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Akanoid: Civil Demon

Gute Ideen - gute Durchführung
Wertung: 9/10
Genre: Synth Rock
Spielzeit: 59:14
Release: 22.05.2009
Label: Echozone

Auch in Zeiten von eifrigem Schubladendenken gibt es noch Bands, bei denen man ratlos ist, zu welcher musikalischen Richtung sie denn eigentlich gehören. Akanoid ist mit Sicherheit eine davon. Mit "Civil Demon" legen sie ihr viertes Album in CD-Form vor – und nach den Erfahrungen der Vorgängeralben darf man auf das Kommende höchst gespannt sein.

Vor über zweieinhalb Jahren urteilte die Kollegin noch über die damals aktuelle EP "Usual Freak": "Insgesamt vielversprechend" – und einer guten Idee entsprungen. Dieses Urteil zu wiederholen wäre ein Fehler, denn "Civil Demon" ist nicht nur vielversprechend, sondern ein sehr gutes, abwechslungsreiches Album.

Aber zurück zur Schubladenproblematik: Um die Musik von Akanoid zu beschreiben, könnte man die Ausdrücke "Electro", "Wave", "Alternative", "Rock" und "Pop" zusammenwerfen – in Anbetracht der Länge des entstehenden Begriffes wäre die Bezeichnung "Synth Rock" vielleicht auch nicht verkehrt.
Dieser Mix der Bezeichnungen beschreibt perfekt das Konzept der Band, welches sie auch auf "Civil Demon" verfolgen: Elektronische Musik gekoppelt mit Rock. Im Vergleich zu früheren Werken übernehmen hier die realen Gitarren allerdings eine tragendere Rolle. Doch trotzdem bleiben viele Möglichkeiten der Kombination.

So sind die Tracks auf "Civil Demon" auch sehr unterschiedlich. Neben ruhigem Electro-Pop, der beim Song "Strange Obsession mit seiner fast vollständig auf Schlagzeug und Keyboards reduzierten Instrumentierung, kombiniert mit getragenem Gesang, zum Ausdruck kommt, steht zum Beispiel stark gitarrenbasierter Industrial Rock: Als Beispiele wären hier "Pain" und "Jump Into The Hive" zu nennen. Doch auch bei diesen beiden Liedern gehen die verzerrten Gitarren genretypisch mit zahllosen elektronischen Elementen einher.

Eher experimenteller Natur sind die drei Tracks "Nexxus", "Unbreak Me" und "Climax" – diese drei in einem Atemzug zu nennen, legitimiert aber nur der experimentelle Charakter, da sie sich in der musikalischen Durchführung stark unterscheiden. Bei allen dreien wird vor allem mit der Rhythmik stark gespielt, die jeweilige klangliche Umsetzung ist jedoch sehr verschiedenartig: Während "Unbreak Me" starken Gebrauch von elektronischen Elementen und einigen überraschenden Wendungen macht, gebärdet sich "Nexxus" als von einer ruhigeren Effektgitarre getragene Ballade. "Climax" schlägt einen ähnlichen, aufgrund der sparsamen Instrumentierung mit Akustikgitarre, Schlagzeug und Effekten jedoch noch reduzierteren Pfad ein.

Kann ein so inhomogenes Album wie "Civil Demon" überhaupt funktionieren? Es kann, denn alle Tracks fügen sich zu einem stimmigen Gesamtalbum zusammen. Durch die verschiedenartige Struktur der Songs ist die Gefahr gering, dass Langeweile aufkommt, doch die 14 Stücke weisen genug Gemeinsamkeiten auf, dass klar ist, dass hier nicht verschiedene Künstler am Werk sind.

Kurz gesagt: Auf "Civil Demon" haben sich Akanoid ihrer Fantasie hingegeben und eine Fülle unterschiedlicher Songs aufgenommen – Songs, unter denen sich einige Ohrwürmer befinden und die in ihrer Gesamtheit sehr gut hörbar sind. Ein durchweg sehr gutes Album!

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