Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Allen Lande: The Showdown

Nach der Schlacht, der Rache und dem Showdown kann man nur auf eine Auferstehung hoffen
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Metal, Rock
Spielzeit: 61:50
Release: 05.11.2010
Label: Frontiers Records

Wenn man es genau nimmt, dann ist der Bandname ja irreführend. Der wirkliche Kopf hinter dem Projekt ist Magnus Karlsson (Primal Fear, Avantasia, Ayreon, Midnight Sun, Planet Alliance, Starbreaker, Last Tribe), der alle Gitarren, Bässe und Keyboards zockte und auch die Songs geschrieben hat. Dazu hat er sich mit Jaime Salazar (The Flower Kings, Karmakanic, Midnight Sun, Last Tribe) einen fähigen Drummer geholt und natürlich die beiden Ausnahmesänger Jorn Lande (Jorn, Masterplan, The Snakes, Vagabond, Avantasia) und Russel Allen (Symphony X, Star One). Aber gute Musiker allein machen noch kein tolles Album, dafür braucht man gute Songs. Ob das hier gegeben ist, versuchen wir zu erörtern.

„The Showdown“ beginnt recht verhalten symphonisch, bevor der Titel durchs Mikro geschrien wird und man dann im Midtempo vor sich hin groovend den weiteren Verlauf des Tracks begeht. Die beiden Ausnahmesänger duellieren sich auf hohem Niveau und der Track brennt sich schnell in die Gehirnrinde ein. Das macht richtig Laune. Musikalisch befindet man sich natürlich auf höchstem Niveau, wie nicht nur das tolle Gitarrensolo eindrucksvoll unter Beweis stellt.

„Judgement Day“ beginnt mit dominierenden Keyboards, die dann aber von der Gitarre erfolgreich eingefangen werden. Rockt sich perfekt ins Gedächtnis, Jorn Lande darf hier den Hauptanteil übernehmen und es klingt wirklich gut, wenn er nicht permanent versucht, DIO oder David Coverdale (Whitesnake, Deep Purple) zu imitieren, auch wenn gelegentlich natürlich Parallelen auftauchen.

„Never Again“ startet recht elektronisch und jede Menge Bombast scheint sich in den Sound von Allen Lande hinein zu bohren. Russel Allen übernimmt das Leadmikro und wartet mit einem unglaublich gelungenen Refrain auf. Was für eine Vocalline! Schade, dass die Instrumente da nicht so ganz mithalten können.

„Turn All Into Gold“ will nicht so ganz zünden, auch wenn hier wieder richtig gut auf der Melodic Metal-Ebene gezockt wird.

„Bloodlines“ ist eine kleine Rock-Hymne, die sich gewaschen hat. Da hat man auch noch lange was von, wenn der CD-Player längst ausgeschaltet ist. Toller Gesang und ein großes Gitarrensolo sorgen für die richtige Stimmung beim Hörer. So darf das sehr gerne weiter gehen.

„Copernicus“ versucht das mit balladesken Tönen und siegt auf ganzer Ebene. Auch wenn der Refrain noch eine Idee prägnanter hätte ausfallen können, ein echter kraftvoller Schmusesong, wie man ihn nur mögen kann.

„We Will Rise Again“ hat da gerade im Refrain ein wenig Bon Jovi-Schlagseite, auch wenn das gesanglich natürlich in einer anderen Stimmlage abgeliefert wird. Cooler, guter Track, aber er läuft Gefahr, nach vielen Durchgängen ein bisschen uninteressanter zu klingen.

„The Guardian“ läuft ebenso Gefahr, bei den anderen Songs ins Hintertreffen zu gelangen. Hoffentlich hat die Band ihr Pulver noch nicht verschossen, denn da kommen noch vier weitere.

„Maya“ ist dann eine durchaus charttaugliche Ballade. Mir persönlich etwas zu unspektakulär und zu ruhig, auch wenn die Gitarre im Hintergrund ordentlich wummert. Das soll sich dann auch mit „The Artist“ ändern. Stark, wie Jorn da in die Vollen geht. Das emulierte Klavier fängt aber mangels Sound ein wenig an zu ärgern. Aber glücklicherweise wird es eh von den kräftigen Gitarren verscheucht, bevor der Sänger mal wieder so richtig glänzen darf. Das ist ganz große Klasse und sollte alle Fans mehr als nur zufrieden stellen können.

„Eternity“ ist dann wieder eine Halbballade, die den Abschluss des starken Albums besiegelt. Nicht wirklich das Ende, welches ich mir gewünscht hätte, aber dennoch ein wirklich gelungener Track. Zum Glück gibt es noch den Bonussong „Alias“ - und der gibt noch mal Gas. Das gefällt unter diesem Album einfach besser. Allen darf nochmal ins Rampenlicht. Zusammen mit Jorn gibt es wieder viel Freude für die Ohren. Trotzdem schrammt der Titel knapp am Anspieltipp vorbei.

Fazit: Ein gelungenes Album, welches aber eigentlich auch zu erwarten war. Drei Topmusiker zocken hier nach dem 2005er Battle und der 2007er Revenge den Showdown. Hoffentlich gibt es auch eine Resurrection.

comments powered by Disqus

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen