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Alice In Chains: Black Gives Way To Blue

Was lange währt wird endlich gut
Wertung: 9.5/10
Genre: Grunge, Alternative Metal
Spielzeit: 54:10
Release: 25.09.2009
Label: Virgin Records/EMI

14 lange Jahre ist es her, dass "Alice In Chains" als drittes offizielles Studialbum der gleichnamigen Band veröffentlicht wurde. Sieben Jahre ist es wiederum her, dass Sänger und Aushängeschild der Band Layne Staley überraschend verstarb, ein Schock für Musikerkollegen und Fans gleichermaßen. Schockierend war ebenso die Meldung, dass Alice In Chains sich Ende 2002 auflösten. Soloaktivitäten des Mitbegründers Jerry Cantrell und der übrigen Bandmitglieder ließen Gerüchte laut werden, dass die Band, die neben Nirvana den Grundge-Sound quasi erfunden und am Leben erhalten hat - nie wieder zusammenkommen würde.

2005 durften die Fans zumindest einen kleinen Funken Hoffnung aufkeimen lassen: Alice In Chains reformierten sich für ein Benefizkonzert, unterstützt von Damageplan-Sänger Pat Lachman, sowie diversen Gastsängern, darunter unter anderem Maynard James Keenan von Tool und Wes Scantlin von Puddle Of Mudd. Nach einer Best-Of-Platte zog die Band sich Ende 2008 mit dem Comes With The Fall-Sänger William DuVall ins Studio zurück, um an der heißersehnten neuen Scheibe zu arbeiten.

Und hier ist sie nun endlich, bestehend aus elf Songs, die typischer für diese Band nicht sein könnten, aber auch vor kleineren Experimenten nicht Halt machen. Schon beim Opener, dem von düsteren Grundge-Gitarren getragenen "All Secrets Known" dürften die Fans von Gänsehaut befallen werden: DuVall klingt fast eins zu eins wie Staley und wird, ebenso wie der verstorbene Sänger früher, gesangstechnisch von Cantrell im HIntergrund unterstützt. Der großartige Chorus beweist: Alice In Chains sind wieder da und haben nichts von ihrem Charme verloren.

"Check My Brain" lässt einen angenehm in Erinnerungen schwelgen, ähnelt es doch ein wenig dem relativ ruhigen "Rooster" vom "Dirt"-Album aus dem Jahr 1992. Überhaupt lassen sich viele Parallelen zu früheren AIC-Werken erkennen: Nicht nur, dass DuValls Stimme sowohl vom Stil als auch vom Akzent sehr an Staley erinnert, auch die für die Band typischen, etwas schleppenden Gitarren und der leicht melancholische Sound haben sich kaum verändert - eine großartige Leistung für eine Gruppe, die so lange aus dem Licht der Öffentlichkeit verschwunden war. Man fühlt sich in die Neunziger zurück versetzt, wenn "Your Decision" mit der vertrauten Akustik-Gitarre startet, die den neuen Sänger perfekt unterstützt, dessen Stimme bei den langsamen Sound weicher klingt und weniger kratzig als die des immer etwas heiseren Staleys.

Platzen die frühen Songs teilweise noch fast vor Wut, herrscht hier eine gewisse Melancholie vor, die von dem mit Metal-Gitarren behafteten "A Looking In View" und dem zornigen "Lessons Learned" durchbrochen wird. Das leicht experimentelle, rhythmische "When The Sun Rose Again" enthält ebenso wie "Acid Bubble" fast schon doomige Instrumentals und kann außerdem mit einer melancholischen Grundstimmung überzeugen.

Insgesamt haben die Grunge-Götter aus Seattle ihren charakteristischen Sound beibehalten, der vor allem von Cantrell und Staley geformt wurde, und damit ein Denkmal an den Sänger gesetzt. Man sollte meinen, dass es schwer für DuVall sein würde, das Erbe seines Vorgängers weiter zu führen, aber der Singer/Songwriter setzt die Songs seiner neuen Band mit einer fast traumwandlerischen Sicherheit und Perfektion um, die jedem Fan Tränen der Freude in die Augen treiben wird.

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