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Alice Cooper: Along Came A Spider

Der Meister gibt sich die Ehre und überzeugt
Wertung: 8/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 44:22
Release: 25.07.2008
Label: Steamhammer/SPV

“He`s Back” bräuchte man eigentlich nur zu schreiben bei diesem Review, dann noch eben die Tracklist, die Spielzeit und die Punkte. Das reicht eigentlich, aber so einfach machen wir es uns natürlich nicht. Nach einer doch eher langen Pause von drei Jahren steht der Meister des Schockrocks wieder in den Startlöchern, um uns das Gruseln zu lehren, das Ganze natürlich im positiven Sinne.

Sein 25. Album (!) ist ein waschechtes Konzeptalbum, welches von einem psychopathischen Serienkiller handelt. Dieser hüllt seine Opfer, welche er ganz speziell auserwählt hat, in Seide, um sie dann zu töten und somit seinen Hunger zu stillen. Kompliziert wird es dann aber, als er sich in sein möglicherweise letztes Opfer verliebt. Natürlich fällt es ihm schwer, es zu töten und somit seinen unheilvollen Masterplan zu erfüllen. Wie dieser aber genau aussieht, soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn mit diesem Album ist es wie mit einem guten Film: Wer das Ende verrät, zerstört die Spannung der Geschichte.

„Prologue / I Know Where You Live” eröffnet den Reigen und die interessante Story. Musikalisch werden sofort alte Gefühle heraufbeschworen. Alice geht sozusagen „Back to the Roots“ und beschwört die Siebziger wieder herauf, das aber auf seine eigene, unverwechselbare Art und Weise. Eine coole, wenn auch recht zahme Rocknummer mit düsterem Anstrich.

„Vengeance Is Mine” glänzt mit toller Gitarrenarbeit von Keri Kelly und Jason Hook, welche beide zusätzlich noch vom alten Guns`n`Roses Klampfer Slash unterstützt werden.. Der Refrain ist sehr eingängig und man peppt den Song noch mit ein paar Soundeffekten auf. Starke Nummer mit einem tollen Solo der Sechssaitigen. Ja, dieses Album steht ganz klar in der Tradition seiner Erfolgsalben „Billion Dollar Babies“, „Welcome To My Nightmare“ oder irgendwie auch „School`s Out“, das Ganze aber ohne irgendwie wie ein billige Kopie rüberzukommen.

„Wake The Dead” kommt etwas dröhnender rüber, wobei sich der Song richtig gut ins Konzept einfügt und auch der Text diese Instrumentierung schon fast zu erzwingen scheint. Yeah, diese Mucke wird einem recht jungem Publikum wahrscheinlich anfangs etwas schwer im Magen liegen, aber nach diversen Durchläufen dürfte sich dann ein großer „Aha-Effekt“ einstellen. So funktioniert Musik also. Für Leute, die schon in den Siebzigern mit offenen Ohren der Rockmusik gefrönt haben, dürfte schon beim ersten Durchlauf ein wohliges Gefühl durch den Körper strömen.

„Catch Me If You Can” geht dann etwas forscher von statten. Man spürt praktisch den gestiegenen Puls und den Nervenkitzel bei dem Gedanken daran gefasst zu werden. Und irgendwie fragt man sich, ob Alice Cooper nun wirklich in Spider, den Serienkiller, um den es hier geht, mutiert ist. Es wird doch keine autobiographischen Züge geben?

Herrlich anzuhören ist dann die Eröffnung von „(In Touch With) Your Feminine Side“ bis dann Spider, äh nein, Vincent Furnier (later known as Alice Cooper) in seiner typischen, unverwechselbaren Art die Texte raushaut, dass man gar nicht anders kann als den Kopf nach vorne und hinten zu bewegen. Keri Kelly`s Gitarre zeigt, wie authentisch und genial auch im 21. Jahrhundert gerockt werden kann.

Stampfenderweise beginnt „Wrapped In Silk“. Eric Singer an den Drums sorgt hier für den Groove, der eigentlich immer mitschwingt bei Alice Cooper Songs, dazu der hier einmal etwas dominantere Bass von Chuck Garric. Eine wirklich tolle Hardrocknummer, recht simpel gestrickt, aber definitiv süchtigmachend. Definitiv ein Höhepunkt dieser recht homogenen Scheibe.

Natürlich darf auch keine Ballade fehlen, diese wird mit „Killed By Love“ eindrucksvoll abgeliefert. Die besungenen Zweifel wurden richtig gut dahinschmelzend umgesetzt. So wäre sicher auch ein Charterfolg zu schaffen. Etwas weniger gefällt mir dann allerdings „I`m Hungry“. Der Song wirkt irgendwie mehr nach einem Bindeglied für die Story.

„The One That Got Away” gerät durch die zusätzlichen Storyeinblendungen richtig gut. Ein erfrischender Song mit wieder einmal gelungener Gitarrenarbeit. „Salvation“ kingt dann wie ein uralter Song. Das aber im positiven Sinne. Sehr stark mit Keyboard und Klavierunterstützung. Eigentlich das zweite klar herausragende Highlight des Albums. Der Wechsel zwischen ruhigen und quasi herausbrechenden Passagen ist perfekt koordiniert.

Den viel zu frühen Abschluss bildet dann „I Am The Spider / Epilogue“. Wiedermal ein toller Song, welcher allerdings recht sperrig rüberkommt. Der Refrain und seine Bridge sind aber richtig gelungen und sorgen für hochgezogene Mundwinkel. Ein guter Abschluss mit einem Epilog, der es in sich hat.

Fazit: Auch 44 Jahre nach Gründung der Band kommt immer noch keine Langeweile auf. Herr Cooper versteht sein Metier aus dem Eff-Eff, ohne irgendwelchen Trends hinterher zu hecheln. Mutig die Entscheidung, soundmäßig eine Reise in die Vergangenheit anzutreten, aber dennoch gelungen. Man kann sich eigentlich nur wünschen, dass die Story mal verfilmt wird, denn sie ist richtig gut und dürfte auch spannend genug sein.

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