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Alice Cooper: Live At Montreux 2005

Ein tolles Dokument mit bestechender Qualität, welches leider nur eine reduzierte Show vorweist
Wertung: 8.5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 93:21
Release: 25.01.2007
Label: Eagle Rock

Alice Cooper auf einem Jazz Festival. Nun ja, er wurde zum 39. Montreux Jazz Festival eingeladen und er kam. Das Erste, was auffällt, ist, dass es kein bisschen Bonusmaterial gibt. Schade, aber man kauft ja, weil man das Konzert sehen will. Das Booklet zeigt das Poster des Festivals (ohne Bandnamen!) und gibt ein paar Hintergrundinformationen. Das ist recht mager und einem Star wie Alice Cooper nicht unbedingt gerecht werdend, zumal man auf der letzten Seite dann auch noch Werbung für DVDs anderer Künstler findet.

Also die Blu-ray in den Player und ab dafür. Als erstes fällt die einwandfreie Bildqualität auf, steht doch auf der Amaray-Verpackung etwas von 1080i. Da kann man sehen, was für ein Augenschmaus es ist, wenn sich Labels Mühe geben bei den Aufnahmen. Klar gibt es auch hin und wieder mal eine kleine Unschärfe, aber das ist schon die absolute Seltenheit und dass das Bild hochskaliert wurde, ist auch nicht zu sehen.

Der Meister entert die Bühne und legt mit seiner Show los. Man merkt relativ schnell, dass dies nicht unbedingt ein typisches Alice Cooper-Publikum ist und dass es etwas dauern wird, bis die Menge hinter ihm steht.

Auch scheint die Show ein wenig, nennen wir es mal reduziert zu sein. Es gibt relativ wenig Horrorshow, erst zum Ende hin wird es etwas mehr. Und seien wir mal ehrlich, das ist doch mit das Wichtigste bei seinen Konzerten. Klar hat er auch richtige Hits im Gepäck, aber der große Sangeskünstler ist er nicht. Hier geht es um Show und da wird zumindest an dieser Stelle auf sparsamer Flamme gekocht. Bei „Dirty Diamonds“ spielt er mit einer Perlenkette, bei „Billion Dollar Babies“ verteilt er grüne Geldnoten mit seinem Degen im Publikum und spielt mit seiner Krücke in „I`m Eighteen“. Da hat er eigentlich deutlich mehr zu bieten. Der Sound ist wirklich gut, wenn auch nicht herausragend, es fehlt ein wenig Druck aus den hinteren Boxen und so hat man leider nie das Gefühl, man wäre mittendrin statt nur dabei. Die DTS-Spur ist etwas dynamischer als der normale Dolby Digital 5.1-Sound. Dass da LPCM Stereo bei einer Blu-ray-Veröffentlichung eigentlich nichts zu suchen hat, ist klar. Aber das stört ja nicht.

Alice gewinnt mit zunehmender Spielzeit immer mehr Publikumresonanzen, kein Wunder, wenn bei „Go To Hell“ dann auch noch seine Tochter Calico als Peitsche-schwingender Vamp die Bühne betritt und den Meister wegzaubert, damit es genug Platz gibt für Eric Singers (Kiss, Black Sabbath, Gary Moore, Brian May, Badlands, Lita Ford) Drumsolo.

Klar, dass Mr. Cooper dann zurückkehrt und nicht benötigtes Personal auf der Bühne mit der Rute vertreibt. Aufräumen ist angesagt und so sammelt er diverse Leichenstücke ein und hinterlegt sie in einem aufrecht stehenden Sarg, dessen innen stehender Leiche nur noch der Kopf fehlt.

Seine Tochter darf dann in rot gekleidet ihre Ballett-Fähigkeiten unter Beweis stellen, bevor sie gezüchtigt wird. Als er sie dann zum Abschluss erstechen will, kommt natürlich nur noch die Zwangsjacke als Kleidungsstück für Mr. Bad Guy in Frage. Das sieht in HD-Auflösung richtig stark aus, wie lediglich Alice in Schwarz / Weiss beleuchtet da die „Ballad Of Dwight Fry“ preisgibt, während um ihn herum alles in Farbe getaucht ist. Starkes Lichtspiel!

Natürlich kann er sich dann wieder befreien und die Farbe kehrt in sein Leben zurück. Aber das wird dann eher blutrot, denn er wird überwältigt und zur niemals fehlen dürfenden Guillotine gezerrt. Der Kopf ist ab und bekommt seinen Kuss. Dummerweise für die Henkersleute wird er als letztes fehlendes Puzzlelteil in den Sarg gelegt. Die Band tritt die Cooper-Mörder von der Bühne und die Show wartet auf Alice Coopers wohl bekanntesten Hit: „School’s Out“. Die Schulklingel ertönt und aus dem Sarg springt der Meister heraus. Das zu sehen macht immer wieder Spaß. Dann ist es Zeit, die Bühne zu verlassen und das inzwischen komplett begeisterte Publikum nach Zugaben rufen zu lassen.

Das tut dasselbige natürlich auch und bekommt mit „Poison“ den großen Hit seines Endachtziger Comebacks zu hören. Zum schwachen „Wish I Were Born In Beverly Hills“ darf Calico als cholerische Diva auftreten und den Paparazzi entgegentreten. Eine gute Rockshow, welche aber natürlich immer unter der großen Erwartung von Showeinlagen ein wenig leidet. Da gab und gibt es normalerweise mehr zu sehen. Wenn man nun aber bedenkt, dass sich Alice Cooper das Publikum aber letztendlich erkämpft, kann man nur den Hut ziehen vor dem damals schon 57-jährigen Herrn.

Fazit: Tolles Bild, guter Sound und eine solide Show sorgen hier für viel Freude. Fans haben eh schon lange zugegriffen, alle anderen sollten trotzdem ein Auge und ein Ohr riskieren. Wer mehr Show sehen will, darf eher zu anderen, aber bislang leider nur auf DVD veröffentlichte Titel zurückgreifen.

Bildformat: 1080/50i

16:9

Tonformat:

DTS 5.1 (48khz)

Dolby Digital 5.1

LPCM 2.0 Stereo

Region: 0 (Worldwide)

FSK:12

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