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a.Lostfield: Internal Affairs

Einiges progressives Potential vorhanden
Wertung: 7/10
Genre: Alternative Metal
Spielzeit: 24:45
Release: 30.05.2010
Label: Eigenproduktion

a.Lostfield sind, oberflächlich betrachtet, in zweierlei Hinsicht eine bemerkenswerte Band. Erstens: Sie kommen aus Kolumbien; einem Land, das in Sachen internationaler Rockmusik – zumindest meines Wissens nach – noch weitgehend unbeleckt ist. Zweitens: Sie sind ein Trio, das eigentlich keines ist. Für die Musik sorgen nämlich lediglich Daniel Góngora und Iván Amaya, die alle Instrumente einspielen, alle Vocals einsingen und den Drumcomputer programmieren. Das dritte Bandmitglied, Ash Lostfield, fungiert „nur“ als Namensgeber, Komponist und Produzent. Wir lauschen auf „Internal Affairs“ also den musikalischen Ideen eines nicht selbst hörbaren Songwriters – und das ist im Underground nun wirklich einigermaßen ungewöhnlich.

Ungewöhnlich oder zumindest schwer zu kategorisieren ist auch das, was die Band dem Hörer auf ihrem Silberling ins Ohr gibt. Instinktiv kommt die Resteschublade „Alternative Metal“ in den Sinn, in der sich von System Of A Down bis Tool ja bekanntlich so ziemlich alles tummelt. Wohin aber auch sonst mit dieser kuriosen Mixtur aus vertrackten Riffs, elektronischen Effekten, Ambient, Akustikgitarren und mehrstimmigem Gesang zwischen Melodie und Shouting? Mangelnde Experimentierfreude kann man Ash Lostfield und seiner Exekutive jedenfalls nicht vorwerfen.

So überrascht „Internal Affairs“ immer wieder mit interessanten Ansätzen und irrsinnigen Kombinationen. Besonders der Gebrauch von Akusikgitarren als Gegenpol zur verzerrten Axt ruft die Schweden von Opeth in Erinnerung – auch wenn deren Schaffen auf einem deutlich höheren Level anzusiedeln ist. Aber a.Lostfield stehen ja auch noch am Anfang, was man der Qualität der unausgewogenen und leicht blechernen Eigenproduktion recht deutlich anhört. Auch spieltechnisch ist man von Perfektion noch entfernt; wirklich störende Spielfehler sind zwar nicht direkt auszumachen, der Gesang ist aber auf alle Fälle Geschmackssache und verbesserungsfähig. Die experimentelle Ausrichtung rettet in dieser Hinsicht aber so einiges, denn manchmal ist schwer zu sagen, ob da nun zwei Stimmen gewollt oder unabsichtlich nicht harmonieren.

Hat man sich an derlei Ungewohntheiten ein bisschen gewöhnt, fällt es leichter, die gelungenen Momente der Scheibe zu würdigen: das atmosphärische, von sehnsüchtigen Leadgitarren durchzogene Instrumental „Internal“ zum Beispiel, oder den Refrain des herrlich vertrackten Tracks „Marks From The Past“, dem zum Hit eigentlich nur noch eine ausgereiftere Produktion fehlt. Ein klares Highlight stellt auch der über fünfminütige Song „I Still Pretend“ dar, der geschickt mit verschiedenen Stimmungen, Dynamik und (Dis-)Harmonie spielt.

Fazit: Wie gesagt stehen a.Lostfield noch hörbar am Anfang ihrer Karriere, bieten Freunden der vertrackteren Rockspielarten aber schon jetzt durchaus Interessantes und Hörenswertes. Und wem in seiner nach Nationen sortierten CD-Sammlung noch der kolumbianische Vertreter fehlt, dem seien Ash und seine Mitstreiter natürlich ebenfalls ans Herz gelegt.

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