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Al & The Black Cats: Through Thick N' Thin

Schwarze Katzen bringen Glück
Wertung: 8.5/10
Genre: Rockabilly/Punk'n'Roll
Spielzeit: 44:44
Release: 20.08.2010
Label: Rodeostar Records

Seit Jahrzehnten hält es sich hartnäckig: das Gerücht, der Rock'n'Roll sei tot. Immer gern genommen als Argument gegen zeitgenössische Musik – vor allem wenn Elektronik im Spiel ist – und von Horden mittelmäßiger AC/DC-Kopien zum Schlachtruf für die persönliche, heldenhafte Rettungsaktion erkoren. Wenn einem dann Al & The Black Cats mit ihrer neuen Platte „Through Thick N' Thin“ durch den Hörkanal toben, fragt man sich einmal mehr, was an diesem hartnäckigen Gerücht eigentlich dran sein soll. Das Punk'n'Roll-Trio aus Michigan kredenzt die Ursuppe des Rock jedenfalls derart lebendig, dass man von einer Lazaruserweckung bestimmt nicht sprechen möchte.

 

Rockabilly-stilecht mit Gitarre, Drums und Kontrabass instrumentiert, rocken, rollen und grooven sich Tony, Hugh und Arno durch zwölf Songs plus Bonustrack und zelebrieren den Spirit der 50er als wären sie dabei gewesen. Punkige Einflüsse sorgen dazu für den nötigen Drive und stellen klar: Wer hier nicht tanzt, ist gelähmt oder tot.

 

Schon der Opener „Loser“ gerät mit tatkräftiger Unterstützung von Gastsängerin Trinity (Kamikaze Queens) zum Ohrwurm erster Güte und einem definitven Albumhighlight. Selten hat das musikalisch verpackte Eingeständnis, ein absoluter Versager zu sein, mehr Spaß gemacht. Wer hat da Beck gesagt?

 

Apropos Spaß: Dass Al & The Black Cats den mit ihrer Musik uneingeschränkt haben, hört man „Through Thick N' Thin“ mit jeder Note an. Derart spielfreudig geht leider bei weitem nicht jede Band zu Werke. So ist es auch schwer, einzelne Songs lobend hervorzuheben, denn gelungen ist das Material durch die Bank: Egal ob im rücksichtslosen Uptempo wie in Hey Mr. D.J., hymnisch wie in Go And Run oder mit erneuter Gastsängerunterstützung durch Tex Morton (We Want More), den Ski-King (Bad Attitude) oder Sucker (Bad Reputation) - immer schafft es das Trio, mit tanzbaren Rhythmen, rotziger Attitüde und Eingängigkeit mitzureißen.

 

Und trotzdem ist Through Thick N' Thin eigentlich keine Platte für die Wohnzimmeranlage. Wie genau der passende Anlass für ihre Scheibe aussieht, beantwortet die Band in We Want More dann auch schon selbst: More late night parties blaring Rock'n'Roll/more drinkin' till we wake up on the floor/more smoke filled bars with loud guitars/and friends who know the score/these are the things that we are living for. Damit wäre das ja wohl geklärt.

 

Trotzdem werfen Al & The Black Cats noch eine berechtigte Frage auf: Hey Mr. D.J., why don't you pull another Rock'n'Roll record off the shelf? Ja, warum eigentlich nicht? Through Thick N' Thin sei hiermit wärmstens empfohlen.

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