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Alicate: World Of Anger

Erhöhter Haarspray-Rock Alarm!
Wertung: 6.5/10
Genre: Hard Rock / Melodic Metal
Spielzeit: 44:51
Release: 30.11.2009
Label: Forestrecords

Alicate gibt es bereits seit 1985 und sie haben schon sämtliche Höhen und Tiefen erlebt. So durften sie einst für Deep Purple Sänger Ian Gillan eröffnen, als dieser solo unterwegs war. Auf der anderen Seite mussten sie auch bereits vor nur einer Handvoll Zuschauer auftreten. Der Tiefpunkt diesbezüglich war wohl der Auftritt parallel zu Guns'n Roses, als diese sich auf dem Höhepunkt ihrer Popularität befanden. Nach einer langen Pause gibt es die Band nun schon seit dem Jahr 2006 wieder, was nun in ihrem Comeback „World Of Anger“ gipfelt.

Allzu populär sind die Schweden in der Tat nicht und auch ich hatte den Namen Alicate vorher noch nicht gehört. Ihre Herkunft aus den '80ern hört man ihnen auf jeden Fall deutlich an. Nachdem das Intro noch an Rollenspiele wie „Baldur's Gate“ erinnert hat, ist „Blame“ eine eindeutige Standortbestimmung. Hard Rock an der Grenze zum Melodic Metal mit einer gehörigen Prise AOR – anders werden Alicate wohl auch in den 80ern nicht geklungen haben. „World Of Anger“ ist daher kein passender Name, denn wütend klingt die Musik nun wirklich nicht. Wenn man sich aber für Bands wie Europe und Whitesnake sowie für die sehr melodischen Momente von Dio oder auch Avantasia erwärmen kann, macht man mit „World Of Anger“ nicht viel falsch.

Wirkliche Überraschungen muss man zwar mit der Lupe suchen (und sie wohl dennoch nicht finden), aber das Gesamtwerk ist durchaus stimmig. Jonas Erixons Stimme passt perfekt zur Musik und kann stellenweise sogar Vergleichen mit David Coverdale standhalten. Noch dazu spielt der Mann einige wirklich gute Soli, die nicht mit technischen Finessen protzen müssen, sondern immer songdienlich eingesetzt werden. Wenn man der Band etwas vorwerfen muss, dann dass sie keine gescheiten Hooklines hinbekommen. Versteht mich nicht falsch, die Refrains von Liedern wie dem Titeltrack, „Dream On“ oder „Blame“ flutschen angenehm durch die Gehörgänge, wirklich prägnant sind sie aber zu keiner Zeit.

Ein weiteres Problem ist sicherlich die mangelnde Abwechslung im Tempo. Alicate spielen allzu oft im verträglichen Midtempo, was ihnen etwaige Ecken und Kanten von vornherein nimmt. Variiert wird nur selten, wie beispielsweise bei etwas schnelleren „Ain't The Place To Be“, was dann auch gleich Assoziationen zu Axel Rudi Pell zulässt. In dieselbe Kerbe hauen die Schweden auch mit dem Track „Built On Dreams“, welcher in den 80ern bestimmt einen guten Radiohit abgegeben hätte. Und wo wir gerade bei potentiellen Chartbreakern sind: „Until The End“ ist ein Abziehbild der klassischen 80er-Rock-Balladen. Ob man sich sowas heutzutage noch antun kann, muss jeder für sich selbst entscheiden. Mir gefällt es ganz gut, auch wenn vor meinem geistigen Auge immer diese fürchterlichen Klamotten und noch viel grausamere Männerfrisuren auftauchen.

Fazit: Ein fulminantes Comeback war das nicht. Aber dazu müsste die Band ja auch schon einmal außerhalb Schwedens einen großen Namen besessen haben. Ich will aber gar nicht zu viel lästern, denn Alicate machen das, was sie tun, gut. Essentiell ist „World Of Anger“ zwar zu keiner Sekunde, aber im gehobenen Mittelfeld ansiedeln kann sie sich schon. Fans von den im Review genannten Bands können sich also gerne mal näher mit dem Quartett beschäftigen.

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