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Alex Mofa Gang: Perspektiven

Kommt noch nicht an den Live-Spirit heran
Wertung: 7/10
Genre: Alternativ/ Punk
Spielzeit: 40:59
Release: 06.10.2017
Label: People Like You Records

Alex Mofa Gang gehören mit Sicherheit zu den umtriebigsten Bands des Landes, gefühlt war kein Klub des Landes vor ihnen sicher; etliche Touren als Support oder mittlerweile auch als Headliner standen auf dem Programm und die Anzahl der Festivals bewegt sich jährlich im zweistelligen Bereich. Und irgendwo in diesen straffen Terminkalender quetschten die Berliner gar noch eine Studioproduktion hinein, um etwa eineinhalb Jahre nach ihrem Debüt „Die Reise zum Mittelmaß der Erde“ mit „Perspektiven“ ihr zweites Album zu veröffentlichen.

Auch bei ihrem neuen Werk dreht sich alles um die Reisen und Begegnungen des Protagonisten Alex, der aber nun in die Beobachterrolle schlüpft. Und wie schon beim Einstieg mit „Roboter“ zu bemerken ist, beweist sich Alex als sehr respektabler und beredsamer Zeuge seiner Umwelt. Dies äußert sich in ansprechenden Texten, die oft im sinnbildlichen Bereich angesiedelt sind, ohne dabei zu verkopft zu wirken. Ausnahmen bestätigen zwar auch hier die Regel und die kommt im Gewand von „AC/DC“ daher, welches doch eher verkitscht wirkt.

Auf der musikalischen Ebene geht „Perspektiven“ ebenso auf eine Reise. Grundsätzlich ist das Ganze im Alternativ/Punk-Bereich angesiedelt, lässt sich aber auf Ausflüge in andere Gefilde ein. Während der Start noch treibend und krachend ausfällt, schiebt sich das nachfolgende „S.O.S“ mit einem Disco-Touch auf die Scheibe und könnte damit direkt auf die Tanzfläche gleiten, immerhin zeichnet sich der umherirrende Titel durch eine eingängige Tanzbarkeit aus. „Holiday Inn“ wartet mit Ska-Einflüssen auf, während zu „Mehr! Mehr! Mehr!“ noch eine Rock’n’Roll-Attitüde zündet.

Mit „Kein Wort“ setzen die Berliner ihr erstes Glanzlicht: Neben der überzeugenden lyrischen Leistung gibt es ein aufrüttelndes und ausschweifendes Stück zu hören, welches ordentlich Eier hat und vielleicht sogar der stärkste Song des Albums ist. Leider plätschert die Scheibe ansonsten im Mittelteil etwas vor sich hin. Die Liebeserklärung an „Montevideo“ ist zwar ganz nett, wie sicher auch der Rest der Songs, aber wirkliche Begeisterung lässt sich damit nicht entfachen.

Dafür tritt der Fünfer gen Ende der Scheibe nochmal aufs Gas und kann ausgerechnet mit den letzten beiden Liedern noch ein paar Punkte einfahren. „Soziopath“ kommt deutlich räudiger und krachender um die Ecke und verkörpert in etwa das, was man als typisch für die Band einstufen würde: Drive, Melodik und diverse Ausbrüche. Gerade der Screamo-Part unterstützt die Thematik in bester Art und Weise, zudem ist der Song passenderweise etwas düsterer gehalten.

Mit „Vorsicht Glas“ gibt es noch eine Ballade zu hören, die von Zerbrechlichkeit berichtet und einen perfekten Schlusspunkt unter ein gutes Album setzt. „Perspektiven“ zeigt gegenüber dem Vorgänger eine deutliche Steigerung, zumal Alex Mofa Gang hier musikalisch breiter aufgestellt sind. Was sie allerdings auch hier (noch) nicht erreichen, ist ihren unglaublichen Live-Spirit und diese unbändige Energie, die schier alles mit sich reißt, auf Platte zu pressen. Trotzdem bringt „Perspektiven“ alles mit sich, um mehr als nur eine Runde im CD-Player zu laufen.

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