Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Alestorm: Sunset On The Golden Age

Erfüllte Erwartungen und in Ansätzen sogar ein bisschen mehr
Wertung: 7/10
Genre: Pirate Metal
Spielzeit: 48:39
Release: 01.08.2014
Label: Napalm Records

Man könnte an dieser Stelle wunderbar einen Verriss schreiben. Man könnte sich über die lyrische Schlichtheit der lustig gekleideten schottischen „Pirate Metaller“ echauffieren. Gerade in den Refrains von „Drink“ und „Wooden Leg“ offenbart sich ein erschreckend beschränkter Wortschatz. Man könnte auch über die Plastik-Keyboards lästern, die zum Beispiel bei „1741 (The Battle of Cartagena)“ mehr an ein altes Videospiel als an eine Metalband erinnern.

Erlaubt ist aber nun einmal, was gefällt. Und Alestorm gefällt vielen. Zumindest nicht wenigen. Die Schotten sind eine dieser Bands, die es geschafft haben, sich ihre eigene Nische zu kreieren.

„Sunset On The Golden Age“ will aber etwas mehr sein als bloße Revierverteidigung und überrascht mit „1741 (The Battle of Cartagena)“ und dem Titeltrack mit zwei überlangen Nummern. Während der erstgenannte Song durchaus abwechslungsreich komponiert ist und tatsächlich mit einem netten Songtext überzeugt, enttäuscht der letztgenannte quasi auf voller Länge. Auf über elf Minuten muss einfach mehr passieren, um den Hörer bei der Stange zu halten.

Von diesen zwei Songs abgesehen bieten Alestorm auf ihrem mittlerweile vierten Album das, wofür sie bekannt sind: zwischen drei und vier Minuten lange Nummern, die geradeheraus nach vorne preschen, klare Melodien besitzen und, sofern der Geschmack des Hörers getroffen wird, einfach Spaß machen und zum Mitgrölen anregen sollen. Die Songs unterscheiden sich zwar in Tempo und Intensität, haben aber alle gemeinsam, dass mindestens im Zweiminutentakt wenigstens ein Synonym für Alkohol verwendet wird.

Da gibt es das aggressive, aber extrem simple „Wooden Leg“, das auf instrumentale Melodien ausgelegte „Quest for Ships“ und den grandiosen Opener „Walk The Plank“ - neben dem zuvor bereits angeschnittenen „1741 (The Battle of Cartagena)“, das fast jeder Power-Metal-Band zur Ehre gereicht hätte, der stärkste Song des Albums und sicher einer der Songs, die für das Liveprogramm der kommenden Tour fest eingeplant ist. Durchaus hörenswert ist auch „Magnetic North“, das mit einem interessanten Kontrast aus Anleihen härterer Genres und melodischen Power-Metal-Elementen überzeugt und beweist, dass manche der Songs kompositorisch gar nicht so flach sind, wie man vielleicht erwartet.

Ob das „Hangover“-Cover wirklich nötig war, darüber lässt sich vermutlich streiten. Live sollte die Nummer aber perfekt ins Programm passen und die Ähnlichkeiten des Textinhaltes sind unübersehbar.

Schlussendlich bleibt die Frage, wie man das Ganze jetzt bewerten soll. Sind sieben Punkte für ein durchschnittliches Album mit ein paar netten Ansätzen, einigen Highlights, aber auch einem stetigen Leistungsabfall mit zunehmender Spielzeit gerechtfertigt? „Sunset on the Golden Age“ wird sicherlich nicht Heerscharen neuer Fans in den Hafen der fünf Piratemetaller spülen. Das durchschnittliche musikalische und kompositorische Level der Scheibe wird kaum jemanden vom Hocker reißen und wer mit dieser Art von Musik noch nie etwas anfangen konnte, dem wird auch das neue Album ein Dorn im Auge sein. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass Alestorm das was sie ausmacht auf ihrem neuen Album wieder ziemlich gut umsetzen. Ein paar der Titel werden gerade live sicher vielen Metalheads Freude bereiten und zu einer Stimmung beitragen, von der viele andere Bands nur träumen können. Da scheinen sieben Punkte dann doch gerechtfertigt.

comments powered by Disqus

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen