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Alice Cooper: Theatre Of Death – Live At Hammersmith 2009

Der ungekrönte Meister des Schock Rocks mit seiner 2009er Show
Wertung: 9/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 90:12
Release: 22.10.2010
Label: Universal

Zwei lange Jahre ist es schon her, dass der Maestro des Schock Rocks mit „Along Came A Spider“ seine Fans mit neuem Material versorgte. Um die Wartezeit bis zum nächsten Album zu verkürzen, gibt es nun „Theatre Of Death“, welches als DVD/CD-Combo und als Blu-ray erscheint, zu kaufen. Als erstes wollen wir uns heute mal mit der DVD beschäftigen. Nach der doch eher reduzierten Show beim Festivalauftritt in Montreux wurde hier bei der Show kurz vor Weihnachten 2009 im legendären Hammersmith Apollo (ehemals Odeon) nicht gegeizt.

„School`s Out“ eröffnet das Konzert und wird hinter einem Vorhang begonnen. Klar, dass das Publikum, welches teilweise verkleidet erschienen ist, da natürlich von der ersten Sekunde an mitgeht. Das Bild ist sehr gut und lässt viel Hoffnung für die Blu-ray aufkeimen, aber darüber berichten wir zu einem späteren Zeitpunkt. Der Ton wird in Stereo und in Dolby Digital 5.1 wiedergegeben. Das macht mal richtig Spaß und fesselt den Zuschauer. Aber auch musikalisch macht Alice Cooper alles richtig, indem er „Department Of Youth“ und „I`m Eighteen“ folgen lässt, bevor es dann mit der theatralischen Show so richtig losgeht.

Ein Bühnenhelfer wird während „Wicked Young Man“ kurzerhand aufgespießt, weil er wohl ein wenig zu lang gebraucht hat. Besser als bei Lordi, die diesen Effekt ja auch gerne live nutzen, ist es schon gemacht, denn hier sieht man nicht den Punkt, an dem Alice zustechen muss, damit der Trick funktioniert. Allerdings wirkt es ein wenig zu aufgesetzt, da der Erstochene doch deutlich mithelfen muss, den geeigneten Punkt zu finden. Aber im Publikum fällt das eh weniger auf.

Sehr früh verliert Alice dieses Mal den Kopf in der Guillotine, bevor er aber unverzüglich wieder erscheint und mit selbigen ein wenig hantiert. Das ist immer wieder schön anzusehen. Interessant ist natürlich auch, dass die Shows eigentlich unblutig sind. Sicher eine taktische Entscheidung, damit es keine Auflagen bezüglich des Alters der Zuschauer gibt, welches auch an diesem Abend sehr bunt gemischt ist.

Nach einem Gewitter kommen die Gestalten mit den Säcken über dem Kopf, um zu „Welcome To My Nightmare“ den Meister zu ärgern. Dass das natürlich nicht friedlich abgeht, ist klar. Alice verliert die Rauferei und darf dann nach „Cold Ethyl“ zu dem Überhit „Poison“ seine Giftspritze abholen. Ob das so in seinem Sinne war? Ziemlich zerzaust kommt er die nächsten Lieder rüber. Wenn man bedenkt, dass erst die halbe Show um ist und Alice zweimal auferstehen musste, um weiter zu machen, da kommt noch was….

Zu „Nurse Rozetta“ verweilt Mr. Alice Cooper erst mal im Rollstuhl und die Krankenschwester bearbeitet mit dem Winkelschleifer ihren Keuschheitsgürtel. Recht psychisch angeschlagen wird dann natürlich „Is It My Body“ angestimmt, bevor es bei „Be My Lover“ etwas heißer hergeht. Hinter einer Schattenwand entledigt sich Tiffany Lowe ihrer Strümpfe, von denen einer fortan den Schädel von uns Cooper ziert. Dass der andere zum Strangulieren benutzt wird, muss nicht weiter erwähnt werden, denn das ist so klar wie dass Alice Schwarzer dieses Spektakel sicher nicht weiter empfehlen wird.

Aber wie bei jeder Alice Cooper-Show muss natürlich alles böse bestraft werden und so sieht sich der Meister kurze Zeit später am Galgen. Aber man sollte die Band nicht vergessen, bei der der Frontmann immer versucht, sie zwischendurch in den Vordergrund zu schieben. Das gelingt zwar auch, aber die Musik gibt da eigentlich zu wenig her, denn das hier ist Rock`n`Roll-Theater und das lebt von der Show. Alle zocken auf hohem Niveau, aber es bleibt einfach Beiwerk zu einem Riesenspektakel und dadurch irgendwie austauschbar. Da helfen auch längere Soli im Rampenlicht nichts. Effekte wie der, als der Frontmann auf einer Empore stehend als Spinnenmann seine Beine ausfährt, wirken da schon recht schwach. Aber man ist halt verwöhnt.

Musikalisch läuft man natürlich mit „Billion Dollar Babies“ und „No More Mr. Nice Guy“ wieder zu Höchstform auf und muss so natürlich nicht darauf warten, dass das Publikum nach einer Zugabe verlang, die es dann auch mit „School’s Out“ erhält. Das ist einfach nur stark zu sehen, wie Alice hier eine 90-minütige Show mit Effekten vollstopft und somit dem Publikum richtig was zu schauen gibt.

Fazit: Der Sound ist gut, das Bild mehr als nur gelungen und die Show atemberaubend. Dass es nur neunzig Minuten gibt, die natürlich extrem kurzweilig sind, das liegt in der Natur. Die perfekte Setlist wird es vom Fürsten der Dunkelheit auch nicht geben, was aber bei weit über zwanzig Studioalben auch nicht verwunderlich ist. Alice ist auch trotz seines Alters von 61 Jahren während der Show kein bisschen müde und gibt alles. Dass er nicht über die Bühne galoppiert, ist klar, würde auch nicht zur Show passen. Das Einzige, was man vielleicht kritisieren könnte, ist, dass die Show ein wenig zu sehr auf das Theater ausgelegt ist. Aber mal ganz ehrlich: Das wollen wir doch auch so. Wirklich negativ fällt höchstens auf, dass es keinerlei Bonusmaterial gibt und somit die DVD doch recht wenig Material zu bieten hat. Ein Interview oder auch ein paar Einblicke in den Backstagebereich mit Fakten zur Tour wären nicht verkehrt gewesen.

Bildformat: 16:9

Tonformat: Dolby Digital 5.1 / 2.0 Stereo

Region: 0 (Worldwide)

FSK:16

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