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Alexisonfire: Otherness

Die Kanadier haben nichts verlernt
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Hardcore, Emo, Alternative Rock
Spielzeit: 50:09
Release: 24.06.2022
Label: Dine Alone Records

Wenn Fans von Alexisonfire einen Blick in ihre CD-Sammlung werfen, werden sie nach dem starken „Old Crows/Young Cardinals“ aus dem fernen Jahre 2009 nicht mehr viel finden. Bis auf die beiden EPs „Dog‘s Blood“ und „Death Letter“ (immerhin auch schon zwölf bzw. zehn Jahre alt) hat die Truppe sich nämlich nicht blicken lassen, 2012 hatte man sich gar komplett aufgelöst, konnte aber gottlob 2015 schon wieder zusammenfinden.

Zumindest Gitarrist Wade MacNeil und Sänger George Pettit waren zuletzt in ihren eigenen Bands Dooms Children und Dead Tired nicht untätig, man konnte also auf neues Material der Melodic-Hardcore-Truppe hoffen. Bis Anfang des Jahres war aber offiziell nicht klar, dass die Band ein neues Album am Start hat, das den unspezifischen Namen „Otherness“ und ein Cover direkt aus den Achtzigern mit sich herumträgt und im Vorfeld unter anderem schon durch die bockstarke Single „Sweet Dreams Of Otherness“ beworben wurde, die sich ähnlich störrisch und gleichzeitig hypnotisch-eingängig präsentiert wie seinerzeit „Young Cardinals“.

Eingängigkeit scheint aber nicht unbedingt etwas zu sein, was die Kanadier auf „Otherness“ anstreben. Der Albumtitel ist eigentlich Programm, wobei sich Alexisonfire deutlich hymnischer zeigen als man es von anderen Bands des Genres gewöhnt ist. George Pettit mag zwar als Fronter aufgelistet sein, die Band teilt sich die Vocals aber recht großzügig auf, was nochmals zur Vielfalt beiträgt. Ein tolles Beispiel ist „Dark Night Of The Soul“, bei dem MacNeil mit klarem Gesang einleiten darf und Pettit sich dann einige wunderbar anzuhörende Ausraster leistet. Live sicherlich eine Mordsabrissbirne, vor allem mit den charakteristischen, fast choralen Klargesängen im Refrain. Toll!

„Survivor‘s Guilt“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, spielt ebenso mit dem Gegensatz zwischen engelsgleichem Gesang und räudigem Geschrei, kommt sogar noch mal eine Spur kantiger daher als „Dark Night Of The Soul“. Gleichzeitig schaffen es Alexisonfire aber, kompliziertes Gefrickel außen vor zu lassen, driften mit einem Bulldozer wie „Reverse The Curse“ dann (zumindest was die Strophen angeht) fast schon in Crustpunk-Gefilde ab und überraschen damit jeden, der das eher poppig angehauchte, aber mit sehr starken Vocals ausgestattete „Sans Soleil“ im Hinterkopf hat, das ebenfalls als Single veröffentlicht wurde und beinah schon als Albumballade bezeichnet werden kann.

Das abschließende „World Stops Turning“ hätte mit seiner Akustikgitarre, dem wabernden Bass und den schwebenden Vocals auch gut in MacNeils trippy Dooms Children-Projekt gepasst, macht aber auch hier als Finale eine sehr gute Figur und zeigt im Vergleich zum Rest der Platte nochmal eine deutlich gediegenere Version der Kanadier, die in einer lärmigen Jamsession ihren Ausklang findet.

Alexisonfire können ohne Frage stolz auf ihr musikalisches Comeback sein. Eigentlich sollte für jeden Fan der Band etwas dabei sein, seien es die ruhigeren, klasse gesungenen Parts, die „Sans Soleil“ tragen, Hymnen à la „Sweet Dreams Of Otherness“ oder Abrissbirnen wie „Reverse The Curse“ und der Opener „Commited To The Con“. Die Band hat sich weiterentwickelt, ist aber noch deutlich unter vielen anderen zu erkennen und hat ihre Trademarks fleißig ausgearbeitet – man kann jetzt nur hoffen, dass der nächste Full-Length-Output nicht wieder 13 lange Jahre auf sich warten lässt.

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