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All Will Know: contact.

In Sachen Kitsch besteht noch Handlungsbedarf
Wertung: 6.5/10
Genre: Melodic Death Metal, Modern Metal
Spielzeit: 36:54
Release: 02.03.2012
Label: Deafground Records

Anno 2011 begab es sich, dass die Verfasserin dieser Zeilen die Stiefelchen schnürte und sich Eisregen in Darmstadt live zu Gemüte führte. Unter einer ganzen Phalanx an Vorbands waren erstmal nur All Will Know bekannt, kannte man doch Teile der Band schon persönlich - dementsprechend fieberte man dem Auftritt des damaligen Septetts entgegen, das sich mit einer Mischung aus Melo Death der skandinavischen Art und Modern Metal frisch und fröhlich ans Werk machte und vor allem mit Shouter Steve extrem überzeugen konnte. Im März stand nun also das Debüt-Full-Length-Album "contact." via Deafground Records auf dem Plan - die Truppe ist mittlerweile durch den Ausstieg von Gitarrist Danny zum Sextett geschrumpft, aber das schreibt sich ja auch viel schöner als "Septett".

Line-Up-mäßig sind die Darmstädter recht breit gestaffelt: Mit jetzt nur noch einer Gitarre, zwei Sängern, einem Bass, Drums und Keyboard belegen sie da schon ordentlich Platz auf der Bühne. Und wer bei "zwei Sängern" jetzt aufgemerkt hat, kann sich natürlich in etwa vorstellen worum es sich handelt: ein Kreischer, ein Sänger, ganz klassisch. Wer meine Reviews kennt, kann sich sicher vorstellen, welchen der beiden Gesangsstile ich bevorzuge, aber auch Sänger Mo macht auf "contact." keineswegs einen schlechten Job.

Apropos Gesang: Beim ersten Durchlauf bleiben natürlich generell nur Lieder hängen, die man entweder besonders geil oder wahnsinnig abtörnend fand. Im Fall dieser Scheibe muss leider auf Letzteres gedeutet werden: Auch Melo-Death-Bands fabrizieren von Zeit zu Zeit wahnsinnig geile und gänsehäutige Balladen, man nehme nur mal "Metaphor" von In Flames als Paradebeispiel, aber "How Far Would You Go?", das sich hier als Romantikposten anbietet, nötigt zumindest die Schreiberin dieser Zeilen geradezu dazu, die Skiptaste zu vergewaltigen. Mit runden fünf Minuten Spielzeit steht die Ballade nach dem gerade mal eine Sekunde längeren, aber um Welten besseren "Counting Stars" auf Platz zwei der Albumspielzeiten - weniger ist manchmal mehr und auch Sänger Mo hätte sich das hier gerne zu Herzen nehmen können, denn was da an Pathos aus den Boxen trieft, reicht locker, um den Zimmerboden zu wischen - auch von Seiten der Instrumentalfraktion wird hier ordentlich Schmalz aufgelegt, man sieht förmlich Keyboarder Felix inmitten von Kerzen und schwarzem Samt vor sich, wie er in die Tasten haut. Da driftet die Band ganz schnell in die Power-Metal-Ecke ab - und zwar nicht in Richtung der guten Jungs wie Nightmare (F), sondern eher im Stil von klischeebehaftetem Schnulzmetal.

So gestaltet sich aber glücklicherweise nicht das ganze Album: Direkt das folgende "Mental Takedown" ballert sich eine gute Spur deftiger durch die Gehörgänge, auch wenn zwischendurch wieder ein leicht störendes Keyboardklimpern ertönt. Shouter Steve macht einen Wahnsinnsjob, kotzt sich richtig schön aus und bekommt entsprechenden Druck von Seiten der Gitarren und Drums. Insgesamt bleibt aber der klare Gesang auf "contact." ein kleiner Kritikpunkt, was aber nicht daran liegt, dass Mo irgendwie die Töne versemmeln würde, sondern am persönlichen Geschmack der Verfasserin. Beim Opener "The Weakest Spot" beispielsweise passen die Vocoder-Parts so gar nicht, dafür bildet der von Steve bewältigte Refrain aber einen Wahnsinnscontrapunkt und auch der letztlich klar gesungene Part macht ordentlich was her.

Auch "Feeding The Aftermath" sticht positiv hervor und kann es sich auf der Liste der Anspieltipps gemütlich machen. Im Intro stolpert der Rhythmus noch ein wenig, dann legt sich Mo aber gesanglich voll ins Zeug, bevor er von Steves Gebrüll abgelöst wird. Im Refrain heben dann Keyboardsteppiche den Gesang in die Lüfte - ein bisschen Kitsch verströmt der Chorus, aber hier passt das immerhin zum Rest des Songs und gestaltet sich auch nicht allzu aufdringlich.

Alles in allem liefern All Will Know hier ein passables Erstlingswerk ab, in dem man technisches Verständnis und gute Songarrangements zuhauf finden kann. Leider überwiegt stellenweise das Keyboard und somit der Kitsch, der immer gefährlich nah mit dem Tasteninstrument verknüpft ist. Als Totalausfall kann man die Albumballade bezeichnen, ansonsten pendelt sich "contact." aber im Mittelfeld ein.

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