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All Ends: Wasting Life

Unbedingt auf den nächsten Einkaufszettel platzieren
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Metal, Nu Metal, Crossover
Spielzeit: 17:4
Release: 11.05.2007
Label: GUN Records Musikproduktions GmbH

Mit „Wasting Life“ legen uns die fünf Schweden von All Ends nun ihre lang angekündigte Debüt – EP vor. Markenzeichen der Band ist ganz eindeutig die Tatsache, dass man trotz zwei Sängerinnen und amtlichen Metalelementen ganz anders klingt als das, was man sonst von den allseits bekannten Zusammenstellungen von weiblichen Stimmen und harten Gitarren her gewohnt ist. Dementsprechend fällt es nicht leicht, den Sound der Band wirklich einem definitiven Genre zuzuordnen. Im Vergleich zu etwa den Guano Apes oder Die Happy sind die Crossover – Elemente bei All Ends deutlich geringer, im Vergleich zu Größen wie Nightwish, Evanescence oder Within Temptation fehlt es klar an den symphonischen Fragmenten. Möchte man nun doch eine nähere Vorstellung über den All Ends - Sound gewinnen, so stellt man sich am besten eine Mischung aus nicht – orchestralen Evanescence und Die Happy mit amtlichen In Flames – Riffs vor.

Letzteres kommt übrigens nicht von ungefähr, schließlich waren die beiden In Flames – Gitarristen Jesper Strömblad und Björn Gelotte enorm am Songwriting beteiligt. Und das hört man vor allem den Gitarren an, die etwas an das glorreiche „Reroute To Remain“ - Album erinnern. Ob All Ends allerdings damit die In Flames – Klientel für sich gewinnen können, ist durchaus fraglich. Denn hier geht es primär nicht um Härte, sondern um eingängige, aber druckvolle Songs, deren Produktion absolut fantastisch ist und die niemanden kalt lassen dürften, der bereit ist, sich von diesen begeistern zu lassen. Normalerweise dürfte es deshalb auch kein großes Problem bei der Suche nach der potentiellen Anhängerschaft geben. Ich traue der Band sogar zu, weit außerhalb der Metalszene große Wellen zu schlagen, wobei dies damit stehen und fallen wird, ob Radio - und TV – Stationen die Songs von All Ends in ihr Programm aufnehmen werden.

Hierzu bietet sich vor allem der Opener und Titelsong „Wasting Life“ an, der alles auf den Punkt bringt, wofür der Name All Ends steht. Allein der eingängige Beginn des Songs lässt schon auf einen großen Hit hoffen und diese Hoffnung bewahrheitet sich letztendlich auch. Getragen von den kraftvollen Stimmen von Emma Gelotte und Tinna Karlsdotter rocken All Ends kräftig nach vorne, geizen nicht an filigranen Melodien und entladen diese in einen sehr starken Refrain mit hohem Ohrwurmpotential. Wobei es (um ganz ehrlich zu sein) zumindest mir nicht immer ganz leicht fällt, die Stimmen der beiden Sängerinnen auseinander zu halten. Dies ist mir allerdings auch relativ egal, denn Talent haben Tinna und Emma genug, um auch so einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Nochmals möchte ich darauf hinweisen, dass „Wasting Life“ ein unglaublich guter Song ist, der auch nach x-maligem Anhören noch Spaß macht.

Richtig gut ist auch das folgende „Alone“, bei welchem All Ends den Härtegrad noch ein ganzes Stück nach oben schieben. Die Klasse des Openers wird zwar nicht ganz erreicht, hörenswert ist „Alone“ aber auf jeden Fall. Allein schon wegen des mitreißenden Refrains, der wenig Wünsche offen lässt. Der Rest des Songs ist gut, für den erneuten Übersong reicht es mir aber nicht ganz. An manchen Strecken ist „Alone“ nämlich zu berechenbar und kalkuliert. Auch mit „Am I Insane“ können All Ends nicht an „Wasting Life“ anknüpfen, aber auch hier haben wir es mit einem absolut guten Song zu tun. Dieser wirkt sehr verspielt und besitzt eine ziemlich prägnante Leichtigkeit sowie einen erneut zuckersüßen Refrain.

Nun ist es mit „Close My Eyes“ aber wieder an der Zeit für einen Übersong. Dieser Song stellt gleichzeitig auch den emotionalen Höhepunkt der EP dar. Besonders im Refrain scheinen Tinna und Emma vor Gefühl förmlich zu explodieren und gerade das macht den Reiz von „Close My Eyes“ aus. Die pumpenden, ziemlich modernen Gitarren untermalen perfekt die erschaffene Stimmung und sorgen dafür, dass dem Song die nötige Portion Aggressivität nicht abhanden kommt. Ein echter Hit, bei dem man sich einfach verzaubern lassen kann oder zu dem man wild im Takt nicken kann.

„The Day Has Come“ ist zum Abschluss so etwas wie die obligatorische (sehr eingängige) Abschiedshymne, die den Hörer dazu bringt, nochmals die Songs der EP gedanklich Revue passieren zu lassen und ihn zu dem Schluss bringt, von diesen richtig gut unterhalten worden zu sein, so dass man sofort geneigt ist, die Play – Taste der Fernbedienung ein weiteres Mal zu drücken. „The Day Has Come“ hat nun zwar nicht wirklich etwas unheimlich Überraschendes zu bieten, macht aber Spaß und geht gut ins Ohr.

Fazit: „Wasting Life“ ist die perfekte EP für all diejenigen, die überaus eingängigen Metalsongs nicht abgeneigt sind und für die es nicht immer um den allergrößten kompositorischen Anspruch oder brachiale Härte gehen muss. Wer dies erwartet, wird enttäuscht werden. Wer allerdings eine EP sucht, an der man eine Menge Freude haben kann und die sich für fast alle Ereignisse bestens eignet, sollte den Namen All Ends unbedingt auf dem nächsten Einkaufszettel platzieren.

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