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Alesana: The Emptiness

Sweet, Strong & Satisfying
Wertung: 9/10
Genre: Screamo / Emocore
Spielzeit: 50:00
Release: 26.01.2010
Label: Fearless Records

Trotz diverser Besetzungswechsel waren die Mannen der Screamo-Formation Alesana vergangenes Jahr äußerst fleißig: So waren sie nicht nur quer durch Europa und Amerika auf Tour (Livebericht), sondern haben darüber hinaus noch die Zeit gefunden das neue Album „The Emptiness“ zu schreiben und einzuspielen. Auch wenn man bei den älteren Alben immer wieder Zusammenhänge in verschiedenen Bereichen – beispielweise auf lyrischer Ebene - erkennen konnte, ist „The Emptiness“ dennoch das erste als solches bezeichnete Konzeptalbum der Band. Erzählt wird eine nicht übermäßig originelle, aber dennoch ansprechende Geschichte voller Tragik, Verzweiflung, Liebe, Hoffnung, Spannung und all den weiteren nötigen Zutaten für eine mitreißende Story.

Abgesehen von den gesungenen beziehungsweise geschrienen Vocals der Songs wird diese Story zum Großteil in atmosphärisch arrangierten Intros und Outros der Songs von einer tiefen, etwas schwermütig wirkenden männlichen und einer lieblichen, emotionalen, allerdings auch geheimnisvollen Frauenstimme erzählt. Der Albumtitel „The Emptiness“ wird direkt in der gesprochenen Einleitung erwähnt, kommt allerdings noch vermehrt, wie unter anderem in dem Song „Hymn For The Shameless“, auf dem Album vor. Nach der stimmungsvollen Einleitung zeigen Alesana, dass sie nicht nur Geschichten erzählen können, sondern auch auf musikalisch einiges draufhaben. So verfügt der erste Track „Curse Of The Virgin Canvas“ über einen sehr fetzigen Refrain, der schnell ins Ohr geht, während durch treibende Riffs für eine ordentliche Portion Energie gesorgt wird. Der Song „A Lunatic’s Lament“ hingegen beginnt weniger kraftvoll, sondern ruhiger und melancholischer, legt dann jedoch wie gewohnt los. Allerdings wird das Tempo stellenweise ein Stück weit zurückgefahren, sodass sich der Song im Refrain zu einer Hymne auswächst.

„The Murderer“ ist das wohl aggressivste Stück der Platte: Dominierten bis jetzt noch die gesungenen Vocals, so überwiegt hier auf weiten Strecken der Scream-Anteil. Auch beii diesem Thread kann man dezent im Hintergrund eingesetzte Streicher vernehmen, die immer wieder ihren Weg in die Songs gefunden haben und sowohl den Spannungsbogen aufrecht erhalten und unterstützen, wie auch als harmonisches und verträumtes Element gebraucht werden. Das Screamo oder auch Emocore nicht immer gleich klingen muss, zeigen Alesana mit einem abwechslungsreichen Songwriting. Bei dem etwas schleppenden Song „Hymn For The Shameless“, der sogar fast auf eine Spielzeit von sechs Minuten kommt, wird etwa stark mit den Vocals variiert, verschiedene Arten von klaren Vocals treffen auf Screams, teils vernimmt man diese Parts einzeln, teils gemeinsam, bis der Song dann letztendlich ausfaded. Die Single „The Thespian“ besticht nicht nur mit einer zuckersüßen Melodie, ruhigeren Bridges und treibenden Versen, sondern sogar auch mit einer kleinen Gitarren-Soloeinlage. Äußerst abwechslungsreich geht es auch bei dem nächsten Song „Heavy Hangs The Albatross“ zu. So geben sich hier ruhigere, fast akustische Passagen die Klinke mit explodieren Scream-Passagen und verbinden sich dann zu einem verträumten Refrain.

Der Breakdown-lastige Track „The Lover“ leitet direkt in das nächste Stück „In Her Tomb By The Sounding Sea“ über, welches sehr vielversprechend mit enorm atmosphärischen Gitarren beginnt, Spannung aufbaut, dann Ausflüge in Pop-Punk-Gefilde unternimmt und schließlich in einem Standard-Screamo-Song resultiert. Die erste Auskopplung „To Be Scared By An Owl“ ist nicht der beste Song der Scheibe, wird allerdings live für so manche verschwitzte Körper sorgen, da es hier an Energie nun wahrlich nicht mangelt. Zuletzt liefern Alesana mit „Annabel“ noch einen über sieben Minuten langen Song, der trotz seiner Länge nicht langweilig wird, da die Band wie gehabt zwischen verschiedenen Techniken variiert. Hervorzuheben ist der Refrain, der sich sofort im Ohr festsetzt und nach nur wenigen Durchgängen problemlos mitgesungen werden kann – sollte dieser Song live präsentiert werden, kann man sicherlich mit einer großartigen Beteiligung der Fans rechnen; das langsamere, majestätische Tempo und die von herzzerreißenden Streichern untermalte Melodie lädt zum Mitsingen ein und zum Ende wird mit Gruppengesang auch noch die perfekte Vorlage dafür geliefert.

Produktionstechnisch betrachtet ist das Album durchweg solide, die Songs kommen klar und druckvoll aus den Boxen, auch wenn man sich ab und an vielleicht doch etwas mehr Wucht bei den Gitarren und vor allem beim Schlagzeug gewünscht hätte – allerdings kommt der Sound der Band, typischer Emocore und Screamo eben, auch hervorragend so aus. Alesana haben ein starkes Album aufgenommen, mit dem sie nicht nur massig neue Fans finden, sondern zweifelsohne auch ihre alten in höchstem Maße zufriedenstellen werden. Noch skeptische Screamo-Fans werden an dieser Scheibe nur schwer vorbeikommen und sollten definitiv wenigstens reinhören, sofern es nicht ohnehin schon vorbestellt ist.

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