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Akanoid: Usual Freak

Insgesamt vielversprechend
Wertung: 7/10
Genre: Elektropop
Spielzeit: 27:32
Release: 23.03.2007
Label: Echozone

Kennt Ihr das? Ihr habt eine gute Idee. Eine richtig gute. Und dann wollt Ihr nicht weiterdenken, weil der nächste Gedanke vielleicht nur halb so gut sein könnte. Bei einer maschinellen Fertigung würde das Endprodukt dann nur noch Kopien sein. Wer nach diesem Prinzip Musik macht, hat gerade “Usual Freak” von Akanoid geschrieben.

Auch wenn es in der Elektroszene von Unwissenheit zeugt und daher verpönt ist, einen kurzen Werdegang der Band von Hilton Theissen und Uwe Lübbers. Denn wenigstens ersteren Namen könnte man kennen, hatte der Sänger, Gitarrist und Frontman doch vor allem in den 90ern mit Dark Millennium, Cherub und Rape auf sich aufmerksam gemacht.

Sein Album “Success Of The Snake” beim selbstbetiteltem Projekt erschein dann trotzdem nicht mehr: Die Plattenfirma Semaphore ging Konkurs - und Theissen direkt mit Lübbers ins Studio, den er im Sommer ‘97 zum ersten Mal getroffen hatte.

Weil das Unwort 2007 bestimmt “Angepasstheit” heissen wird, produzierten die beiden natürlich nur innovative und experimentelle Soundentwicklungen - zu finden auf den Alben “Best Off” (trotz des Wortspiels der Erstling), “Metamorphin” und “Instant Summer”, sowie den EPs “Dawn Burning” und “On Air Again”. Beim letzten Album kam dann die grosse Wende, da den Künstlern ihre selbstgesteckten Grenzen zu eng wurden und man sich nun eher in die popelektronischen Gefilde vorwagte.

Häufig genannter Titel ist gleichzeitig der Openertrack für die EP - und erinnert klangtechnisch ein wenig an De/Vision. Einziger Unterschied: Die Urgesteine des Elektropops würden ihren Song niemals auf zwei Sätze reduzieren.

Der Track ist gut, keine Frage. Musikalisch besticht schon die selten im Genre anzutreffende E-Gitarre, die, was die Melodieanteile betrifft, mit dem Keyboard durchaus gleichgestellt ist. Auch Hilton verfügt über die passende Stimme: Nicht zu markant, aber melodiös genug, um wiedererkannt zu werden.

Eine gute Wahl, den Song als Single zu veröffentlichen, was Tanzbarkeit und interessanter Rhythmus noch bestätigen.

Einziges Manko des Gesamtbildes: Nach dreimaligem Hören (und so oft ist das Lied nun einmal vertreten) hängt einem die Idee Hiltons wirklich wieder zu den Ohren raus, zumal sich die beiden anderen Versionen nicht grundlegend vom Original unterscheiden.

“Master Of Ceremony”, der sich für die erste veränderte Abmischung verantwortlich zeichnet, hat lediglich die Keyboards etwas tiefer gestimmt und Steve Files’ Version schreit gerade so nach Computer. Was an einem zerstörerischem stakkato-Keyboard “retropolis” sein soll, habe ich noch nicht verstanden, klar ist aber eines: Das Lied ist lediglich zerhackstückelt und der Gesang bis zur Unkenntlichkeit verzerrt worden.

Den Rest der EP bilden die vier Neulinge “Perfect Sin”, “Same Old Remix”, “Sin” und “Operation Georgie”, wobei mir Letzterer am Besten gefällt. Schon dadurch, dass der Song durch fröhliches Gepfeife und eine kurze Akustikgitarre eingeleitet wird, zeigt die ironische Art und Weise, mit der Akanoid mit der Politik und den aktuellen Geschehen in Amerika umgehen. Dass im Refrain die Drums einsetzen, die zusätzlich an einen militärischen Marsch erinnern, ist ein zusätzlicher Pluspunkt.

“Perfect Sin” besticht hingegen nur durch seine E-Gitarren, die sich zusammen mit der Keyboardmelodie wirklich ins Gehör brennen, Theissens Stimme ist mir an dieser Stelle fast ein bisschen zu hoch und gleichgülig und “Same Old Remix” beschäftigt sich wieder einmal mit dem Recyclingvorgängen der Musikindustrie. “Every day the same old songs but that’s okay”.

Fazit: Insgesamt eine vielversprechende EP, die vor allem an die DJs weitergegeben werden sollte. Als Ersatz zum hundertsten “Let your Body beat...”.

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