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Alpha Male Tea Party: Health

Großer Rock mit kleiner Besetzung
Wertung: 8,5/10
Genre: Instrumental (Math) Rock
Spielzeit: 43:34
Release: 23.06.2017
Label: Big Scary Monsters

Bald zehn Jahre Bandgeschichte haben Alpha Male Tea Party und was eigentlich zu Beginn ganz anders gedacht war, hat sich mittlerweile zu einer (zumindest in Deutschland noch) schändlich unbekannten Instrumental-Rockband entwickelt, die mit dem knackig betitelten „Health“ inzwischen schon ihr drittes Full-Length auf den Markt gebracht hat.

Wie man mit Instrumental-Musik ganze Alben füllen kann, haben uns schon Animals As Leaders ganz großartig bewiesen, AMTP verfolgen einen weniger progressiven, aber nichtsdestoweniger ebenfalls recht lauten Ansatz, der aber weniger Richtung Epik als vielmehr Richtung Anarchie tendiert, ohne chaotisch zu wirken. Das Trio verpackt alles von Garagen-Rock über Punk bis hin zu metallischen Elementen in einen dicken Klangteppich und wickelt den Hörer damit ein, ehe dieser überhaupt richtig bemerkt, dass er schon zum zweiten Mal auf „Repeat“ gedrückt hat.

Selbst Menschen, die sich sonst eher als vocal-affin bezeichnen, können dem Charme von Songs wie „Nobody Had The Heart To Tell Him He Was On Fire“ (allein der Titel!) wenn überhaupt nur sehr kurz widerstehen und gerade Tracks wie das brachial-melodische „Don’t You Know Who I Think I Am“, bei dem man beim Titel durchaus zweimal hinschauen muss, um den Scherz zu bemerken, können auch ohne Gesang ordentlich punkten.

Ein bisschen verfrickelter gestaltet sich da schon „Have You Ever Seen Milk?“, auch hier beweisen die Liverpooler wieder ihre Begeisterung für merkwürdige Titel und außerdem, dass sie auch mit etwas progressiveren Strukturen gut zurechtkommen. Vor allem der deftige Bass gegen Ende macht Spaß, wird das Tiefe gebende Instrument doch sonst gerne mal vernachlässigt. Und auch wenn die Truppe sich nicht gerne in die Post-Rock-Schublade stecken lässt, klingt das wunderbare „Powerful And Professional“ mit seiner melodischen Leadgitarre doch genau danach – und das ist durchaus richtig gut so.

„Some Soldiers“ mutet eine Spur zu abgehoben an, der Jam-Stil gerät mitunter eher anstrengend als erstrebenswert, in schönem Kontrast dazu steht allerdings das nachfolgende, zu Beginn recht erdige „I Still Live At Home“, das dann perlend das Tempo verringert, um kurz darauf weiterbratende Gitarren einzuschieben. Ganz zum Schluss der Platte findet sich bei „No More“ dann sogar eine kurze, aber sehr schöne Gesangspassage – und zwar wirklich erst in der letzten Minute des Songs, quasi als Sahnehäubchen zum Finale.

Alpha Male Tea Party sind wahrhaftig eine großartige Instrumentalband, Songs wie „No More“ machen aber auch ein bisschen wehmütig, wenn klar wird, wie genial die Band mit Gesang klingen könnte. Sei’s drum: Großer Rock mit kleiner Besetzung, so könnte man „Health“ wahrscheinlich am ehesten beschreiben – dafür gibt es auf jeden Fall eine Bewertung im oberen Drittel.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“