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Akrea: Lügenkabinett

Technik versus Seele
Wertung: 6.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 46:40
Release: 22.10.2010
Label: Drakkar Records

Meine Damen und Herren, wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir die Ehre haben, Ihnen heute erneut einen musikalischen Auftritt der Spielertruppe Akrea darbieten zu können. Voller Spannung lüften wir unseren Vorhang dieses Mal für das neue Stück „Lügenkabinett“, welches von der Spielergruppe natürlich selbst erdacht wurde.

„Lügenkabinett“ umfasst in der ungekürzten Fassung ganze 13 Kapitel und ist besonders den Anhängern des Melodic Death Metals zu empfehlen, da dieses Genre zum Thema gemacht wird. Dargeboten wird das gesamte Stück im Originalton. Da diese Spielergruppe aus der schönen Oberpfalz stammt, sind die Texte folglich in Deutsch verfasst.

Die bereits erwähnte Musikrichtung füllen Akrea mit besonders klaren Melodiebögen aus. Diese werden von den Gitarren übermittelt. Die Musiker entlocken ihren Instrumenten dabei vorzugsweise Töne, die im höheren Bereich angesiedelt sind. Ihre Spielweise ist sehr bewusst, konzentriert und klar, so dass keine verzerrten Abschnitte vernommen werden können. Das Takt gebende Schlagzeug zeigt sich sehr robust und drückend. Zudem zeigt es sich in seiner Spielweise recht abwechslungsreich und wird daher beim Publikum sicher für eine gute Akzeptanz sorgen, auch wenn es keine neuen, musikalischen Maßstäbe zu setzen weiß. Die Rhythmik innerhalb des Stückes hat aber dank des Musikers am Schlagzeug durchgängig einen auffordernden Ton inne, was sich besonders gut und passend in dem Kapitel „Auf los geht’s los“ verfolgen lässt.
Den Gesang innerhalb des Stückes „Lügenkabinett“ wird von Vokalist Sebastian Panzer übernommen, der seine Stimme für die benötigten, rauen Growlings zur Verfügung stellt und diese namensgerecht auszufüllen weiß. Ein besonderes Interesse weckt dabei sein anfänglicher Auftritt in dem Kapitel „Guten Tag“, wo er eine seltene Verknüpfung zwischen Growling und Gesang schafft, was das Publikum durchaus aufhorchen lassen wird.

Inhaltlich handelt es sich bei „Lügenkabinett“ um ein sehr modernes Stück, welches dem Zuhörer Alltagsprobleme vor Augen führt. Aufgestaute Wut als ein eher klassisches Thema wird genauso behandelt wie die moderne und sich verbreitende Lebensweise der jungen Generation, ihren Tag mehr auf der Couch, vor dem Fernseher oder am Computer zu verbringen, als seine realen, sozialen Kontakte zu pflegen. Aber auch der Umgang der heutigen Jugend untereinander wird sehr kritisch beleuchtet und musikalisch untermalt.
Bei solchen Themen ist die allgemeine Identifikation des Publikums mit den angesprochenen Situationen durchaus gegeben, da die dargestellten Sachverhalte allgemein bekannt und häufig zu beobachten sind. Ein eindeutiges Zugehörigkeitsgefühl zu dem Inhalt bleibt aber aus, da die Gruppe Akrea leider zu wenig in die Tiefe geht, um den wirklichen Kern zu treffen. Hinzu kommt leider die recht platte, teils sogar abgenutzte Wortwahl, die in diesem Stück verarbeitet wurde. Der Versuch, dies mit Neologismen aufzuwerten, scheitert leider an Albernheit der Neuschöpfungen selbst. Schön zu verfolgen ist dafür aber die angewandte Kritik und die Symbolträchtigkeit der Texte, die in einem solchen Maße gewählt wurde, dass sie vom Publikum trotz der Symbole leicht erfasst werden können. Ein gutes Beispiel dafür ist das Kapitel „Meteor“.

Die Titel der einzelnen Kapitel in „Lügenkabinett“ unterliegen leider einer recht uninspirierten Stunde. Namen wie „Auf los geht’s los“ oder „Guten Tag“ werden nur schwerlich beim Publikum Anklang finden, obwohl die Musik, die dahinter steht, von interessant wuchtigem Charakter ist.

Insgesamt ist das Stück der oberpfälzischen Spielgruppe technisch sehr ansprechend. Die Produktion überzeugt durch seine Klarheit, was auch auf die Spielweise der einzelnen Mitglieder zutrifft. Die Musik ist von sehr pompöser Art, schafft es aber an keiner Stelle den Hörer wirklich zu faszinieren. Neben den Texten ist leider auch die Musik von fehlender Emotionalität geprägt. „Lügenkabinett“ ist zwar ein Stück, was zu unterhalten weiß, wirkliche Begeisterungsströme sind durch die emotionslose Art aber leider bisher ausgeblieben. Trotz allem empfiehlt das Haus bei Zweifeln natürlich immer noch einen eigenen Besuch des Stückes. In diesem Sinne: Vorhang auf!

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