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Alev: Alev

Alternative Rock mit Elektro- und Death Metal-Elementen
Wertung: 7.5/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 48:23
Release: 23.05.2008
Label: Fastball Music

Mehr als drei Jahre hat es gedauert bis die Münchner Formation Alev das gleichnamige Nachfolgealbum ihres Debüts vorstellt. Zum einem kommt das daher, dass Sängerin Alev Lenz die Band verlassen hat und diese sich so auf die Suche nach einer neuen Frontfrau machen musste. Diese fand man in Alexandra Janssen.

Alev ist das türkische Wort für Flamme und die ist Programm auf dem Longplayer. Was beim Hören sofort auffällt, ist die neue Gangart der Band. Es sind weniger poppige Elemente zu finden, als noch auf „We Live In Paradise“. Das Album ist sehr abwechslungsreich gehalten. Man bekommt alles von melancholischen Balladen über rockige bis hin zu aggressiven Stücken vorgesetzt. Dabei stehen die Melodien jedoch immer noch im Vordergrund und man schafft es bei fast jedem Titel, eine besondere Atmosphäre zu erzeugen. Allerdings ist dies kein durchgehendes Rockalbum. Im Laufe der Songs werden immer wieder Parts aus den Bereichen Elektro und Death-Metal hinzugefügt, was beim Hörer vielleicht erst einmal auf Erstaunen treffen wird.

Der Opener „Where Are You“ beginnt mit einem recht harten, Elektro-geprägten Intro, welches sofort klar macht, dass nun neue Zeiten anbrechen. Jedoch wird nach dem flotten Einstieg das Tempo wieder etwas herausgenommen. Die Strophe ist ruhig gehalten und wird von sanftem Gesang getragen. Zum Refrain hin wird das Tempo allerdings wieder aufgenommen, doch dieser bleibt trotzdem sehr melodisch und bildet den kompletten Gegensatz zum Mittelteil und dem Schluss, welche beide verzerrt klingen.

„Crawling Under“ und „On My Own“ setzen vor allem auf den Rhythmus. Beide Songs beginnen langsam und haben einen fast heimlichen, spannenden Klang in der Strophe. Hier kommen auch die Backingvocals gut zur Geltung. Bei „Crawling Under“ kommen diese im sehr eingängigen Chorus zum Einsatz, bei „On My Own“ in der Strophe. Zur Dynamik kann man sagen, dass sich beide Titel steigern, jedoch fehlt „Crawling Under“ etwas die Power, die „On My Own“ aufweisen kann. Bei Zweiterem kommt in der Bridge erneut der verzerrte Gesang hinzu, wodurch der Song eine starke Gliederung erhält, da jeder Teil anders klingt.

„My Cover“ fängt wieder sehr langsam an, kann aber keine wirkliche Energie gewinnen. Es fehlt dem Track eindeutig an Schwung und man fragt sich die ganze Zeit, wann legen die Instrumente richtig los. Bei diesem Titel wird vor allem Wert auf Alex’ Stimme gelegt, welche in der Mitte des Songs fast ohne Begleitung zu hören ist.

„Unique“ und „Devotion“ können leider das Schema des langsamen Anfangs nicht durchbrechen, wie schon die Songs zuvor hat man immer erst das Gefühl eine Ballade zu hören. Beide Songs sind sehr eingängig und heben den Text hervor. Eine weitere Gemeinsamkeit ist der Überraschungseffekt. Bei „Unique“ gibt es ein sehr gutes und interessantes Wechselspiel zwischen Gitarre und Schlagzeug. „Devotion“ lässt den Hörer erst in der Ahnung, dass das Ende wieder sehr verzerrt daher kommt, schwenkt dann aber, wenn man schon denkt, der Song sei zu Ende, noch einmal um und endet mit einem Intro-ähnlichen Part.

„Stained Lies“ und „Disconnected“ sind zwei schnellere Tracks des Albums mit einem eher elektronischen Intro. Die Gitarrensolos in beiden Titeln sind gut gemacht und auch ebenso platziert. „Stained Lies“ klingt zuerst noch sehr geheimnisvoll mit dezenten Backingvocals, bis dann im härteren Chorus auch geshouted wird, was es sehr abwechslungsreich gestaltet.

„Institutionalized“ ist definitiv der härteste Song des Albums. Hier wird schon von Anfang an das Tempo sehr hoch gehalten. Erneut findet man die schon zuvor öfters eingebauten verzerrten Parts wieder. Was den Track sehr interessant macht, ist zum einem der Chorus, welcher noch eine zusätzliche männliche Stimme aufweisen kann, sowie die Übergänge. Diese sind eher ruhig gehalten und ermöglichen eine kurze Atempause, bevor es wieder eher heavy weitergeht.

„At The Right Time“ ist die erste Singleauskopplung des Album und als Bonus noch in Videoform auf „Alev“ zu finden. Der Song ist eine Halbballade und daher im Klang auch sehr entspannt, ruhig und Melodie-geprägt. Trotzdem besitzt der Song eine gute Ausstrahlung und kreiert eine etwas melancholische Atmosphäre. Ebenso gibt es zum Refrain hin diesmal keine Tempoausbrüche, sonder es läuft zurückgehalten durch.

Als Bonustrack gibt es noch einen Remix von „Cause And Effect“. Dieser Titel besitzt einen deutlichen Industrial-Flair und unterschiedet sich doch sehr vom restlichen Album. Nach einem an die Elektro-Schiene erinnernden Intro gibt es danach ein Wechselspiel zwischen melodischen Teilen und dem verzerrten, geshouteten Chorus.

Fazit: Alev vereinen hier Alternative Rock mit Elementen des Elektro und des Death-Metals und erarbeiten dabei ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Album. Die Stimme der neuen Sängerin Alex passt sehr gut in die Kompositionen. Ein Manko an diesem Album ist die teilweise etwas fehlende Kreativität bei der Songstrukturierung, da viele sehr ähnlich aufgebaut sind und auch bei den Anfängen keine allzu großen Unterschiede im Klang zu finden sind. Schade ist ebenfalls, dass die Instrumente manchmal sehr ineinander laufen und nicht mehr differenziert zu hören sind. Trotz allem haben Alev ein sehr starkes Album abgeliefert, das man dank der hohen Ohrwurmqualität nicht so schnell vergessen wird.

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