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Alligator Rodeo: Ghost In The Machine

Dreckig, räudig und mächtig überzeugend
Wertung: 9,5/10
Genre: Sludge
Spielzeit: 18:22
Release: 28.06.2018
Label: Eigenproduktion/Noizgate Records

Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, dass das Alligator Rodeo-Debüt durch die Redaktionsdecke krachte und sich wie selbstverständlich in der Playliste der Schreiberin dieser Zeilen einnistete. Die meisten Songs von „Alligator Rodeo“ kreisen dort noch immer und versüßen dann und wann den Weg zur Arbeit – dennoch, es wurde Zeit für was Neues, hatte man die Truppe doch mittlerweile live gesehen und konnte nur erahnen, welches Potential da noch schlummerte. Auf dem letzten Herbst erschienenen Brutal Vision-Sampler des Heimatlabels Noizgate wurde dann schon der erste neue Track veröffentlicht – und schlug gleich in die selbe Kerbe wie die älteren Stücke: dreckig, groovend, einfach Sludge par excellence.

Mittlerweile ist die Band zum Quartett angewachsen, stilistisch hat sich erst mal nicht so viel verändert, musste es aber auch gar nicht, schließlich konnte die Debütscheibe bereits haarscharf an der Höchstpunktzahl vorbeischrammen. Etwas düsterer kommen die Songs auf „Ghost In The Machine“ allerdings daher, das B-Movie-Sci-Fi-Cover lässt dann fast schon apokalyptische Zustände vermuten und tatsächlich – als Soundtrack zum Weltuntergang würden sich die drei Songs gar nicht mal schlecht machen.

Gestartet wird mit dem Titeltrack, der erst kürzlich ein recht finsteres Video spendiert bekam – durch die zusätzliche zweite Gitarre ergibt sich hier natürlich ein deutlich fetterer Sound, außerdem hat Sänger Till stimmlich einiges zugelegt und punktet vor allem beim aggressiveren Gesang, die charakteristisch gebellten Vocals werden aber glücklicherweise nicht ausgespart. Auch ohne visuelle Unterstützung kann der Track also ordentlich punkten und schraubt gleich zu Beginn die Erwartungen bis unter die Decke, zumal hier auf fast sechs Minuten trotz einiger Instrumentalpassagen keine Sekunde Langeweile aufkommt – und das ist ein deftiges Kompliment von jemandem, der normalerweise einen Bogen um Songs mit mehr als vier Minuten Länge macht.

Mit „Ogun“ wartet im Mittelfeld dann quasi der einzige noch nicht veröffentlichte Track auf, der Härtegrad erhöht sich hier gleich noch mal beträchtlich, „Die with a gun in your motherfuckin‘ hands“ wird fast bis zur Ekstase gebrüllt, im Mittelteil gibt‘s dann mit treibendem Riffing wieder ordentlich Futter für die Slow-Headbanger unter uns und zum Ende hin meint man dann fast, Tills Stimmbänder gequält aufschreien zu hören. Ohne Pause rollt dann das finale „Freight Train“ mit seinem brutal genialen Intro über den Hörer weg – auch Monate nach der Erstveröffentlichung noch ein absoluter Brocken von einem Song, was nicht nur an der Spielzeit von über sieben Minuten liegt, sondern auch an der beständigen Aggression; mehr kann man eigentlich von einem Sludge-Track nicht wollen.

Wie eigentlich nicht anders zu erwarten war, kann die „Ghost In The Machine“-EP auf ganzer Linie überzeugen und klettert auf der Bewertungsskala noch mal ein Schrittchen hörer als der Vorgänger. Ein geiles Artwork, deftiger Sound und drei absolut mächtige Songs bilden hier ein Scheibchen, bei dem man keine Abstriche machen muss. Ein halbes Pünktchen wird trotzdem einbehalten – einfach, um noch Luft nach oben zu haben und weil die drei Songs schlichtweg viel zu schnell vorbeischwirren.

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