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All Will Know: Infinitas

Zu Beginn sehr stark, gegen Ende eher zwiespältig
Wertung: 7,5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 58:12
Release: 08.12.2017
Label: Noizgate Records

In regelmäßigen Abständen bringen die Darmstädter Melodic-Deather All Will Know mittlerweile Full-Length-Alben heraus – angefangen vom 2012er Debüt „contact.” über das drei Jahre später erschienene „Deeper Into Time“ bis zum noch brandaktuellen, Anfang Dezember veröffentlichten „Infinitas“ haben die Fünf schon einen guten Grundstock für den Backkatalog gelegt, zumal die Truppe erst seit 2010 gemeinsam musiziert. Andere Bands haben es in diesem Zeitraum gerade mal geschafft, ein halbwegs stabiles Line-Up aufzubauen, All Will Know zementieren ihren Veröffentlichungsrhythmus.

In der Vergangenheit hatte vor allem das allgegenwärtige Keyboard bei der Schreiberin für zeitweiliges Unbehagen gesorgt, geblieben ist das Instrument natürlich trotzdem, außerdem setzt man wieder auf Sänger Frank Richter, der beim letzten Album „Deeper Into Time“ seinen Einstand feiern konnte. Ganz alleine muss der Mann seinen Job aber diesmal nicht bestreiten, und so kommen wir gleich zu den beiden Gastauftritten: „Stain The White“ wird begleitet vom Dirty-Flamingo-Sänger Sami Işın; der Song kann vor allem im Refrain deutlich mehr Pluspunkte sammeln als zu Beginn angenommen – sehr viel bekannter dürfte aber Gastsänger Kötti sein, der sich mit seiner Band Burden Of Life aktuell noch ein bisschen auf dem ziemlich coolen 2016er Release „In Cycles“ ausruhen darf, und hier beim deutlich sphärischeren „Age Of Paranoia“ aushilft.

Dass Gastauftritte durchaus immer spannend, aber gar nicht unbedingt nötig sind, beweisen All Will Know gleich zu Beginn: Der Dreier aus „Behind Your Mask“, „Dead World“ und „This Circle Never Ends“ punktet schon im ersten Durchlauf, verfestigt sich im zweiten und spätestens bei der dritten Runde kommt man nicht umhin, sich vor allem für den ohrwurmigen Refrain bei „Dead World“ und den genialen Keyboard(!)-Einstieg bei „Behind Your Mask“ zu begeistern. Franks teils kräftig keifende, teils glasklar klingende Stimme tut natürlich sein Übriges, um dem Hörer eine steril-brachiale Atmosphäre zu bieten, wie sie bei modernem Melo-Death sein sollte.

Mit diesem Einstieg machen die Darmstädter schon mal einen deutlich besseren Eindruck als noch beim letzten Album, das sich wie auch schon das Debüt mit gerade mal mittelschönen 6,5 Punkten begnügen musste. Gerade Tracks wie „Ruins“ wirken dann aber zwar schön dreckig, dennoch ein bisschen zusammengestückelt und können sich nicht so recht in Ohr und Herz eingraben. Bei „Cold Realities“, das clever an das „From Desires To…“-Intermezzo anknüpft, gibt es dann noch mal eine Schippe Pathos für den Refrain obendrauf und gerade gegen Ende der Platte hat man dann doch das Gefühl, dass All Will Know wieder ein bisschen verkrampfen und die Kitschpeitsche zücken („Waves“).

Dafür gibt es als finalen Bonustrack eine Unplugged-Reggae-Variante von „Deeper Into Time“ zu hören, die vor allem mit einem überraschend eindringlichen Refrain punkten kann. Dennoch muss man auf „Infinitas“ eine gewisse Zwiespältigkeit feststellen, präsentiert sich die Platte doch vor allem zu Beginn bärenstark, nur um dann zu Mitte und Ende leider etwas nachzulassen. Eine deutliche Steigerung und mehr Experimentierfreudigkeit im Vergleich zu den Vorgängern ist Gott sei Dank trotzdem zu spüren und bringt die Darmstädter zumindest dem oberen Punktedrittel näher.

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