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All That Remains: The Order Of Things

Back in the Game
Wertung: 9/10
Genre: Metalcore, Metal
Spielzeit: 38:53
Release: 27.02.2015
Label: Razor & Tie

„Remember what made us great“ singen die Amerikaner von All That Remains auf „The Greatest Generation“, dem Opener ihres neuen Albums. Auf die Band selbst bezogen wäre das wohl die geniale Mischung aus aggressiven Shouts, harten Breakdowns und cleanen Refrains, die Alben wie „The Fall Of Ideals“ zu Klassikern gemacht haben, an deren Niveau sich ein Großteil der Genrekollegen kontinuierlich die Zähne ausbeißen. Allerdings haben auch die Amerikaner selbst dieses Niveau nie mehr wirklich erreicht und stattdessen immer mehr melodiöse Elemente in ihre Kompositionen integriert. Das ist Teil der natürlichen Evolution einer Band und durchaus legitim - der Charterfolg des letzten Albums belegt, dass es sich anscheinend auch lohnt; für Fans der älteren Alben ist diese Entwicklung aber natürlich schade. Und so bleibt schon bevor auch nur eine einzelne Sekunde des neuen Materials den Weg in die Ohrmuschel gefunden hat die bange Frage, inwiefern das neue Werk „The Order Of Things“ an die Klassiker vergangener Tage anknüpfen kann.

Bereits der Opener „The Greatest Generation“ macht dabei leider gleich zu Beginn erstmal Sorgen. Zu unentschlossen wirkt der Song, in Teilen fast schon zu hart für den durchgehend cleanen Gesang, von dem sich All That Remains neuerdings nur noch so ungern lösen. Glücklicherweise verfliegt dieser Eindruck schnell, beweisen die Amis doch gleich mit dem zweiten Song, dass ihre musikalische Neuausrichtung durchaus gerechtfertigt ist. „For You“ ist einfach eine verdammt geile Powerballade mit schönem, gefühlvollem Solo und einem ungewohnt klar ausformulierten Text.

Frontmann Phil Labonte hatte erst kürzlich gesagt, dass er rückblickend mehr in die härteren Songs auf „A War You Can Not Win“ hätte investieren sollen. Auf dem neuen Werk der Band ist das dem unzufriedenstellenden ersten Eindruck zum Trotz größtenteils gelungen. Macht man sich am Anfang der Platte wie bereits erwähnt noch Sorgen, wecken Songs wie „Victory Lap“ Erinnerungen an die alten Bandklassiker.

Auch der Großteil der restlichen Songs fällt relativ hart aus, Nummern wie „Bite My Tongue“ besitzen aber einfach noch eine weitere Dimension; in diesem Fall dank einem bluesigem Zwischenspiel, wobei sich die Amerikaner, was diese abwechslungsreichen Elemente angeht, durchaus kreativ zeigen. „Pernicious“ zum Beispiel überrascht mit einer Gastsängerin und „Criticism And Self Realization“ spielt gekonnt mit dem Wechsel zwischen harten, melodiösen und akustischen Passagen.

Alles in allem ist „The Order Of Things“ also wirklich kein schlechtes Album geworden. Das alte Fanherz mag (zumindest manchmal) bluten, objektiv betrachtet muss man aber konstatieren, dass All That Remains wahrscheinlich nie vielseitiger waren und der einzige Kritikpunkt, nämlich dass vor allem die härteren Songs gelegentlich ein paar Shouts statt Labontes cleanem Gesang vertragen könnten, wird mit zunehmender Spielzeit immer mehr ad absurdum geführt. Natürlich haben All That Remains einen Teil ihrer Aggressivität eingebüßt, allerdings keinen allzu großen, und da das Quintett stattdessen mit vielfältigen und abwechslungsreichen Arrangements überzeugt, kann man getrost sagen, dass der Soundwechsel der Gruppe nach dem zurecht kritisierten Vorgänger auf dem neuen Album tatsächlich erfolgreich vollzogen wurde.  

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