metalgartenparty, dem Headbangers Open Air, gelandet, um im Anschluss nach völlig überzeugenden Shows auch für das mittlerweile renommierte Rock Hard Festival 2012 bestätigt zu werden – einen ähnlichen Weg bestreiten derzeit lediglich die Okkultrocker (wird das eigentlich mittlerweile schon wieder zum Schimpfwort?) Attic.

Damals noch im Underground schlugen eben Alpha Tiger mit ihrem Debüt „Man Or Machine“ ein wie eine Bombe; „authentisch“, „der neue Stern am teutonischen Metalfirmament“ oder andere mittlerweile eher historische Termini machten die Runde, begleitet mit einer großen Portion Skepsis, als sie beim Branchenriesen-Indie Century Media unterschrieben. Nun können die Jungs rund um Hauptsongschreiber Peter noch so sehr beteuern, dass sie nicht wirklich viel Druck verspürt hätten, als es ans Schreiben ihres zweiten Longplayers ging, doch wenn man nun noch die wenigen Lenze der Band zählt, dann müssen sie entweder richtig abgewichst, genial behütet oder auch von Management und/oder Plattenfirma gut angeleitet sein.

Mit „Beneath The Surface“ liegt nun also die zweite Full-Length-Scheibe vor, die sicherlich vielen Fans der ersten Scheibe schon allein dadurch in die Parade fährt, dass der Sound um einiges aufgeräumter wirkt als noch auf dem Debüt. Dieses ist natürlich Geschmacksache wie so alles eigentlich; Old-School-Puristen werden hier wohl nach dem guten alten Sound vergangener Tage trachten und die Diskussion um Trueness anheizen, Soundfetischisten mit dem Hang für modernere Produktionen bekommen auf „Beneath The Surface“ eher Glanz in den Augen, zumal die Band vom eigentlichen Songwritingerfolgsrezept nur bedingt abweicht und jenes heißt: Die Eckpunkte Iron Maiden und (vor allem) Queensrÿche blitzen weiter an allen Ecken und Enden durch, hier und da mit einer Prise Fates Warning, aber auch mit einer Wenigkeit teutonischem Helloween abgeschmeckt, auch wenn das Gros der Songs her mit reichlich US-Anleihen kollidiert.

Wie bei vielen Alben ist auch hier das Intro einfach wieder eine Spur zu lang geraten, das Blut könnte ein wenig frischer durch die Digitalrillen gepumpt werden. Entschädigt wird man dann aber von dem Speed-Knaller „The Allience“, wobei hier schon zwei gravierende Änderungen im alphatigerschem Sound auszuloten sind: Das Drumming durch David Schleif kommt wesentlich moderner daher als noch von Axel Pätzold, aber vor allem der Gesang von Stephan Dietrich ist glatt um ein paar Stufen nach oben geschraubt (worden). Letzteres stellt allerdings keinen Nachteil dar, handelt es sich bei seinem Organ noch immer mit um das beste, was die höher gelegte Stimmfront im Metal überhaupt so zu bieten hat.

Was aber den Sound der Sachsen umso prägender macht ist, dass sie ein feines Gespür für Melodien mit hohem Wiedererkennungswert haben, ohne an metallischer Grundhärte zu scheitern. Und so kommt es schon fast einer dreisten Frechheit gleich, den bärenstarken, durch Bass und Schlagzeug eingeleiteten Ohrwurm „We Came From The Gutter“ ans Albumende zu setzen – doch Obacht, die Queensrÿche-Enflüsse sind kaum unüberhörbar, ob man das nun wahr haben will oder nicht. Der Refrain ist aber ein wahrer Killer und toppt alle weiteren Anstrengungen auf dem Album.

Und weitere positive „Anstrengungen“ haben sie nicht zu knapp auf dem Album. Da konkurriert die flirrend speedige Gitarre mit dem Doublebassgewummer bei „From Outer Space“, ein paar Chöre werden eingeflochten, wobei hier durchaus Refrain und Strophe Hand in Hand gehen und sich nichts gegenseitig schenken. Allein die hoch ausbalancierten Stimmspitzen werden so manchem Fan möglicherweise ein paar Kratzer in den Ohrmuscheln verpassen, dafür duellieren sich die beiden Gitarristen Alexander und Peter schon fast in episch geschwinder Breite mit einer Leichtigkeit und Ungezwungenheit wie selten. Viel falsch kann man auch nicht mit dem Titeltrack oder dem zu Beginn mit einigen Helloween-Spuren versehenen und später eher auf Fates-Warning-Pfaden wandelnden „Eden Lies In Ruins“ machen.

Und warum bekommt dann „Beneath The Surface“ hier nur siebeneinhalb Punkte bei den Pit-Votes? Da tummelt sich z.B. „Rain“ auf der Platte, dessen balladesker Beginn mit Keyboardtupfern zugemüllt wird und einfach mehr nach einem „So müsst ihr einen Balladenanfang schreiben, dann habt ihr Erfolg“ anhört, der zwar nach der „Introphase“ in einen wiederholt speedigen Song ausbricht, aber schnell auch durch die Skiptaste schon längst ausgebootet gehört. Nach fast gleichem Konzept, dieses Mal nur mit gezupften Gitarren, kommt auch „Waiting For A Sign“ daher – nun „Erfolgsscheiben müssen wohl solchen Balladenklamauk aushalten.

Wenn man nun alle Belange einkalkuliert, dann heißt hier jammern genau dort auf einem Niveau, wo viele Bands nie hinkommen werden. Aber weil schon das Debüt einfach einen Spitzenplatz unter den heimischen Debüts einnimmt und es somit schwierig ist, sich einerseits eine eigene Identität fernab von Maidenrÿche zu schaffen und gleichzeitig den eigenen hohen Ansprüchen gerecht zu werden, so muss man dann unterm Strich festhalten, dass Alpha Tiger durchaus auf dem richtigen Weg sind und ruhig noch ein bisschen mehr Mut zur Eigenständigkeit entwickeln sollten – die Gradwanderung mit den deutlich erhöhen Vocals wird die Sache nicht leichter machen. Und doch: Der Fan bekommt hier noch immer Alpha Tiger und keine Beta Katzen (das haben Sie aber schön formuliert, Herr Müller; Anm. d. Red.).

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